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Jeff Bezos plant 3.000 kassenlose Amazon-Go-Filialen

Amazon Go, der klassenlose Supermartk in Seattle. Bald auch in weiteren Städten. (Foto: dpa)

Jeff Bezos will offenbar in den nächsten Jahren an mehreren Tausend urbanen Standorten in den USA Amazon-Go-Filialen eröffnen. Die hohen Investitionskosten stellen für Amazon ein Risiko dar. 

Bisher gibt es erst wenige Testfilialen, aber jetzt soll es offenbar richtig losgehen: Die kassenlosen Supermärkte unter dem Namen Amazon Go sollen in naher Zukunft an 3.000 Standorten in den USA stehen. Das vermeldet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise. Allein bis Jahresende sollen rund zehn weitere Filialen entstehen, in den nächsten fünf Jahren sollen es 3.000 sein. Amazon wäre damit eine der größeren Ketten in den USA in diesem Convenience-Food-Segment, abgesehen von den Tankstellen, die dort einen Großteil dieses Geschäftsfeldes abdecken, aber eben meist außerhalb der Städte und an Verkehrsknotenpunkten liegen (und sich somit mit dem Amazon-Go-Konzept nicht direkt ins Gehege kommen).

Amazon Go ist Konkurrenz für Subway und Co.

Bisher existieren erst drei Geschäfte in Seattle, eine weitere Filiale in Chicago öffnet dieser Tage ihre Pforten. Das Besondere an den Amazon-Go-Märkten ist, dass sie sämtliche Aktionen der Kunden mithilfe von Kameras und Sensoren tracken und auch den Kassierprozess erledigen, indem sie für die Einkäufe über das Kundenkonto abrechnen. Kunden werden am Eingang über eine Smartphone-App erkannt und können so den Laden mit den ausgewählten Produkten ohne Wartezeit an der Kasse verlassen.

Die genauen Standorte sind noch unklar, aber einige der Filialen sollen in New York und San Francisco entstehen. Eine Konkurrenz ist das vor allem für kleinere Läden wie 7-Eleven (vergleichbar hierzulande mit Rewe City) oder für Imbiss- und Sandwich-Ketten wie McDonalds oder Subway. Offenbar experimentiert Amazon auch noch ein wenig mit den angebotenen Waren: Zwei der bisher existierenden Filialen bieten vor allem Snacks, Salate und Sandwiches an, während die beiden anderen Filialen auch eine überschaubare Auswahl an abgepackten Lebensmitteln bereithalten. Immerhin könnte Amazon Synergien schaffen, indem das Unternehmen zahlreiche Filialen in einer Metropole eröffnet und die Produktion der Snacks an einem zentralen Standort durchführt.

Amazon Go: Hohe Kosten für Kameras und Sensortechnik

Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass die Investition in solche Läden für Amazon mit immensen Kosten verbunden ist und sich erst nach längerer Zeit rechnen dürfte. Denn ganz ohne Personal kommt auch eine Amazon-Go-Filiale nicht aus und die Investitionen für die Sensor- und Kameraeinrichtung liegen um ein Vielfaches höher als die Einrichtungskosten für einen normalen städtischen Einkaufsmarkt. Doch solche hohen Anschubkosten haben Jeff Bezos in der Vergangenheit auch nicht von Geschäftsfeldern abgehalten, wenn er diese für lukrativ hielt. Und dass er an das Geschäft mit der Unter-Tag-Verpflegung und den Lebensmitteln, die man mal eben im Vorbeigehen kauft, glaubt, daran hat der Amazon-Gründer keinen Zweifel gelassen.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg beziffert die Kosten auf rund eine Million Euro pro Filiale, wobei die Skaleneffekte greifen dürften – dass also der tausendste Shop für Amazon weniger Kosten verursachen wird als die ersten. Hinzu kommt: Wenn Amazon sich auf zubereitete Snacks spezialisiert, ist die Gewinnmarge höher als bei einfachen Lebensmitteln. Amazon lehnte, wie fast schon üblich, gegenüber den Medien jede Stellungnahme zu den Plänen ab.

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