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Japans wertvollstes Startup bringt Robotern das Denken bei

Der Mitgründer von Preferred Networks: Daisuke Okanohara. (Foto: Preferred Networks)

Preferred Networks will Maschinen aus der Industrie beibringen, bestimmte Aufgaben zu übernehmen. Damit schlägt das japanische KI-Startup vor allem Facebook und Google ein Schnippchen.

Auf den Technologiezweig der künstlichen Intelligenz werden neuerdings viele Millionen verwettet. Erst vor wenigen Wochen überwies der Onlineriese Alibaba dem chinesische KI-Startup Sensetime mehr als 600 Millionen US-Dollar.

Jetzt stürzen sich Großinvestoren auf ein weiteres Startup aus Asien – genauer gesagt aus Japan. Wie Bloomberg berichtet, hat sich allein der Automobilhersteller Toyota mit 110 Millionen Dollar an Preferred Networks beteiligt. Die Jungfirma mit Sitz in Tokio soll dem Medienbericht zufolge mit mehr als zwei Milliarden Dollar bewertet sein, es handelt sich angeblich um das bereits wertvollste Startup in Japan.

Virtuelle Gehirne für Industrie-Roboter

Der Grund für die Euphorie: Preferred Networks will Robotern das Denken beibringen. Mithilfe von leistungsstarken und lernfähigen Industrie-Supercomputern sollen Maschinen in Fertigungsstraßen der Automobil- und Zuliefererindustrie lernen, bestimmte Aufgaben selbstständig zu übernehmen.

Dadurch sollen menschliche Arbeitskräfte entlastet und die Fertigungseffizienz erhöht werden. Der „MN-1“ genannte Supercomputer der Japaner erreicht mit 1.064 Grafikprozessoren eine Leistungsfähigkeit von bis zu 4,7 PFLOPS. Für den Einsatz in der Industrie arbeitet Preferred Networks neben Toyota auch mit dem japanischen Roboterfabrikanten Fanuc zusammen.

Preferred Networks wurde 2014 von den Informatikern Daisuke Okanohara and Toru Nishikawa gegründet. Begünstigt wurde die Gründung vor allem durch Fortschritte im Deep Learning, einen Teilbereich des maschinellen Lernens. Die Möglichkeiten, die sich aus der automatischen Bild- und Spracherkennung von Computern ergeben, wollten die Gründer für Zwecke in der Industrie nutzen.

Schneller als Facebook und Google

Damit bewegt sich das Startup in einen Markt, der von anderen Playern aus der KI-Branche noch kaum erschlossen ist. Google beispielsweise nutzt die Daten aus Suchanfragen für den Aufbau künstlicher Intelligenzen, während Facebook lediglich die persönlichen Informationen von den Mitgliedern seines Netzwerks verarbeitet. Preferred Networks wiederum könnte in Zukunft die Daten aus Milliarden von IoT-Geräten nutzen, um die Fertigungsprozesse in Fabriken zu automatisieren.

Bis dahin wird es aber wohl noch eine Weile dauern. Die Technologie des Startups steckt sprichwörtlich noch in den Kinderschuhen. Derzeit gibt es von Preferred Networks lediglich eine skurrile Software, die künstliche Intelligenz verwendet, um die Einfärbung von Manga-Cartoons zu automatisieren.

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