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Interview

IT-Recruiting mal anders: Wenn die Bewerbung zum Spiel wird

(Foto: youngtargets)

Young Targets setzt beim IT-Recruiting auf sogenanntes Recruitainment. Gründer Lutz Leichsenring verrät, wie es dazu kam und was Recruitainment ausmacht.

1999 wurde Young Targets als Internetfirma gegründet und organisierte anschließend Musikveranstaltungen, bei denen Studenten an einer Shuttle-Kneipen-Tour teilnehmen konnten. 2007 kamen erstmals Unternehmen auf Young Targets zu, waren von der Reichweite unter Studenten überrascht und wollte diese für ihr Recruiting nutzen. Statt auf Jobmessen setzt das Unternehmen auf neue Formate, di der „Generation Y“ mehr bietet. Und so entstand die erste aller Recruitainment-Formen: Der Jobshuttle in Karlsruhe.

Recruiting wird zu Recruitainment

Inzwischen gibt es nicht nur den Jobshuttle, sondern auch zwölf weitere Recruitainment-Formate. Dazu zählen zum Beispiel der Hackathon für Recruiting, wo Unternehmen als Mentoren dienen, und „Crack-the-Code“, ein Event, welches in einem Escape-Room stattfindet und auch genauso verläuft, hierfür werden allerdings schon gewisse Skills vorausgesetzt. Weitere Beispiele der vielen Formate sind ein prozessoptimiertes BBQ, „Java-BBQ“, „Case-Chase“, was dem Brettspiel Monopoly ähnelt – hier gibt es zusätzlich die „Berater-Karte“, wodurch ein Berater das Team coachen kann – und auch das dem Geo-Cashing ähnelnde „Code-Cashing“.

Der Jobshuttle zähle allerdings zu den beliebtesten Events, gefolgt vom Escape-Game, berichtet Lutz. Neu ist übrigens das erst vor einer Woche eingeführte „Jobreloaded“, ein Format, das auf der Droidcon veranstaltet wird, die in 23 Ländern stattfindet. Hier geht es darum, die Entwickler und Unternehmen mit Hilfe der Konferenz zu vernetzten.

Bewerbungsverfahren mal anders

Beim Recruitainment sucht man vergebens nach Bewerbungsunterlagen. Wer bei solch einer Tour mitmachen will, füllt online ein Skillprofil aus, das sich Young Targets genauer anguckt und ungeeignete Bewerber gegebenenfalls aussortiert. Wer es durch den „Selektionsprozess“ geschafft hat, kann sich auf spannende Events freuen. Das Bewerbungsverfahren wird also einmal umgedreht, denn durch ein „Get Together“ lernen sich Unternehmen und Studenten besser kennen.

Auf den Events gehe es vor allem um das Miteinander zwischen den Unternehmen und Teilnehmern und um das gemeinsame Erleben in lockerer Atmosphäre, erzählt Lutz. Darüber hinaus können Unternehmen ihre Kultur erlebbar machen und jungen Talenten aufzeigen, wie ihr zukünftiger Berufsalltag aussehen kann und wer die Köpfe des Arbeitgebers sind.

Jobshuttle: Tech-on-Tour

Auch in diesem Jahr fand eines der Jobshuttle-Formate, die Tech-On-Tour, statt – dieses Mal in Nürnberg, mit Abschlussparty auf der Developer Week. Wir haben die Tour bei der Datev begleitet und uns einen Eindruck von einem Young Targets Event verschafft.

(Foto: youngtargets)
Recruiting auf der Tech-on-Tour. (Foto: youngtargets)

Interessant war, dass sich zwölf Unternehmen vorstellten, aber nur vier Standorte angefahren wurden. Lutz begründet dies damit, dass nicht jedes Unternehmen solche Räumlichkeiten bieten könne und manche Firmenstandorte zu weit außerhalb lägen, weshalb eine Anfahrt den Zeitrahmen sprengen würde. Die Kosten für die Teilnahme der Unternehmen belaufen sich auf 3.000 Euro, egal ob das Unternehmen als Standort angefahren wird oder sich an einem der von Young Targets zur Verfügung gestellten Standorte präsentiert.

Jedes dieser Unternehmen hatte fünf Minuten Zeit, um sich vor der Studentengruppe zu präsentieren. Anschließend gab es ein „Get Together“ an den jeweiligen Unternehmensständen, wo sich Teilnehmer und Präsentierende mit Snacks und Drinks in entspannter Atmosphäre austauschen konnten.

Was sagen die Teilnehmer?

Recruitainment ist noch recht neu und vor allem speziell – ein Grund, warum Young Targets den Markt fast für sich alleine gewinnt. Interessant ist dennoch die Erfolgsquote solcher Events. Erfolg müsse natürlich individuell definiert werden, so Lutz, denn manche Unternehmen würden direkt offene Stellen besetzen, andere sich nur vorstellen und grundsätzlich positionieren wollen. Das Feedback nach den Events sei jedoch insgesamt mehr als positiv und zeige, dass Unternehmen und Teilnehmer sehr zufrieden seien.

Weitere Videos der Recruitainment Events von Young Targets findest du auf Vimeo.

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Eine Reaktion
Aylee

Das sind tolle Ideen. Nur ob das als Standard durchgesetzt wird, ist natürlich eine andere Sache. Die Konzeption solcher Recruitanment Events ist zeitaufwändig und erfordert ein hohes Maß an fachlichen Skills für Personaler. Nicht schlecht wäre es, wenn auf klassischen Stellenanzeigen solche Events angekündigt werden, z.B. hier in Augsburg wäre solche Ankündigungen auf Stellen hier unter http://augsburger-jobanzeiger.de/ eine feine Sache.

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