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Gadgets & Lifestyle

iPad Magazine verkaufen sich schlechter – oder doch nicht?

iPad Magazine wie das hochgelobte Wired Magazine verkauften sich zuletzt nicht mehr so gut wie zum Anfang.

Der erste große Hype um die iPad Magazine scheint vorbei zu sein. In einem Beitrag bei WWDMedia werden neue Statistiken des Audit Bureau of Circulations (ABC) zitiert, nach denen die iPad Magazine von Vanity Fair, Glamour, GQ, Men’s Health und selbst des hochgelobten Wired Magazines nach einem erfolgreichen Start eingebrochen seien. Doch daraus jetzt schon das Ende der iPad Magazine abzuleiten, bevor sie beim Leser erst richtig angekommen sind, ist dennoch schwierig.

iPad Magazine nach erfolgreichen Start zum Retter der Printbranche hochgejubelt

Keine Frage, Apple hat den Printverlagen mit dem iPad eine neue Absatzmaschine zur Verfügung gestellt. Viele große Medienunternehmen versuchten bereits seit Jahren ihre Printangebote in digitale Formen für das Web zu pressen, die nach ihrer Logik zusätzliche Gelder sprudeln lassen sollten und trotzdem nicht zur Kanibalisierung der eigenen Printerzeugnisse führen durften. Daran hatten sie schwer zu kämpfen und da kam ihnen das iPad gerade recht. Endlich hatten sie eine geeignete Plattform gefunden, mit der sie ihren Content auch digital monetarisieren konnten.

iPad Magazine wie das hochgelobte Wired Magazine verkauften sich zuletzt nicht mehr so gut wie zum Anfang.

Wired wird zum Star der iPad Magazine und verliert trotzdem Leser

Der Start verlief auch recht verheißungsvoll. Bemerkenswert war dabei vor allem das iPad Magazin von Wired, das sehr gut gemacht war und sich auch entsprechend gut verkaufte. Zwischen dem Start im Juli und September wurde monatlich im Durchschnitt rund 31.000 iPad Magazine verkauft. Doch schon im Oktober und November waren es nur noch 22.000 und 23.000.

Anderen iPad Magazinen erging es von der Tendenz her ähnlich, auch wenn sich die meisten digitalen Ausgaben auf einem anderen Niveau bewegen und nicht an die Zahlen von Wired heranreichen. Für WWD ist der Fall damit schon klar: iPad Magazine sind auf dem absteigenden Ast.

Normale Fluktuationen betreffen auch die iPad Magazine

Doch ganz so einfach ist es mit den sinkenden Verkaufszahlen dann doch nicht. Zunächst sollte man bedenken, dass der Start einer neuen Medienform, und als solche kann man die iPad Magazine durchaus bezeichnen, naturgemäß ein großes Interesse erzeugt. Ebenso natürlich ist es aber auch, dass unter den ersten Verkäufern auch Leser waren, die sich dann doch wieder verabschiedeten und die neuen digitalen Angebote nicht weiter nutzen.

Einige weitere interessante Argumente, warum die abnehmende Zahl der verkauften iPad Magazine durchaus keine Krise sein muss, liefert Mashable. Dort wurde nicht nur auf die Zahl der verkauften Digitalausgaben geschaut, sondern auch die Verkaufszahlen der Printausgaben vergleichend daneben gestellt. Und siehe da, die Kurvenverläufe ähneln sich zum Teil doch sehr.

iPad Magazine verkaufen sich ähnlich gut oder schlecht wie ihrer Printpendants (Bild: Mashable).

Daraus könnte man nun schließen, dass die iPad Magazine der gleichen natürlichen Fluktuation unterliegen, wie die Printmagazine. Für die Verlage ist das eher unschön, hofften sie doch eher auf das Gegenteil.

Warum die Verkaufszahlen der iPad Magazine nicht steigen

Darüber hinaus gibt es noch einige weitere Gründe, warum sich die Verkaufszahlen der iPad Magazine nicht weiter nach oben entwickelt haben, wie Mashable zurecht schreibt:

  1. Der Preis: 4,99 US-Dollar für einen digitalen Inhalt, der Unterhaltung für vielleicht 6 Stunden bietet, ist auf lange Sicht zu viel. Viele Inhalte gibt es in ähnlicher Form auch kostenlos im Web oder in anderer Form woanders günstiger.
  2. Schwierig zu finden: Für die Anbieter ist es nach wie vor schwierig ihre iPad Magazine so zu platzieren, dass sie aus der enormen Angebotsvielfalt herausragen.
  3. Fehlende Innovationen: Konnten die ersten Leser noch mit animierten Cover und interaktiven Grafiken für den Kauf begeistert werden, so sind weitere Innovationen danach ausgeblieben.
  4. Download-Größe: iPad Magazine mit einer Download-Größe von fast 200 MByte brauchen nicht nur Zeit bis sie auf dem iPad gelandet sind, sondern belegen da auch vergleichsweise viel Platz.

Sowohl Apple als auch die Inhalteanbieter werden sich überlegen müssen, wie sie die iPad Magazine weiterentwickeln, um sie für die Leser noch attraktiver zu machen. Abonnements könnten da ein erster Schritt sein.

Weiterführende Links:

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3 Reaktionen
nitramred

Ich nutze auf dem iPad momentan die App der "Zeit". Damit kann ich als Abonnent der Print-Ausgabe (noch) kostenlos die jeweilige Ausgabe runterladen und auf dem iPad lesen. Gerade bei der Größe der Zeit ist das unterwegs vom Handling durchaus praktisch - oder wenn die Print-Zeitung mal zu spät ausgeliefert wird. Ob ich aber noch mal extra dafür zahlen würde, den iPad-Service zu nutzen? Wohl nicht. Und vor die Wahl gestellt würde ich dann doch lieber die Print-Ausgabe weiter beziehen. So old school Zeitung lesen auf der Couch fühlt sich dann schon besser an. Außerdem kann man die Zeitung nach dem Lesen noch für viele lustige andere Dinge zweckentfremden!

Capital

Die iPads sind zwar alle schön und gut. Doch Jemand kauft sich eines und dann muss er auch noch etwas dafür bezahlen, die Informationen zu bekommen. Die Preise sind wirklich enorm hoch. Wenn ich mir überlegen für ein Magazin zahle ich so im Shop ca. 2,00 € oder 3,00 €. Aber 4,99 €?! Und das noch digital?! Das ist eindeutig zu teuer. Aber ich denke, da die Verkäufe zur Zeit sinken, werden auch bald die Preise sinken.

Dominik Walter

Wenn t3n im ähnlichen Verhältnis wie Wired iPad Magazine verkaufen würde, würde sich das nicht lohnen und ist die Zielgruppe nicht sehr Tablet affin?

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