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Gadgets & Lifestyle

Cherry, NVIDIA, Soundblaster und Co.: Was aus den IT-Pionieren der 90er wurde

Die „Matrox Mystique“. (Foto: vgamuseum.info)

Pearl Jam, Nirvana, Inline-Skates, Diddl-Mäuse und Windows 95. Das waren die 90er. Mit günstigen PCs und Windows als Betriebssystem boomte die gesamte Software- und IT-Branche. Ein Rückblick auf die Anbieter von einst – und ein Blick auf das, was aus ihnen geworden ist.

Vor fast 20 Jahren hat Microsoft mit Windows 95 ein Betriebssystem veröffentlicht, das allen Unkenrufen zum Trotz wegweisend war. Windows 95 versprach mit „Plug and Play“ die einfache Installation neuer Hardware, was den Markt für neue Gerätehersteller geöffnet hat. Auch für den Softwaremarkt hat sich Windows 95 zusammen mit dem PC-Boom der 90er-Jahre als Segen erwiesen. PCs wurden erschwinglich und sollten bald in fast jedem Haushalt Einzug halten.

Die 90iger waren für die IT-Branche ein wichtiger Nährboden. Günstige Hardware und Windows sorgten für neue Gadgets, Spiele und Software. Deshalb blicken wir in einer kleine Serie zurück auf die Pioniere dieser Zeit, die Gründer, Visionäre und Marktführer. Der erste Teil widmet sich heute den wichtigsten Hardware-Anbietern von damals – und wirft einen Blick darauf, was heute noch von ihrem Glanz übrig ist.

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Vor allem grau – PCs in den 90ern. (Foto: © Feng Yu – Fotolia.com)

Teurer Spaß: Computerhardware in den 90ern

Wer trotz unzähliger Anleitungen der ebenfalls unzähligen PC-Magazine seinen PC nicht selber bauen wollte oder konnte, kaufte in den 90er-Jahren bei einem Computerhändler. Für einen kompletten PC – wie zum Beispiel den „Dell Dimension XPS P200s“ mit Intel-Pentium-Prozesssor (200 Megahertz) und 16 Megabyte Ram inklusive Monitor – musste man 1996 fast 6.000 Mark auf die Ladentheke blättern. Einen Apple-Power-Macintosh 440/200 gab es schon für 2.600 Mark – allerdings ohne Monitor.

Neben Dell waren in Deutschland vor allem Vobis und Escom als Computerhändlern aktiv. Escom musste 1996 die Flügel strecken, nach dem man sich unter anderem im Weihnachtsgeschäft verkalkuliert hatte. Vobis ist heute noch im PC-Vertrieb tätig. Ambitionierte Bastler bauten sich den PC allerdings selbst zusammen, und genug Auswahl gab es. Eine Übersicht beliebter Marken von damals.

Das Herzstück: Motherboard und Prozessor

Die Hersteller der Motherboards von heute waren auch die Hersteller von einst. Asus, Gigabyte oder Elitegroup stellen heute wie damals die wichtigen Bauteile her. Für ein Motherboard musste man zwischen 150 und 300 Mark bezahlen.

Prozessoren hingegen waren Glaubenssache. Während viele auf Intel-Prozessoren schworen, griffen andere zu den günstigeren AMD-Prozessoren. Gerade bei Spielern war bei Intel der „Celeron 300A“ beliebt, der sich von 300 Megahertz leicht auf 450 Megahertz übertakten ließ. Bei Spielen hatte AMD lange Zeit keine Chance gegen Intel, was sich erst Ende der 90er-Jahre mit dem „AMD Athlon“ ändern sollte. AMD ist nach Intel auch heute noch der zweitgrößte Prozessorhersteller der Welt.

