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Test

Diese iPhone-App lässt euch einen Webbrowser mit den Augen steuern

Mit einem Cursor markiert die App den erkannten Blick des Nutzers. (Screenshot: Hawkeye Access / t3n)

Das Smartphone nur mit dem Blick steuern? Das funktioniert noch nicht zu 100 Prozent, aber ein Test der App Hawkeye Access zeigt: Es geht voran. 

Apple bemüht sich in Sachen Barrierefreiheit. Es gibt inzwischen sehr gute Stimmen für das Vorlesen in iOS und diverse Bedienungshilfen in den Einstellungen, die je nach Einsatzzweck des Geräts konfiguriert werden können. Und auch die Integration der App Workflow als Kurzbefehle in iOS 12 ist nicht nur eine Zeitersparnis, sondern auch der Barrierefreiheit dienlich.

Nur komplett ohne die Betätigung von Tasten oder des Touchscreens kommen Nutzer noch nicht aus. Daran wird sich auch kurzfristig nichts ändern, aber Konzepte wie die App Hawkeye Access zeigen, wohin es in Zukunft gehen kann.

Mit Hawkeye Access navigiert ihr per Blick durch Websites

Der Startbildschirm der App bietet einige Favoriten an, über das Web-Icon lässt sich jede beliebige Website ansteuern. (Screenshot: Hawkeye Access / t3n)
Der Startbildschirm der App bietet einige Favoriten an, über das Web-Icon lässt sich jede beliebige Website ansteuern. (Screenshot: Hawkeye Access / t3n)

Die App ermöglicht es, im Web zu surfen, und wird dabei komplett per Blickkontakt gesteuert. Dafür benötigt es auf Nutzerseite ein iPhone der Xer-Reihe, da die True-Depth-Kamera, die auch für Face-ID genutzt wird, vonnöten ist. Bei jedem Neustart von Hawkeye Access muss zuerst eine Kalibrierung vorgenommen werden. Dafür schaut der Nutzer jeweils oben, unten, rechts und links auf vorgegebene Punkte.

In den Einstellungen lässt sich dann noch die Sensitivität der App sowie die Methode des „Klicks“ festlegen. Dafür stehen ein Blinzeln, Lächeln oder die automatische Auswahl nach längerem Ansehen zur Verfügung.

Der Startbildschirm der App zeigt einige Favoriten wie Google, Facebook oder Instagram, es lässt sich aber auch jede beliebige URL ansurfen. Über einen Cursor signalisiert die App, wo auf dem Display der Blick gerade erkannt wird.

Klickbare Elemente werden beim Hovern hervorgehoben und können je nach Auswahl per Blinzeln, Lächeln oder mit dem verweilenden Blick geklickt werden. Das Scrollen nach oben oder unten funktioniert über die Betätigung eines Pfeils, der oben oder unten auf einer Seite erscheint. Über einen Pfeil auf der linken Seite kann zurück navigiert werden. Die Eingabe von Suchbegriffen erfolgt über eine Spracheingabe.

Im Test funktioniert die App – wenn man weiß, wie man sie behandeln muss

In einem kleinen Test innerhalb der t3n-Redaktion erkennt die App unterschiedliche Gesichter zuverlässig, auch ein Brillenträger stellt kein Problem dar. Die ersten Versuche bei jedem Kollegen sind eher hakelig. Nach mehreren Versuchen wird es immer einfacher, die App mit dem Blick zu steuern.

Die beiden größten Schwierigkeiten bei der Bedienung sind das Stillhalten von Smartphone und Kopf. Denn: Nur wenn sich beides nicht großartig bewegt, funktioniert die Erkennung und damit auch die Bedienung zuverlässig. Verständlich, dass die Bewertungen im iOS-App-Store da noch eher durchwachsen sind.

Es empfiehlt sich, die App im Sitzen zu bedienen und sich nach der Kalibrierung beim App-Start nicht mehr zu bewegen. Dann bringt die App Spaß beim Ausprobieren und schon bald surft der Nutzer erfolgreich durchs Internet, egal ob auf t3n.de oder beim Onlineshopping.

Laut den Machern soll die Funktion zukünftig in weiteren Apps Einzug erhalten. Dafür müssen diese das SDK von Hawkeye Access integrieren, da die App durch die iOS-Restriktionen natürlich nicht das gesamte Gerät steuern darf. Das sollte es in seinem aktuellen Stadium vielleicht auch besser nicht, sonst ist in den iOS-Einstellungen schnell mal genau die Bedienungshilfe aktiviert, die man eigentlich gerade nicht wollte.

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