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Alibaba und die 40 Übernahmeangebote: Jack Ma will Moneygram übernehmen

Alibaba-Gründer und Chef Jack Ma. (Foto: dpa)

Um den US-Traditionsdienstleister Moneygram ist eine Übernahmeschlacht entstanden. Ant Financial vonJack Ma führt nach Punkten, könnte aber trotzdem scheitern.

Das US-Unternehmen Moneygram, einer der weltweit größten Dienstleister für internationale Geldtransfers, ist Mittelpunkt einer Übernahmeschlacht zwischen Jack Mas Alibaba-Tochter Ant Financial und dem US-Unternehmen Euronet. Nachdem vereinzelt schon voreilig die erfolgte Übernahme durch Alibaba vermeldet wurde, hat das US-Unternehmen jetzt nachgelegt und das letzte Angebot um 15 Prozent überboten. Nicht ungelegen kommen dürfte dem US-Interessenten Euronet dabei die Tatsache, dass die potentielle Übernahme eines US-Finanzdienstleisters durch ein chinesisches Unternehmen in den USA längst zum Politikum geworden ist.

Bieterkrieg um Moneygram: Jack Ma offeriert 1,2 Milliarden US-Dollar

(Foto: kay roxby / Shutterstock, Inc.) Moneygram, ein US-Traditionsunternehmen aus den 40er-Jahren des vorhergehenden Jahrhunderts, steht vor einer potentiellen Übernahme durch den chinesischen Finanzarm Alibabas: Ant Financial.

Eigentlich schien der Deal zwischen Alibabas Tochter Ant Financial, die vorher als Alipay bekannt war, und Moneygram beschlossene Sache. Moneygrams Aufsichtsrat hatte ein Angebot über 880 Millionen US-Dollar erhalten und angenommen, dann zog US-Konkurrent Euronet mit einem Angebot von rund einer Milliarde US-Dollar nach. Nach Recherchen der New York Times lag das Angebot von 15,2 US-Dollar  schon 28 Prozent über dem letzten Aktienkurs von Moneygram vor dem ersten Ant-Financial-Angebot.

Ende März kündigte Moneygram offiziell an, das Angebot ebenfalls näher zu prüfen – der Aufsichtsrat beharrte aber zumindest offiziell auf der Position den Abschluss mit Ant Financial weiterhin zu verhandeln. Nun ist der Bieterkrieg anscheinend zu einem vorläufigen Ende gekommen: Ant Financials letztes Übernahmeangebot liegt laut Informationen von Futurezone.at und einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters bei 1,2 Milliarden US-Dollar. Damit würde Jack Mas Finanztochter rund 18 US-Dollar pro Aktie bezahlen.

Ausgang der Moneygram-Übernahmeschlacht unsicher: Das US-Schlagwort „Nationale Sicherheit“ fällt

Laut der Neuen Züricher Zeitung haben bereits beim ersten Angebot erste Kongressabgeordnete Bedenken angemeldet und sich in einem offenen, kritischen Brief an US-Finanzminister Mnuchin geäußert. Sowohl Republikaner als auch Demokraten sehen laut dem Brief „erhebliche nationale Sicherheitsrisiken“ in dieser potentielle Übernahme.

Ein US-Komitee zur Prüfung von Ausländischen Investments in US-Firmen, das Committee on Foreign Investment in the United States, würde eine Übernahme von Moneygram durch Ant Financial prüfen müssen. Die US-Presse, wie beispielsweise die New York Times, sieht den regulatorischen Weg bis zu einer Übernahme als lange und steinig an. Eine Tatsache, die Bieter-Konkurrent Euronet schon seit dem ersten Gebot immer wieder betont und zu seinen Gunsten nutzen möchte.

Trotz dass die Übernahme durch Ant Financial durch den Aufsichtsrat von Moneygram akzeptiert wird, besteht somit immer noch die Möglichkeit, dass der Deal auf regulatorischem Wege scheitert. Nicht zuletzt dürfte die Trump Administration chinesischen Investitionen eher skeptisch gegenüberstehen. Zumindest wenn der potentielle politische Kurs anhand der bisherigen Äußerungen Trumps und seines Finanzministers bewertet würde.

 

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