Intel Celeron
(Foto: Wikipedia / Qurren – GNU Freie Dokumentationslizenz)

Mehr Speicher! Die Festplatte

Festplatten hatten in den 90er-Jahren noch Kapazitäten, die im einstelligen, maximal niedrigen zweistelligen Gigabyte-Bereich lagen und von IBM, Seagate, Maxtor oder Quantum kamen. Quantum gehörte zum zweitgrößten Festplattenhersteller der Welt – Anfang 2000 aber verkaufte man die Festplattenbereich an Maxtor. Maxtor wurde nur fünf Jahre Später wiederum von Seagate übernommen.

Während sich bei Segate-Festplatten der Wortwitz „Segate oder Seagate nicht“ (Sie geht oder Sie geht nicht) etabliert hatte, waren gerade die Platten von Maxtor und Quantum für gute Qualität bekannt. Die „Maxtor Diamond Max 8700A8“ kostete 1997 schlappe 840 Mark.

Grafikkarten: Hightech aus Kanada oder Aachen

Wer genügend Geld hatte, gönnte sich eine Grafikkarte von Matrox. Gerade im Spielebereich und bei Grafikern beliebt war die „Matrox Mystique“ oder die „Millenium“. Matrox, ein Familienunternehmen aus Kanada, scheute allerdings Investitionen in den 3D-Spielemarkt, was dazu führte, dass die Firma nicht konkurrenzfähig bleiben konnte. Heute ist Matrox noch immer aktiv – vor allem aber im medizinischen Umfeld. Aber auch Hersteller wie ATI, Elsa, Miro oder Hercules boten Grafikkarten jeglicher Ausstattung an. Eine günstige ATI-Grafikkarte mit zwei Megabyte gab es 1998 für knapp 100 Mark, die teure „Matrox Mystique“ mit vier Megabyte für 400 Mark.

Miro wurde 1997 von Pinnacle gekauft, ATI wurde von AMD übernommen. Bei Elsa (Elektronische Systeme Aachen) führten gute Qualität und Treibersupport zu einem raschen Wachstum. 1998 folgte der Börsengang der Elsa AG am neuen Markt, der aber dann 2002 zur Insolvenz führte. Aus Teilen des Unternehmens entstanden neue Firmen wie zum Beispiel die devolo AG, die den Kommunikationsbereich von Elsa fortführte. Die Namensrechte wurden an taiwanesische Investoren verkauft. Heute ist die ELSA Technology Inc. vor allem in Taiwan im Bereich der LED-Technik aktiv.

Matrox Mystique
Die „Matrox Mystique“. (Foto: vgamuseum.info)

Eine beliebte Kombination bei Spielern war eine Matrox-Grafikkarte für 2D und die Zusatzgrafikkarte „Diamond Monster 3D“ mit dem Voodoo-Graphics-Chip von 3dfx Interactive, die 1996 auf den Markt kam. Zum Preis von 350 Mark bekamen verpixelte Spiele mit Hilfe der „Monster 3D“ eine beeindruckende Bildverbesserung und waren zu dem flüssig spielbar. Der Unterschied war für damalige Verhältnisse atemberaubend, was zu einer großen Beliebtheit der Zusatzkarte führte. Sie wurde zudem fast zeitgleich mit dem Ego-Shooter Quake von ID Software veröffentlicht, was ebenfalls zur Verbreitung der Karte beitrug.

Dem Voodoo-Chip folgte die „Voodoo 2“ und letztendlich auch die „Voodoo 3“. Letztere war wenig erfolgreich, da in der Zwischenzeit auch andere Grafikkartenhersteller eigene Lösungen mit mehr Funktionen auf den Markt gebracht hatten, wie beispielswiese NVIDIA mit der Riva TNT. Anfang 2000 wurden die Patente von 3dfx Interactive an NVIDIA verkauft und 3dfx Interactive als Unternehmen aufgelöst.

Von wegen flach: Monitore in den 90ern

Zur Grafikkarte gehörte ein guter Monitor. Beliebt waren Röhrenmonitore von iiyama, Phillips und Samsung. Entsprechend teuer konnte ein iiyama-Monitor sein – ein 17-Zoll-Vision-Master des Unternehmens schlug 1998 mit 1.200 Mark zu Buche, ein 15-Zoll-Monitor von Samsung immerhin noch mit 750 Mark. Anders als LCD- oder TFT-Monitore waren Röhrenmonitore recht groß.

