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Interxion baut Nazi-U-Boot-Basis zu neuem Rechenzentrum um

(Grafik: Interxion)

Aufgrund der günstigen Lage in der Hafenstadt Marseille hat sich der niederländische Anbieter Interxion dazu entschieden, sein Rechenzentrum für Cloud-Plattformen in einer ehemaligen U-Boot-Basis der Nazis zu bauen.

Es gibt in Europa einige Ballungsräume für Rechenzentren, zu denen neben Frankfurt und Amsterdam auch Marseille gehört. Frankreichs größte Stadt am Mittelmeer ist mittels 13 großen Seekabeln besonders gut vernetzt, darunter mit Nordamerika, Afrika, dem Nahen Osten und Asien. Grund genug für den Rechenzentrenspezialisten Interxion, Marseille weiter als Bastion für die Vernetzung von Kontinenten auszubauen. Und das wortwörtlich.

Denn das niederländische Unternehmen hat parallel zum Bau seines zweiten Rechenzentrums in Marseille vor zwei Jahren ein drittes hochgezogen – in einer alten U-Boot-Basis der Nazis. Das MRS3 genannte Data-Center wird voraussichtlich Ende 2019 fertig sein und dürfte aufgrund der bunkerartigen Bauweise einen sehr hohen physischen Sicherheitsstandard bieten können. Der Fokus bei MRS3 soll im Gegensatz zu den beiden anderen Rechenzentren von Interxion nicht auf Netzwerk-, sondern auf Rechendichte beziehungsweise -leistung liegen.

Sicherheit und Latenzzeiten sind entscheidende Faktoren

Der U-Boot-Bunker selbst wurde von den Nazis nie fertig gestellt und lag 75 Jahre lang als Spielplatz für Graffiti-Künstler brach. Er wird jetzt für rund 140 Millionen Euro mit Racks und Serversystemen für Cloud- und Medienplattformen ausgebaut. Begünstigt wird die Lage – und somit die Attraktivität für potenzielle Kunden – des Rechenzentrums in der Hafenstadt durch den Umstand, dass die Latenzzeiten aufgrund der unterirdischen Seekabel sehr niedrig sind. Datenpakete nach Kairo, Dubai oder Saudi-Arabien brauchen laut Interxion lediglich fünf bis sechs Millisekunden – deutlich weniger als bis in das 800 Kilometer entfernte Paris.

„Im Grunde genommen haben wir in den letzten 15 Jahren die Kosten für ein Unterseekabel auf ein Zehntel gesenkt und die Kapazität um den Faktor 50 multipliziert“, so Fabrice Coquio, Managing Director von Interxion in Frankreich, in einem Beitrag auf Ars Technica. Aufgrund der Ausrichtung auf die Serverdichte läge die Herausforderung besonders bei der Stromversorgung und der Filterung von Salzwasser und Mikropartikeln für Generatoren sowie Kühlungen. Keine Herausforderung dürfte dagegen der physische Schutz der Racks darstellen, denn die Server-U-Boot-Basis liegt inmitten eines französischen Hafens, der mit Mauern, Zäunen und der französischen Gendarmerie geschützt ist.

via arstechnica.com

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Ein Kommentar
Gerhard
Gerhard

Wer sind dann die ‚Nazis‘? Kommen aus den Mond oder ähnliches? Ist das eine Nationalität?

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