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Jeff Bezos: „Milliardenschwere Misserfolge sind heilsam für uns“

Amazon-Chef Jeff Bezos. (Foto: dpa)

Der Amazon-Gründer hat einen Brief an die Aktionäre geschrieben. Darin erklärt er, warum es durchaus gut sein kann, wenn Amazon milliardenschwere Fehler macht.

Der jährliche Brief an die Amazon-Aktionäre und -Investoren ist ein Ritual, das Jeff Bezos seit den späten 90er Jahren pflegt. Diesmal lässt sich der Amazon-Chef über teure Fehltritte und Misserfolge aus, die manchmal, so erklärt er, ganz heilsam sein könnten. Die Rede ist nicht von seiner kürzlich vollzogenen Scheidung, sondern er illustriert das am Beispiel des Fire Phone. Der Versuch, 2014 ein eigenes Smartphone zu etablieren, scheiterte kläglich. Die Learnings aus der Geschichte hätten Amazon aber dabei geholfen, die Smartspeaker der Amazon-Echo-Serie voranzutreiben und das Assistenzsystem Alexa zu entwickeln.

Man müsse, betont Bezos, aber dennoch so wirtschaften, dass man einzelne Misserfolge, auch größere, verschmerzen könne, ohne dass dies zu nachhaltigen Schwierigkeiten führe. „Die gute Nachricht für die Anteilseigner ist, dass eine einzige große Gewinnkette die Kosten vieler Verlierer mehr als decken kann.“ Leichtfertig Geld verbrennen dürfe man allerdings nicht, erklärt der Firmenlenker, der als knallhart kalkulierender Manager gilt. Amazon achte stets darauf, dass man im richtigen Größenverhältnis experimentiere. Nur angesichts der Größe kann sich das Unternehmen Ausfälle in Milliardenhöhe überhaupt leisten. „Nicht alle Wetten werden sich am Ende auszahlen.“

Amazon-Mitarbeiter sollen handeln wie Unternehmer

Dabei sei es wichtig, Mitarbeiter einzustellen, die handeln wie Eigentümer, also selbst unternehmerisch denken. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum die Amazon-Mitarbeiter zumindest teilweise über Aktienprogramme recht großzügig am Unternehmen beteiligt werden. Die Idee dahinter ist so einleuchtend wie richtig.

Dass man dennoch zuweilen auch ohne das Marketing und das kurzfristige Geschäftsergebnis in den Vordergrund zu stellen erfolgreiche Produktbereiche entwickeln kann, zeigt das Beispiel des Cloud-Bereichs von Amazon AWS. Hier habe man tatsächlich ohne Nachfrage etwas entwickelt, das sich inzwischen zu einer der Cash-Cows des Unternehmens entwickelt habe. „Die Welt war hungrig auf ein Angebot wie AWS, wusste es aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht“, erklärt Jeff Bezos in seinem aktuellen Aktionärsbrief. Riskante Entwicklungen seien also bei Amazon weiterhin gerne gesehen – vorausgesetzt, die Misserfolge halten sich in Grenzen und die erfolgreichen Produkte spielen ausreichend Geld ein. Dass sich daran etwas ändern könnte, steht zumindest derzeit nicht zu befürchten.

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Ein Kommentar
karin
karin

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