Iiyama war einer der ersten Hersteller, die sogenannte Shortnecks einsetzten – Röhrenmonitore mit geringer Bautiefe. Heute produziert iiyama mit Firmensitz in Japan ausschließlich LCD-Flachbildschirme. Neben dem Unternehmen kamen Monitore auch von NEC oder Fujitsu-Siemens.

Bass, Bass, wir brauchen Bass: Soundkarten

Marktführend bei Soundkarten war vor allem Creative, aber auch Terratec erfreute sich großer Beliebtheit. Zwar gab es auch günstige Varianten anderer Hersteller, aber Creative war das Maß der Dinge. So wurden viele Programme und Spiele auf die „Soundblaster“ von Creative optimiert.

Während Creative noch heute tätig ist, musste TerraTec im Oktober 2012 Insolvenz anmelden und die Markenrechte an die Ultron AG abgeben.

Creative Soundblaster
Creative Soundblaster – hier als PCI-Variante (Foto: Wikipedia / Konstantin Lanzet – GNU Freie Dokumentationslizenz)

Bin ich schon drin, oder was? Das Modem

Wer ins neue World Wide Web wollte, brauchte als erstes ein Modem und einen Internet-Provider. Die Kosten für ein Modem hingen von der Übertragungsrate ab. 1997 kostete ein 28.800-Baud-Modem knapp 250 Mark. Eine passive ISDN-Karte für den ISA-Slot von Fritz gab es schon für unter 200 Mark. Zu den wichtigsten Herstellern gehörten Dr. Neuhaus und Elsa.

Dr. Neuhaus war neben ELSA einer der ersten Hersteller von Modems mit Postzulassung für den Privatanwender. Während in den 90ern Privatanwender zur wichtigen Zielgruppe zählten, ist Dr. Neuhaus heute vor allem in der Produktion von GSM- beziehungsweise GPRS-gestützten Kommunikationslösungen zur drahtlosen und drahtgebundenen Datenübertragung tätig. Die Dr. Neuhaus Telekommunikation GmbH hat ihren Sitz in Hamburg.

Lange vor Dropbox und Co.: Backups mit ZIP-Speichern

Cloud-Speicher wie Dropbox und Co. gab es in den 90ern noch nicht, an solche Dienste war noch nicht mal zu denken. Stattdessen wurden Backups auf Bandlaufwerke oder externe Iomega-ZIP-Disketten gespeichert. Diese speziellen Disketten kamen mit einer Kapazität von 100 Megabyte daher.

CD-Brenner waren noch unerschwinglich und erst Ende der 90er-Jahre zu einem verträglichen Preis zu haben. Sogenannte Singlespeed-Brenner schrieben die Daten dann mit 150 Kilobyte pro Sekunde auf den sündhaft teuren Rohling.

Iomega Zip-Drive
Nach 100 Megabyte war Schluss – Backup mit dem Iomega-ZIP-Drive (Foto: Wikipedia / KMJ – GNU Freie Dokumentationslizenz)

Cherry und Logitech: Die Peripherie

Tastaturen kamen von Cherry, Computermäuse von Logitech. In den 90er-Jahren hatte Logitech bei Tastaturen noch keine nennenswerte Bedeutung. Dieses Feld war vor allem Cherry oder IBM vorenthalten. Das änderte sich aber immer mehr, sodass Cherry im Endkundensegment Marktanteile an Logitech verlor und heute vor allem im professionellen Bereich tätig ist.

Logitech wiederum hat das Portfolio in den letzten 20 Jahren immer weiter ausgebaut und bietet heute Lautsprecher, Tastaturen, Spiele-Controller oder Fernbedienungen an.

