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Jeff Bezos „motiviert“ seine Mitarbeiter: Amazon wird eines Tages scheitern und pleitegehen

Amazon-Boss Jeff Bezos. (Foto: dpa)

Auf ungewöhnliche Weise hat Amazon-Chef Bezos versucht, die Sorgen seiner Mitarbeiter zu zerstreuen. Amazon werde pleitegehen, es gelte, diesen Tag solange wie möglich herauszuzögern.

Bei Amazon geht derzeit angesichts des rasanten Aufwärtskurses offenbar ein wenig die Angst um, wo diese Entwicklung hinführen werde. Sorgen machen den Mitarbeitern laut einem CNBC-Bericht etwa die Attacken des US-Präsidenten Trump und mögliche Verfahren durch Kartellbehörden. Bei einer Mitarbeiterversammlung fragte ein Amazon-Mitarbeiter Konzernchef Jeff Bezos, was dieser aus der jüngsten Pleite des Handelsriesen Sears und anderer Konkurrenten gelernt habe.

Amazon wird pleitegehen: Jeff Bezos „motiviert“ Mitarbeiter

Mit seiner auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich erscheinenden Antwort wollte Bezos seinen Mitarbeitern offenbar zu verstehen geben, dass er genau weiß, dass Amazon ein solches Schicksal nicht per se erspart bleiben werde. Amazon sei nicht zu groß, um zu scheitern – im Gegenteil. „Ich prophezeie, dass Amazon eines Tages scheitern wird. Amazon wird pleitegehen“, sagte Bezos. Der Anfang vom Ende sei gekommen, wenn Amazon beginne, sich auf sich selbst, statt auf seine Kunden zu konzentrieren. Es gelte, den Tag des Scheiterns so weit wie möglich herauszuzögern, so der Amazon-Boss.

Die warnenden Worte kommen zu einer Zeit, da Amazon so erfolgreich ist wie nie zuvor. Die Zahl der Mitarbeiter ist auf über 600.000 angewachsen, der Umsatz hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verzehnfacht, der Aktienkurs stieg seit 2013 um mehr als das Vierfache. Weitere 50.000 Mitarbeiter sollen allein in den beiden neuen Niederlassungen in New York und Virginia dazukommen. Und: Jeff Bezos ist mit einem Vermögen von rund 150 Milliarden US-Dollar die reichste Person der jüngeren Geschichte.

Rundgang in Seattle: Das Amazon-Hauptquartier in Bildern
Amazon-Headquarter, Day One North. (Foto: Jochen G. Fuchs)

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Der wachsende Erfolg kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Amazon große Herausforderungen zu bewältigen hat. Zum einen sind der E-Commerce-Konzern und speziell CEO Bezos im Visier des US-Präsidenten. Trump soll angeblich von Amazon regelrecht „besessen“ sein und seit geraumer Zeit überlegen, wie er den Onlinehändler mit einer Änderung der Besteuerung oder dem Wettbewerbsrecht treffen könne. Auch in Europa droht Amazon Ungemach. Die EU-Kommission prüft, ob Amazon die Daten der Händler seiner Plattform nutzt, um das eigene Sortiment zu optimieren. In Deutschland, wo Amazon den Onlinehandel dominiert, will das Bundeskartellamt die Praktiken des Konzerns wegen möglicher Wettbewerbsbehinderung überprüfen.

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Ein Kommentar
Ted Brose
Ted Brose

Binsenweisheit, ähnlich hilfreich wie „Wir müssen irgendwann alle sterben“.

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