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Nach Jack-Ma-Abgang: Neuer Alibaba-Boss will Konzern umkrempeln

Alibaba-Gründer Jack Ma. (Foto: dpa)

Alibaba-Gründer und Milliardär Jack Ma hat am Dienstag seinen Hut als Chairman des E-Commerce-Riesen genommen. Sein Nachfolger, CEO Daniel Zhang, steht vor großen Herausforderungen.

Vor genau einem Jahr hatte Alibaba-Gründer Jack Ma seinen Rückzug von der Konzernspitze bekanntgegeben und den seit 2015 im Amt befindlichen CEO Daniel Zhang zum Nachfolger für den Chairman-Posten bestimmt. Zhang, der seit über einem Jahrzehnt in dem Konzern arbeitet und wesentlich zum Erfolg beigetragen hat, steht jetzt vor großen Herausforderungen. Er muss als Konzernlenker die sogenannte „New-Retail“-Strategie umsetzen, die Konkurrenz in China in Schach halten und weiter international expandieren.

Neuer Alibaba-Chairman ist seit 2015 CEO

Der 47-jährige Daniel Zhang ist bisher selbst in China kaum bekannt. Dabei ist er schon seit 2007 im Unternehmen und seit 2015 als CEO bei dem E-Commerce-Riesen tätig. Und Zhang hat auch eine Reihe von Projekten umgesetzt, die wesentlich dazu beigetragen haben, dass Alibaba da ist, wo es jetzt ist. Der neue Alibaba-Chairman und -CEO hat etwa die Entwicklung von Alibabas Amazon.com-Pendant Tmall vorangetrieben, das Online-Shopping-Event Single’s Day erfunden – beides sehr wichtige Umsatzbringer – und die Supermarktkette Freshippo mit ins Leben gerufen.

Letzteres ist ein Projekt, das Zhang als Blaupause für die künftige Konzernentwicklung betrachtet, wie Bloombergs Businessweek berichtet. Denn auf Zhang wartet viel Arbeit. Er will den E-Commerce-Konzern umkrempeln, bevor Alibaba von der Konkurrenz eingeholt oder gar überholt wird. Wenn Alibaba sein existierendes Geschäft nicht selbst zerstöre, werde das jemand anders tun, so Zhang. Er sähe es lieber, wenn eigene neue Geschäftsbereiche das alte Alibaba-Business zerstören würden.

Schon 2017 hatte Jack Ma die „Five-New“-Strategie ausgegeben, zu der auch das Schlagwort „New Retail“ gehört. Das bedeutet, dass Alibaba die Grenzen zwischen Online- und Offline-Welt beim Shopping verschwinden lassen will. Einen ähnlichen Weg geht ja auch Amazon mit seinen kassenlosen Supermärkten und stationären Geschäften. Darüber hinaus will Alibaba die Bereiche Finanzen, Produktion, Technologie und Energie neu gestalten. Was das konkret bedeutet, hat Jack Ma damals nicht im Detail ausgeführt. Es dürfte aber vor allem um eine Vernetzung der diversen Apps und Dienste des Konzerns gehen.

Expansion in die USA und nach Europa

Zudem steht eine weitere Expansion in den USA und Europa an. Das noch von Ma ausgegebene Ziel ist, dass Alibaba künftig die Hälfte seiner Umsätze außerhalb Chinas generieren soll. Bisher ist dieses Ziel aber noch weit entfernt – und die Expansion kommt Alibaba zum Teil teuer zu stehen. So hat der Konzern vier Milliarden US-Dollar in Lazada gesteckt. Aber das Unternehmen kommt nicht so recht voran. Innerhalb von neun Monaten wurden zuletzt zwei CEOs geschasst. Der Dritte ist seit März im Amt.

In Europa fürchtet der Onlinehandel schon seit Monaten einen Angriff von Alibaba und dessen chinesischen Konkurrenten JD.com. Alibaba hat zuletzt seine Logistikkapazitäten in Deutschland kräftig ausgebaut. Im August hat Alibaba zudem für seinen Marktplatz Aliexpress den ersten Shop in Europa eröffnet.

Ebenfalls interessant: Uno-Studie: 7 „Superplattformen“ aus den USA und China dominieren Digitalwirtschaft

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Ein Kommentar
Torsten der Zauberer
Torsten der Zauberer

Die größte Herausforderung wird für Alibaba sein, dass es die in China gemachten Erfahrungen und Techniken nicht 1:1 auf den Westen übertragen kann. Im Grunde muss man sich hier neu erfinden bzw. das angesprochene neue Geschäft aufbauen.

Zum Glück gibt’s ja genug Subnventionen im Hintergrund.^^

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