Test: 16 „preiswerte PCs“ in der Dezemberausgabe der Chip. (Screenshot: E-Paper Chip)
Test: 16 „preiswerte PCs“ in der Dezemberausgabe der Chip. (Screenshot: E-Paper Chip)

Zusammenfassung: Die Generation X und ihre Gadgets

Als Teil der Generation X kann sich der ein oder andere vielleicht noch an diese Zeit erinnern. Mauspads wurden mit Silikonspray eingesprüht, um bessere Gleitfähigkeit beim Zocken zu haben. Und bei jedem Problem wurde erst mal der „Microsoft Regcleaner“ gestartet. Überhaupt wurde viel getweakt und getüftelt, um das letzte Quäntchen aus dem System rauszuholen.

Bei manchen Marken dachte man damals, man würde nie wieder etwas anderes kaufen. Heute stellt man fest, dass man sich an viele Unternehmen gar nicht mehr erinnert. Einige davon gibt es nicht mehr, andere haben den Fokus auf neue Bereiche gelenkt.

Im zweiten Teil unserer kleinen Serie schauen wir uns die Software-Anbietern an. An welche Anbieter denkt Ihr gerne zurück?

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13 Reaktionen
Tobias

@Micha:
Ich kann das nicht bestätigen. Mein MBP ist jetzt mind. 7 Jahre alt. Früher hatte ich die PCs alles einzeln gekauft, alle einzelnen Komponenten gekauft, immer wieder ersetzt oder erneuert, mit neuer CPU wurde immer wieder ein neues Motherboard nötig und damit in der Regel auch immer neuer Arbeitsspeicher (weil der Typ nicht unterstützt wurde ... ich habe EDO-RAM, DDR-RAM, SD-RAM und mehr ...) und dies musste oft ersetzt werden, damit die neuen Betriebssysteme mit neuen Programmen nutzbar sind ...

Ich habe damals sehr viel Geld und sehr viel Zeit dafür aufgewendet. Jetzt ist es zwar blöd, dass ich beim Mac Mini oder MBP kaum noch etwas erweitern kann, ABER ich muss in der Regel NICHTS erweitern und spare sehr viel Zeit. Zeit ist jetzt für mich als Erwachsener unglaublich kostbar geworden. Deshalb bin ich auch bereit mehr Geld für Macs auszugeben, weil ich dadurch viel Zeit spare (auch wegen dem phänomenalem Support) und Zeit ist bekanntlich Geld. Vielleicht hast du keine gut bezahlte Arbeit, aber bei mir wirkt sich Zeitverlust finanziell enorm aus.

Micha

Vielen Dank für die Erinnerungen, das war eine tolle Zeit. Heute wird ein flaches Notebook von der Stange gekauft - was schade ist, weil die Lebensdauer nur 1-2 Jahre ist und man selbst nichts mehr upgradet. Damals hielt so eine Kiste unterm Tisch länger und machte Spaß, diese zu erneuern!

Tobias

@Tarulia:
Das ist schwierig zu sagen, ob nur die Treiber daran schuld waren. Win XP war viel stabiler als Vista. Es hatte auch 64 Bit, wenn man dies brauchte. Aber natürlich kann es sein, das 64 Bit mit XP kaum verbreitet war und schon damals die Treiber für 64 Bit nicht gut waren.

Ein großer Vorteil von Vista war, dass es endlich UTF8 als Charset statt das alte ISO8559-1(5) nutzte. Dies war vermutlich einer der Hauptgründe, weshalb viele Programme mit Vista immer wieder Probleme hatten. Zudem verlangte Vista unglaublich viel Leistung von Rechner. Alleine deshalb wurde vor Win 7 auf Netbooks oft nur Win XP vorinstalliert. Win Vista ist endlich seit SP3 stabil und einigermaßen Performanz geworden, aber dies geschah zum Zeitpunkt, als Win 7 veröffentlicht wurde. Und unter Win 7 musste ich bei einem Notebook Win Vista Treiber installieren. Dennoch ist Win 7 mit den Vista Treibern stabiler.

Wenn man objektiv ist, muss man zugeben, dass Vista ein Griff ins Klo war.

