Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

News

Intelligente Mobilität – Testgelände in München eröffnet: Siemens will das Autonomie-Level 5 erreichen

Auf der Teststrecke geht es ums Simulieren von Verkehrssituationen unter realtypischen Bedingungen. (Bild: Siemens Mobility)

Auf seinem Münchener Campus will Siemens Mobility das Zusammenspiel von intelligenter Infrastruktur, cloudbasierten Software-Services und autonomen Elektrofahrzeugen erproben. Jetzt gibt es Details.

Die Konzernsparte Siemens Mobility hat am Donnerstag mitgeteilt, auf dem eigenen „Campus“ in München-Perlach einen Feldversuch für autonomes Fahren starten zu wollen. Gemeinsam mit Projektpartnern wie der Berliner IAV-Gruppe, an der unter anderem der Volkswagen-Konzern und Continental beteiligt sind, und der Technischen Universität München habe man für ein gemeinsames Forschungsprojekt jetzt ein Testfeld aufgebaut.

Die Strecke verlaufe als Rundkurs auf dem Gelände und ermögliche das „Simulieren verschiedener Verkehrssituationen unter realtypischen Bedingungen“, teilt Siemens mit. Die Projektpartner wollen nach eigenen Angaben „das Zusammenspiel von straßenseitiger Infrastruktur, cloudbasierten Software-Services und autonomen Elektrofahrzeugen erproben“.

Hierfür habe man Masten entlang der Strecke mit Laserscanner-, Radar- und Kameratechnik ausgestattet, heißt es. Diese sollen das Verkehrsumfeld erfassen und eine „hochgenaue Lokalisierung der Fahrzeuge“ ermöglichen. Zum Einsatz kommen zwei Fahrzeugtypen: ein hochautomatisierter Einsitzer sowie ein Shuttlebus.

Überwindung der ersten und letzten Meile

Das gemeinsame Forschungsprojekt sei „ein weiterer Meilenstein, um die sogenannte erste und letzte Meile im multimodalen Mobilitätsmix mit autonom fahrenden Fahrzeugen bedienen zu können“, sagt Michael Peter, CEO von Siemens Mobility. Mit der Infrastruktur liefere man „einen entscheidenden Baustein für eine sichere und effiziente On-Demand-Mobilität“, und zwar „nicht nur im städtischen, sondern auch im ländlichen Raum“.

Das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) geförderte Projekt „Optimiertes Transportsystem basierend auf selbstfahrenden Elektrofahrzeugen“ zielt darauf ab, ein System zu entwickeln, das die erste und letzte Reisemeile, die heute oftmals eine Angebotslücke im ÖPNV darstellen, mittels autonomen Fahrens bedient.

Test mit Autonomie-Level 5

Im Projektverlauf soll unter anderem erforscht werden, wie durch autonome Elektrofahrzeuge die Sicherheit und Effizienz im Straßenverkehr verbessert werden kann. Und das mit dem für die Straße höchsten Autonomie-Level 5, bei dem das Auto ohne Eingriff eines Fahrers auskommt.

Elektrofahrzeug: Das Model 3 von Tesla
Tesla: Auf das Model 3 folgt das Model Y – aber erst in zwei bis drei Jahren. (Foto: Tesla)

1 von 7

Hierfür soll die intelligente Infrastruktur von Siemens Mobility den Fahrzeugen ständig umfassende Informationen zur Verfügung stellen, beispielsweise über die Verkehrslage und über andere Verkehrsteilnehmer auf der angestrebten Strecke. Dieser Ansatz unterstütze autonom fahrende Fahrzeuge insbesondere bei komplexen Verkehrssituationen und in Bereichen, die vom Fahrzeug selbst nicht erfasst werden können, unabhängig von den herrschenden Wetterbedingungen.

Der überwachte Radius eines selbstfahrenden Fahrzeugs lasse sich damit „deutlich erweitern“, heißt es von Siemens. Die straßenseitig installierte Infrastruktur ermögliche es, potentielle Risiken zu erkennen und frühzeitig zu reagieren. Ebenso lasse sich der Verkehrsfluss verbessern. Die Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation (kurz: V2I) erfolgt laut Angaben der Projektpartner über die standardisierte und von Siemens als „bereits umfassend erprobt“ bezeichnete WLAN-P-Technologie (ITS-G5).

Das Gesamtsystem werde ergänzt durch Software-Lösungen, die einen Fahrbetriebsleiter in der Verkehrsleitzentrale in die Lage versetzen, den Verkehr und die Fahrzeuge zu überwachen und, wenn notwendig, eingreifen zu können. Die Fahrgäste der autonomen Fahrzeuge würden ihre Reiseroute per App bekommen, sagt Siemens. Dadurch erhöhe sich die Sicherheit und Effizienz im Straßenverkehr.

Das sind die Projektpartner

Das Forschungsprojekt vereint Experten unterschiedlicher Fachrichtungen. Das Institut für Klima, Energie und Mobilität (IKEM) befasst sich mit rechtlichen Fragestellungen rund um das autonome Fahren und erforscht gemeinsam mit Siemens Mobility Betreiber- und Geschäftsmodelle, die sich aus den technischen Entwicklungen ergeben.

IAV entwickelt den Prototyp eines barrierefreien, autonom fahrenden Shuttles. Die TU München betrachtet mittels mikroskopischer Simulation die verkehrliche Auswirkung unterschiedlicher Autonomie-Ausprägungen. Das Berliner Projektentwicklungsbüro UTB geht im Rahmen einer Akzeptanzstudie der Fragestellung nach, wie Menschen auf autonome Fahrzeuge reagieren und inwieweit die technologische Entwicklung darauf Rücksicht nehmen muss.

Emm Solutions stellt seine hochautomatisierten Elektrofahrzeuge zur Verfügung, die dazu beitragen sollen, die Umfelderfassung, Geopositionierung und Kommunikationsleittechnik zwischen Fahrzeug und Infrastruktur zu verbessern. Zusätzlich werde das Fahrverhalten „vorsimuliert“, wie es heißt.

Siemens Mobility selbst übernimmt die Gesamtintegration, die straßenseitige Infrastruktur, die cloudbasierten Software-Services. Außerdem evaluiere man „mögliche Geschäfts- und Betreibermodelle“, hat der Konzern am Donnerstag bekanntgegeben.

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.