News

Ist der Boom jetzt vorbei? ICO-Investitionen so gering wie zuletzt im Mai 2017

ICO-Boom (vorerst) gestoppt. (Bild: Shutterstock/Anastasiia Bakai)

Ist der Hype um kryptobasierte Finanzierungen vorbei? Zumindest ist das Volumen der ICO-Investitionen im August stark eingebrochen – auf das Niveau vom Frühjahr 2017.

Anfang dieses Jahres konnten Startups über sogenannte Initial Coin Offerings (ICO) noch sehr viel Geld einnehmen. Im Dezember, Januar und Februar belief sich die Summe der Einnahmen über die kryptobasierten Finanzierungen jeweils noch auf rund drei Milliarden US-Dollar. Im Juli standen immerhin noch 1,5 Milliarden Dollar zu Buche. Im August erfolgte dann noch einmal ein weiterer heftiger Einbruch: Nur noch 326 Millionen Dollar haben Startups weltweit in den vergangenen Wochen per ICO an Geldern einwerben können, wie Bloomberg unter Berufung auf Daten von Autonomous Research berichtet.

ICO: Investitionen im August so niedrig wie seit 16 Monaten nicht mehr

Weniger Investitionen in ICOs als im August gab es zuletzt im April 2017, also bevor der in schwindelerregende Höhen steigende Kurs von Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum einen Boom auch bei ICOs auslöste. Zur Verdeutlichung: Im Jahr 2017 haben Blockchain-Startups über ICOs weit mehr Geld eingenommen als über den Risikokapitalmarkt. Das damals in der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannte israelische Startup Bancor konnte im Sommer 2017 bei einem ICO innerhalb von nur drei Stunden rund 153 Millionen US-Dollar einsammeln.

Wegen der großen Verdienstmöglichkeiten schauten viele Investoren aber offenbar kaum mehr darauf, wem sie da ihr Geld gaben. Laut einer Analyse von Blockchain.com waren knapp die Hälfte aller Blockchain-Projekte, die 2017 ein ICO durchgeführt hatten, schon Anfang 2018 gescheitert – obwohl sie insgesamt mehr als 100 Millionen Dollar eingesammelt hatten.

Zum Abflauen des Hypes haben aber sicher vor allem die Warnungen von Branchenexperten und Behörden wie der US-Börsen- oder der deutschen Finanzaufsicht vor dem Risiko von ICOs beigetragen. China und Südkorea hatten ICOs im vergangenen Jahr sogar komplett verboten. Jordan Belfort, alias „The Wolf of Wall Street“, hatte ICOs als den „größten Schwindel aller Zeiten“ bezeichnet.

Ebenfalls interessant: Nach dem ICO-Hype – Jetzt kommt ILP

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung