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Das iPhone 5s im t3n-Test: So gut ist Apples Smartphone wirklich

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Umstieg vom iPhone 4S auf das iPhone 5s: Die Einrichtung

An dieser Stelle möchte ich auch noch erwähnen, wie reibungslos ein Umstieg auf ein neues iPhone ist. Apple bietet schon seit dem ersten iPhone die Möglichkeit einer kompletten Datensicherung des Telefons an. Dazu verbindet man es mit dem USB-Kabel mit einem Computer, öffnet iTunes und schon wird alles gesichert. Seit iOS 5 geht das auch komplett ohne Rechner und iTunes, denn seitdem kann man sein Backup in Apples iCloud speichern. Hier wird immer dann, wenn man sein iPhone lädt und ein WLAN in der Nähe ist, eine Sicherung angefertigt.

Richtet man jetzt sein neues iPhone ein, wird man gefragt, ob man es als neues Telefon einrichten oder aus einem Backup wiederherstellen will. Ich habe hier einfach die Sicherung meines iPhone 4S ausgewählt und nach knapp einer Stunde war alles wie vorher und ich konnte genau da weitermachen, wo ich auf dem 4S aufgehört habe. Alle Apps inklusive ihrer Einstellungen waren wieder da.

Die iCloud ist allerdings auf fünf Gigabyte kostenlosen Speicher begrenzt, wozu Backups, iCloud-Mail sowie Daten von Apps zählen, die sie in der iCloud speichern. Fotos im Fotostream zählen nicht dazu. Lässt man zusätzlich noch seine Fotos und Videos im Backup sichern (was standardmäßig eingestellt ist), kann es schnell knapp werden mit dem Speicherplatz. Allerdings bietet Apple Upgrades auf 15 Gigabyte für 16 Euro pro Jahr, 25 Gigabyte (32 Euro pro Jahr) sowie 55 Gigabyte (80 Euro pro Jahr) an. Andere Speicherdienst wie Dropbox sind da günstiger. Dort bekommt man 100 Gigabyte für umgerechnet 72 Euro im Jahr. Hat man mehr als ein iPhone beziehungsweise iPad und nutzt die Geräte mit dem selben iCloud-Account, wird man vermutlich nicht mit den kostenlosen fünf Gigabyte auskommen.

Die abgerundeten Kanten sollen diesmal haltbarer sein. (Foto: Dennis Wisnia)

Die abgerundeten Kanten sollen diesmal haltbarer sein. (Foto: Dennis Wisnia)

Einige US-Blogger haben vorgeschlagen, dass Apple einem soviel iCloud-Speicherplatz gratis geben sollte, wie man lokal auf allen Geräten zusammen hat. Wer also ein 16-Gigabyte-iPhone und ein 32-Gigabyte-iPad hat, sollte 48 Gigabyte von Apple bekommen. Angesichts der hohen Preise für iOS-Geräte und der geringen Kosten für Speicherplatz sollte Apple das eigentlich anbieten können.

Sichert man lokal per iTunes, hat man diese Beschränkungen oder Kosten nicht. Dort kann man soviel sichern, wie auf die eigene Festplatte passt. Die Sicherung per iCloud ist allerdings komfortabler, da man hier gar nichts mehr machen muss. Synchronisiert man nicht regelmäßig mit iTunes, wird man das Gerät nur zum Sichern auch nicht extra an den Computer anschließen.

