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Jasper: Kanadas Finanzbranche setzt auf Blockchain

(Foto: Shutterstock)

Das kanadische Projekt Jasper III soll den Finanzmarkt mit Hilfe der Distributed-Ledger-Technologie modernisieren und enger zusammen bringen.

Das Konsortium zeigt sich mit der Umsetzung sehr zufrieden. Nur der Anspruch, die Kosten dank der Blockchain zu senken, lässt sich nicht wie erhofft erfüllen.

Ein kanadisches Finanzkonsortium rund um die Zentralbank von Kanada entwickelt unter dem Projektnamen „Jasper“ ein umfassendes Transaktionssystem für die Finanzbranche. Ziel ist es dabei nicht nur, Finanztransaktionen effizienter zu gestalten, sondern auch den gesamten Handel inklusive des Wertpapiermarkts.

Jasper in Konkurrenz zu SWIFT

Jasper steht damit in Konkurrenz zu dem seit Jahrzehnten international etablierten SWIFT-Standard. Transaktionen nahezu jeglicher Art wickelt man im Interbankenmarkt über das SWIFT-Kommunikationssystem ab. Das System ist jedoch in die Jahre gekommen und der Abschluss von Transaktionen kann durchaus mehrere Tage dauern.

Wie Reuters berichtet, demonstrieren nun die Bank of Canada, TMX Group, Payments Canada und die Beratungsgesellschaft Accenture, dass eine Transaktion von Zentralbankgeld oder Wertpapieren nahezu in Echtzeit möglich ist. Das tokenisierte Vermögen wechselt über die Distributed-Ledger-Technologie von R3 innerhalb von Sekunden den Besitzer, ohne ein aktives Eingreifen der Banken.

Das R3-Konsortium repräsentiert inzwischen über 200 Partner von Finanzdienstleistern. Dazu gehören Technologieunternehmen, Zentralbanken und Regulatoren. Sie arbeiten gemeinsam an DLT-Lösungen für die Finanzindustrie und inzwischen auch für weitere Branchen. So kooperiert R3 seit einigen Monaten auch mit Microsoft und Amazon.

Jasper III: Dritte Phase des Proof of Concept

Das Projekt Jasper startete bereits im März 2016 und befindet sich jetzt in der dritten und letzten Phase des Proof of Concepts. Ziel ist es, die Transaktionen zunächst einmal auf dem kanadischen Markt effizienter und günstiger zu gestalten. Langfristig sind selbstverständlich auch internationale Transaktionen beabsichtigt, kurzfristig liegen die Hürden dafür allerdings sehr hoch. Der CEO von Payments Canada erklärte, „dass es möglich wird, Zahlungen auf eine vorher nie dagewesene Art zu übertragen – nämlich das Geld in Echtzeit direkt vom Käufer an den Verkäufer zu übertragen.“

Zwar setzt das Konsortium Jasper III erfolgreich um und blickt auf eine extreme Effizienzsteigerung für die teilnehmenden Unternehmen, doch finanzielle Vorteile bleiben derweil aus. Bank of Canada Senior Special Director Scott Hendry erklärte kürzlich auf einer Zahlungsverkehrskonferenz in Toronto, dass trotz der Distributed-Ledger-Technologie die Einsparpotenziale sehr begrenzt sind. „Wir sind nach all der Arbeit noch immer unsicher, ob es zu einer größeren Reduktion bei den Kosten kommt“, erklärt er. Die Ursache ist in der Ausgestaltung der Technologie zu finden. Das Konsortium setzt auf eine eng überwachte und nicht transparente „Blockchain“. Nur die direkt beteiligten Parteien haben Einsicht in die Transaktionen. Für die Banken ist derweil kein anderes Modell vorstellbar: Andernfalls werden sie in diesem Prozess nicht mehr benötigt. Bis die DL-Technologie in der Finanzbranche ohne Intermediäre auskommt, scheint es noch ein paar Jahre zu dauern. Bis dahin steigert sich zwar die Effizienz dieser Prozesse, die Kosten sinken allerdings nicht.

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