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Vom Buzzword zur sinnvollen Infrastruktur-Option? Das steckt hinter „Serverless“

(Foto: JeffConf)

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Software Engineer Alex Casalboni erklärt, was sich wirklich hinter dem Buzzword „Serverless“ verbirgt. Am 16. Februar 2018 spricht er auf der JeffConf, der ersten Serverless-Konferenz im DACH-Raum.

Alex Casalboni ist Software Engineer aus Italien und brennt für Web-Technologien und Musik. Im Jahr 2011 begann er als Full Stack Developer Webanwendungen zu bauen. In 2013 stieß er als Mitarbeiter Nr. 1 zu Cloud Academy, wo er erfolgreich ein globales Produkt mit Hunderttausenden Nutzern aus 200 Ländern entwickelte. Alex entdeckte die „Serverless-Revolution“ Anfang 2016 für sich, als er mit AWS Lambda und Machine Learning experimentierte. Darüber hinaus unterstützt er die Open-Source-Community mit Tutorials und seiner Mitarbeit an Open-Source-Projekten wie zum Beispiel dem Serverless-Framework.

Ihr könnt Alex am 16. Februar 2018 auf der JeffConf in Hamburg als Speaker erleben. Tickets für die JeffConf könnt ihr auf der Veranstaltungs-Website buchen.

Hallo Alex, um es gleich am Anfang zu klären: Wer oder was ist Jeff?

Alex: Jeff ist „Serverless“ und ich finde, jeder sollte wie Jeff sein. Jeff steht für eine Community, die sich um einen missverstandenen Begriff bildete, und in der Tat ist „Serverless“ nur ein Name. Für mich persönlich ist es ein provokanter, marketing-motivierter Begriff, der die Entwickler-Community aufrütteln soll. Natürlich sind da immer noch Server, CPU-Register, Speicherplatzzuweisungen, physische Netzwerkschnittstellen und so weiter, aber: Viele Leute mögen die Idee, sich nicht mit den darunterliegenden Details beschäftigen zu müssen – zumindest wenn es etwas oder jemanden gibt, der sich darum viel besser kümmern kann als sie selbst.

Der Begriff „Serverless“ wurde geboren, als man für die fünfsekündige Ausführung eines Python- oder Node.js-Code-Snippets noch eine Instanz hochfahren, konfigurieren, patchen und stündlich bezahlen musste. Aber was, wenn dieses simple Stück Code mehrere hunderte Male pro Sekunde laufen sollte oder mit unbekannten Traffic Peaks umgehen musste? Das hätte wahrscheinlich zu Cluster-Instanzen und einem großen Wartungsaufwand geführt.

Es gab zwar bereits externe Schnittstellen und Managed Services, die sich um Authentifizierung, Objektspeicher, Datenbanken, Suche und so weiter kümmerten, aber man vermisste einen Abstraktions-Layer, um all das zu handeln. Aus diesem Grund bot FaaS (Function as a Service) der Community die Chance, eine Serverless-Revolution zu starten – mit dem Ziel, Entwicklung und Prototyping-Prozesse zu beschleunigen, um gleichzeitig Maintenance-Kosten zu sparen.

Kannst du konkrete Beispiele nennen?

Alex: Jeff eignet sich hervorragend für verschiedenste Nutzungsszenarien. Da die meisten Serverless-Plattformen großzügige Gratiskontingente anbieten, ist Jeff grundlegend kostenlos für Prototyping und auch für Startups mit wenig Traffic oder Lastspitzen. Steigt der Traffic oder verändert sich sogar drastisch, sorgt Jeff für die passende Skalierung, ohne dass Code-Changes nötig werden. Zum Beispiel kann man RESTful- oder GraphQL-APIs bauen, Datei-Uploads abwickeln, wiederkehrende Aufgaben durchführen, Webhooks implementieren, Datenverarbeitungs-Pipelines bauen, externe Dienste in Legacy-Architekturen integrieren, Edge Computing optimieren, IoT- oder Chatbot-Anwendungen erstellen und vieles mehr. Da Serverless-Funktionen immer mit einem Event in Verbindung stehen, kann man ein komplettes eventbasiertes System konzipieren, in welchem Funktionen nur laufen, wenn etwas Ausschlaggebendes passiert. Das Ganze lässt sich auch verketten, sodass eine Funktion weitere Funktionen aufruft und immer so weiter.

In solch einem System kann die Orchestrierung ein komplexes Problem werden. Hierbei können visuelle Tools wie zum Beispiel AWS Step Functions oder Azure Logic Apps unterstützen. Viele Unternehmen und Organisationen verhalfen Jeff in den letzten Jahren dabei zum Erfolg und es werden regelmäßig neue Usecases veröffentlicht. Hier ein paar Beispiele von Netflix, Square Enix, iRobot, Nordstrom, Airbnb und Capital One.

Was sind die Vorzüge von Jeff/Serverless?