WLAN-Zwang für manche Dienste

Für die iCloud-Sicherung braucht man ein WLAN zu Hause, eine Sicherung über Mobilfunk ist nämlich nicht möglich. Hier spielen vielleicht noch alte Verträge mit Netzbetreibern eine Rolle, denn im Prinzip kann es Apple ja egal sein, womit man sein Datenvolumen verbraucht. Wobei der Konzern da in letzter Zeit immer lockerer wird, mittlerweile darf man auch größere Apps per Mobilfunk laden. Waren es Anfangs noch maximal 20, später dann 50 Megabyte, kann man aktuell bis zu 100 Megabyte große Apps laden. Und mit FaceTime, Apples Videotelefonie-App, kann man mittlerweile auch über Mobilfunk telefonieren – anfangs ging das auch nicht. Allerdings kann man keine Filme und TV-Serien über Mobilfunk laden oder den automatischen Fotostream nutzen. Auch iOS-Updates funktionieren nur per WLAN oder eben über iTunes am Computer. Für die meisten dürfte das kein Problem sein, denn fast jeder hat ein WLAN zu Hause. Es ist zudem ziemlich praktisch, so etwas wie iMessages einfach über WLAN verschicken zu können, wenn man an Orten ist, wo man zwar WLAN, aber keinen Mobilfunkempfang hat.

Fazit

Wenn ich ein iPhone 5 gehabt hätte, wäre ich nicht auf ein 5s umgestiegen, sondern hätte noch ein Jahr auf das nächste Modell gewartet – so gravierend sind die Änderungen nicht. Dazu kommt, dass man ja auch immer etwas Neues haben möchte und da das 5s bis auf die Farben gleich aussieht, ist das eher langweilig. Da ich aber vom 4S komme, ist das für mich natürlich komplett neu. Von daher spreche ich für 4S-Nutzer oder Besitzer älterer Geräte eine klare Kaufempfehlung aus.

Im Vergleich zu vielen Android-Smartphones hat das 5s weniger Funktionen, allerdings muss ich man sich selbst fragen, ob man die denn unbedingt braucht. Das beste Smartphone ist nicht das mit den meisten Funktionen, sondern das am besten benutzbare, das seine Funktionen sinnvoll integriert. Da ist weniger dann oft mehr. Apple hat mit dem iPhone 5s eine solide Weiterentwicklung abgeliefert. Funktionen wie der Fingerabdrucksensor, der 64-Bit-Prozessor und das akkuschonende Aufzeichnen von Bewegungsdaten sind wegweisende Neuerungen, die uns sicher in der Zukunft auch bei anderen Herstellern begegnen werden.

Update vom 8. Dezember 2013: Ich habe jetzt auch noch die Sprachqualität getestet. Im Vergleich zum iPhone 4S klingt das 5s voller und weniger blechern. So richtig toll ist es nicht, es gibt also sicher andere Smartphones, die besser klingen. Ich hatte allerdings bislang keine Probleme. Ich konnte alle Gesprächspartner gut verstehen und diese auch mich. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich nicht viel telefoniere und das darum natürlich nicht repräsentativ ist. Was ziemlich gut funktioniert ist die Umgebungsgeräuschunterdrückung. Man kann eigentlich immer die Stimme gut verstehen und Hintergrundgeräusche werden recht gut unterdrückt (man hört sie noch, aber nicht übermäßig störend). Besser als beim 4S funktioniert diese aber in meinem Test nicht. Allerhöchstens minimal. Wie das iPhone 4S nutzt auch das 5s zwei Mikrofone um Geräusche zu unterdrücken. Beim 4S war das zweite Mikrofon oben neben der Kopfhörerbuchse. Seit dem iPhone 5 ist es auf die Rückseite zwischen Kamera und Blitzlicht gewandert, damit man besseren Ton bei Videoaufnahmen hat. Je nach Quelle der Hintergrundgeräusche kann das für bessere Ergebnisse sorgen.

Das iPhone 5s unterstützt wie auch das 5er HD-Voice. Das ist ein besserer Soundcodec, der eine Übertragung in höherer Qualität erlaubt. Im Vergleich zum normalen GSM-Codec wurde die Tonbandbreite auf 16 Kilohertz erweitert. Das sorgt für eine wesentlich bessere Sprachverständlichkeit. Um aber damit telefonieren zu können, müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein: Das Smartphones des Anrufers und des Angerufenen müssen dieses Codec unterstützen (was immer mehr neue Smartphones tun). Dann muss das Mobilfunknetz das unterstützen. Momentan tun dies aber nur Telekom und Vodafone. Außerdem muss man im UMTS-Netz sein, über GSM funktioniert das auch nicht. Leider hat man davon auch nichts, wenn man im Festnetz anruft, da diese wenn sie denn überhaupt HD-Voice unterstützen, leider einen anderen Codec nutzen. Und diese sind nicht kompatibel.