Tarulia

Cherry ist heute nicht nur im professionellen Bereich aktiv, die fertigen auch für andere Hersteller noch Bauteile und tastaturen. Kann mir denken dass diverse Noname Tastaturen heute auch noch von Cherry kommen.

@Tobias, entgegen allen gemeinläufigen Behauptungen war Vista eigentlich recht stabil und mMn gar nicht mal so schlecht. Das Problem waren vielmehr die Treiberhersteller, die damals einfach viel zu lang brauchten um ihre Treiber auf die neue Architektur umzustellen (herrgott, es gibt heute noch vereinzelt Treiber die nicht umgestellt sind), was zu diversen Crashes führte. Ottonormalverbraucher fragt natürlich (verständlicherweise) nicht danach woher die Crashes kommen, schließlich will man nur arbeiten und dann ist Windows eben doof. Es geriet dann eben schnell in Verruf (auch und vor allem in der Presse) und kaum ein Privatanwender wollte umsteigen (zumal es abgesehn von der 64 bit version keine großen Fortschritte gegenüber dem "guten alten XP" gab), was mMn wohl auch das Problem von Win8 ist, aber das is ne andre Sache.

Mit Vista konnte man im Grunde gut arbeiten wenn man sich eben drauf eingelassen hat und vor allem dann mal anständige Treiber released wurden...

Tobias

Stimmt eigentlich, wenn ich mir die Definition von Wegweisung durchlese. Die Frage ist, ob MS ohne den vielen Vorbildern auch auf die Idee gekommen wäre. Aber das wäre wieder die berühmte Fahrradkette ("Hätte, hätte, Fahrradkette ...").

Übrigens: Win NT 4 kam nach Win 95 heraus. Es war ein gemeinsames Projekt von MS und IBM. Nur gab es einen mächtigen Streit, weshalb MS Win NT 4 und IBM OS/2warp veröffentlichte. Wegen der Marktmacht setzte sich NT 4 durch, obwohl OS/2 viel besser war. Z.B. Banken setzten es noch lange bei Servern ein, was durch Verkauf an eine andere Firma zu EvomStation umbenannt wurde. Aber auch das ist inzwischen nahezu hinfällig, da Ecom die OS/2 Basis kaum weiterentwickelte. Deshalb findet man zumindest in NT 4 viele Systemdateien mit dem Text "os2" als Bestandteil des Namens. Dies kann jeder mit einer einfachen Suche nach dem String "os2" selbst bestätigen, falls es noch jemand hat und z.B. in einer VM wie bei mir installiert ist.

Maik Klotz

Nunja, ich finde es schon wegweisend wenn 1997 auf jeden Mac ca. 17 PCs mit Windows 95 kamen. Es gab natürlich vor Windows 95 andere Betriebssysteme und technisch gesehen war NT Windows 95 überlegen - in der Masse kam aber eben Win 95 zum Einsatz ;-)

Tobias

Es ist vollkommen unsinnig zu sagen, dass Win 95 wegweisend war. Es gab lange vorher Macs, Amigas, Ataris und jegliche Computer mit einem graphischem Betriebssystem. Win 95 erschien erstaunlich spät. Aber da MS mit DOS ca. 90% Marktmacht hatte, stiegen viele zwangsweise um und vollführten endlich einen kleinen Fortschritt. Erst mit Win NT gab es endlich ein hinreichend stabiles OS, was Macs, Amigas, Ataris und Linux/Unix schon längst waren.
Seitdem alle Win 9x Kernel OS ausgestorben sind, ist Win teilweise sogar sehr stabil geworden (abgesehen vom Reinfall Vista).
=> Wegweisend war Win 95 NICHT, aber es wegen der Marktmacht der Hauptgrund, weshalb endlich viele Computer moderner wurden.