Alex: Ähnlich wie bei voll-gemanagten Lösungen löst man sich mit FaaS von einem beträchtlichen Anteil des sonst notwendigen „heavy lifting“, um Code ausführen zu können. Dadurch wird die eigene Lösung schneller in Bezug auf die Vorlaufzeit, durch „Zero-Administration“ einfacher zu handhaben und deutlich günstiger unter Berücksichtigung der Gesamtbetriebskosten. Auch wenn man die potenziellen Kosteneinsparungen durch das PAYG-Modell („Pay-As-You-Go“, eine auf 100 Millisekunden genaue Abrechnung) nicht berücksichtigt, verringern sich die Gesamtkosten eines Produkts durch das Weglassen von Infrastruktur, Netzwerk und der Instandhaltung von Hardware.

Darüber hinaus bietet FaaS die Möglichkeit, Logs, Performance und Kosten auf Funktionsbasis zu überwachen. Das führt zu einem größeren Detailreichtum bei Performance- und Kostenoptimierungen und schafft einen neuen Markt für Tooling- und Monitoring-Lösungen. Unternehmen wie IOpipe, Datadog und New Relic decken diesen Bereich bereits ab.

Was sind Herausforderungen für Entwickler und Administratoren bei den ersten Schritten mit Serverless?

Alex: Wie jede architektonische Revolution bringt auch Jeff neue Herausforderungen. Das Ökosystem ist noch sehr jung und wächst dynamisch. Obwohl das gerade für Großunternehmen eine echte Challenge ist, nahm Serverless in 2017 gewaltig an Fahrt auf.

In der Open-Source-Weld entstehen derzeit diverse Frameworks. Jedes von ihnen löst einen anderen Pain Point besonders gut, jedoch nur wenige vollumfänglich und auf einem anbieterneutralen Weg. Während das „Serverless-Framework“das Public-Cloud-Tooling anführt, fokussiert sich das „OpenFaaS“-Projekt auf das Private- und Hybrid-Cloud Segment sowie die Container-Native-Welt. Obwohl es bekannte Cases über Migrationen von Legacy oder monolithischen Architekturen hin zu Serverless gibt, steht eine passende Lift-and-Shift-Strategie noch aus. Legacy-Komponenten oder ganze Systeme zu migrieren, bedeutet wahrscheinlich auch teilweise ein Re-Design bestehender Architektur, um einen event-getriebenen Ansatz zu verfolgen.

Die meiner Meinung nach unterschätzteste Herausforderung ist die falsche Erwartung an NoOps. Viele Public Clouds haben Serverless so vermarktet, um auf billige und provokative Art das Buzzword zu verbreiten. Es wird gefährlich, wenn Entwickler glauben, sie könnten auf ihr erlerntes Wissen über IaaS, TDD oder Continuous Integration verzichten. Ich glaube, es ist unsere Verantwortung als neue Community, die Vergangenheit zu achten und von ihr zu lernen, um die Innovation weiter in die richtige Richtung zu treiben.

Gibt es auch organisatorische Herausforderungen?

Alex: Die kritischste Herausforderung liegt wahrscheinlich in der Fähigkeit von Organisationen, ihrem gewählten Provider zu vertrauen und Aufgaben zu delegieren. Viele Organisationen werden auch mit der Furcht vor dem sogenannten „Vendor Lock-in“ zu kämpfen haben, obwohl etliche Aspekte dieser neuen Technologie sowie deren Tooling es einfacher machen, den Cloud-Provider zu wechseln.

Abhängig vom aktuellen Technologie-Stack der Organisation kann Jeff für Pilotprojekte oder gar für neue Features in Kombination mit der bestehenden Architektur die perfekte Wahl sein. Das gilt besonders, wenn die Organisation bereits DevOps-Praktiken anwendet.

Über welches Thema wirst du auf der JeffConf sprechen?

Alex: Ich bin seit jeher begeistert von Big Data und Data Analytics, daher werde ich über „Serverless Data Warehousing & Data Analysis“ sprechen. Es ist ein ziemlich herausforderndes Problem, möglicherweise unstrukturierte Daten zu speichern und sie ohne Server zu managen und auszuwerten. Ich werde dabei Techniken und Erkenntnisse teilen, die mir bei der Implementierung unserer Lösung in AWS begegnet sind.

Informationen zur JeffConf 2018 in Hamburg

Die JeffConf wurde letztes Jahr aus der Taufe gehoben. Nach Veranstaltungen in London und Mailand gibt es jetzt auch eine Konferenz am 16.02. in Hamburg. Die Konferenz richtet sich an neugierige Entwickler, Systemarchitekten, Systemadministratoren sowie an Entscheider aus der Produktentwicklung. Das Ziel: Die lokalen Serverless-Communitys zu stärken und voneinander zu lernen. Bereits bestätigt sind Speaker von Serverless, Inc., AWS, Microsoft und Hive. Es werden bis zu 200 Teilnehmer erwartet, die Ticketpreise starten bereits ab 35 Euro.

Du hast Interesse an der JeffConf? Weitere Speaker, Themen und Tickets findest du auf der Veranstaltungs-Website.

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