Wie seht ihr das? Lohnt sich der Umstieg auf das iPhone 5s oder sollte man in jedem Fall auf das nächste iPhone warten? Oder lieber gleich zu Android?

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18 Kommentare
Robert Hartung

„64 Bit braucht man, damit man mehr als vier Gigabyte RAM nutzen kann. “

Das ist wohl war, aber man darf eins nicht vergessen: 64 Bit bedeutet auch die Wortlänge des Prozessors. Somit kann man in einem Datenwort nun viel mehr unterbringen nämlich zuerst mal zwei 32 bit Worte. Bei einem Speicherzugriff holt man also unter Umständen 2 Worte.

Außerdem kann in einem 64 Bit wort z.B. die Addition von Zahlen (zwei 32 bit worte) zusammengefasst werden. Man spart teure Speicherzugriffe und Energie.

Also da steckt mehr dahinter, als nur > 4 GiB RAM. Leider ist das für den regulären Kunden wohl uninteressant ;)

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Sebastian Düvel
Sebastian Düvel

@Robert: Das ist völlig korrekt was du schreibst, allerdings ist der Performance-Gewinn dadurch eher zu vernachlässigen. Ja, er ist vorhanden, aber eher mess- als spürbar. Wollte das nicht unnötig verkomplizieren. :-)

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Gustave
Gustave

Danke für den ausführlichen Test. Steige in den nächsten Tagen ebenfalls vom 4s auf das 5s um und bin nun noch mal bestärkt in meiner Entscheidung.

Dass das 4s hinsichtlich der Geschwindigkeit mittlerweile in die Jahre gekommen wäre kann wohl wirklich niemand behaupten (vor allem nicht in Hinblick auf die ruckelnden Konkurrenz-Smartphones… ). Bei der täglichen Nutzung gibt es aber doch immer mal wieder Bereiche (öffnen / schliessen / wechseln von Apps) in denen die Bedienung ein wenig träge wirkt. Vielleicht ist man aber auch verwöhnt von dem Wow-Effekt in der ersten Zeit der Nutzung (vor allem wenn man wie ich von Android zu iOs wechselte.) Da war erstmal alles unglaublich schnell.

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ChriMi
ChriMi

Hi,
Danke für den Artikel. Leider konnte ich aber nichts über die Telefonqualität lesen. Wurden diese gegenüber dem 4S verbessert (Empfangs/Sendequalität)? Hatte jetzt mal länger einen Vergleich mit einem BB Q10 und da wäre ich fast soweit gewesen, fürs telefonieren nur noch das Q10 zu verwenden.

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MaxK
MaxK

„Im Vergleich zu vielen Android-Smartphones hat das 5s weniger Funktionen, allerdings muss ich man sich selbst fragen, ob man die denn unbedingt braucht.“

Ihr entdeckt es schon ;-)

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Sebastian Düvel
Sebastian Düvel

@ChriMi: Telefonieren ist voll 90er, aber extra für dich werde ich das am Wochenende noch testen. :-)

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ChriMi
ChriMi

*g* – Danke :-)

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Sebastian Wagner

Toller Artikel, der endlich mal mehr in die Tiefe geht als die sonstigen 5s Berichte, die man so kennt.

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Sebastian Düvel
Sebastian Düvel

So, Update zur Sprachqualität ist jetzt drin.

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ChriMi
ChriMi

Danke für das Update. Ich bin echt am Überlegen, mein 4S in Rente zu schicken und das 5S zu erwerben. Das Aufzeichnen von Bewegungsdaten sowie der Fingerabdruck Home-Button sind meine persönlichen Highlights. Mit den Empfangs- und Sendeeigenschaften muss ich vorher noch testen, im Büro zu Hause habe ich mit dem 4S doch einige Empfangsprobleme.

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