Kultur-Güter

Gibts eigentlich Museen o.ä. dafür ?
Gerne auch wo weniger Rechtsrisiken bestehen nur weil man z.B. versehentlich ein gefälschtes Produkt ausgestellt hat oder ein Zeitschriften-Exemplar welches eingezogen wurde im Online-Museum listet.
Manche Sammler-Verzeichnisse sind teilweise nett gemacht aber der Schwerpunkt sind wohl eher Münzen und Briefmarken obwohl in den Zeitungen immer wieder Rentner berichtet werden welche Kulturgüter wie DDR-Haushalts-Waren, Holz-Radios, Bier-Flaschen, Werbe-Kugelschreiber,... sammeln. Die findet man aber fast nicht wenn man mal eine Kiste z.b. C64-Magazine oder CD-Rom-Laufwerke o.ä. entsorgen will.
Auch Bücher will erfahrungsgemäß keiner haben. Also mit Bonavendi scannen und überwiegend für 0 Euro einem Reseller geben. Wie wenig Schallplatten bringen sieht man in diesen Trödel-TV-Sendungen.
Schade um die vielen Kulturgüter die im Schredder landen weil sie keiner haben will :-( Sowas ärgert einen.
Auch weil man alte Firmen/Win95/WinXP-PCs/Schul-PCs/Entwicklungs-Hilfe-PCs/... mit mehr RAM-Speicher aus "Elektronik-Schrott" oft problemlos doppelt so schnell bekommt.

Die Historie (ich glaube von Schilling selber berichtet) war, das die Pentium-PCs damals mit der (2000 DM teuren ?) CD-Brennsoftware überfordert waren und die Datenrate für 2x-Brennen (300 kb/sek) nicht liefern konnten auch weil RAM teuer war und die Brenner (oft SCSI!, Adaptec war die Firma) wohl nicht so viel davon hatten. CDs mit 750 MB waren größer als manche 105(104,8*10^6, 100*2^20) MByte große Festplatte und taugten gut zur Archivierung.
Die 60x-Speed-Angaben auf frühen SD-Karten basieren auch auf dem 150kbyte/sek von CD-Laufwerken glaube ich. 1x-Speed bei DVD und Bluray hingegen sind andere Datenraten und wurden leider nie vorausschauend verbessernd definiert. Also weil 2x zu problematisch war, wurde 1x auch ermöglicht. 70 Minuten !

Wie schrieb neulich jemand so in etwa in einem Forum: "Mein Windows-95-PC hatte nur 32 MB RAM und 133 (?) MHz und konnte mehr als mein Android-Handy mit 1000 MHz, Multicore, 1 GB RAM, 8 GB Flash."
Früher konnte man seine Betriebs-Systeme jahrelang updaten ! Siehe MacOS oder iPhone 3gs oder sogar Windows oder auch Linux.

Ich glaube die üblichen Preise waren 1000 DM für einen PC und halt noch den Monitor. So viel geändert hat sich also nicht.

Amujan

Das Mitsumi CD-ROM Laufwerk für 700 €, damit man Rebel Assault spielen konnte. Auf seinem Highscreen PC von Vobis <3

Thomas M.

Ich hätte hier noch ein gutes Dutzend ZIP-Medien rumliegen. Gegen Porto/Abholung gebe ich die gerne weg.

Chris

Sehr geiler Artikel. Danke für die Reise in die Vergangenheit.

Paperjack

Mein 1. "Computer" war ein 286er mit 33Mhz und einer 20MB Festplatte. Dazu gabs dann noch einen STAR LC 20 Drucker.

Mir fallen noch Norten Commander, Maxis (Sim City 2000) und Accolade (Test Drive) ein.

Wilz

Na ja, 6000 Mark haben die normalen Systeme nicht gekostet. Das Dell-System war vermutlich eher eine Workstation, womöglich noch mit dem damals sehr teuren Pentium Pro. Für Leute mit dünneren Brieftaschen gabs übrigens auch noch die CPUs von Cyrix.

Monitore waren auch nicht unbedingt sooo teuer. Kann mich an einen No-Name-14-Zöller für 300 Mark erinnern. Der hatte aber nur eine Auflösung von 640x480.

An Software-Firmen fallen mir Lucas Arts, Sierra und Steinberg ein. Und natürlich (im weitesten Sinne) Compuserve. GO INTERWEBS! :)

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