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Jimmy Schulz gestorben – „Netzpolitiker der ersten Stunde“

Jimmy Schulz, FDP-Bundestagsabgeordneter, Vorsitzender des Ausschusses Digitale Agenda (Foto: FDP,, Bundestag)

Der Netzpolitiker und FDP-Bundestagsabgeordnete Jimmy Schulz ist tot. Der Vorsitzendes des Ausschusses Digitale Agenda starb mit 51 Jahren an einem Krebsleiden.

Der Netzpolitiker Jimmy Schulz ist nach einer längeren Krankheit (er litt seit 2017 an Bauchspeicheldrüsenkrebs) im Alter von 51 Jahren gestorben. Der gebürtige Freiburger, der in der Nähe von München lebte, war unter anderem Vorsitzender des Ausschusses Digitale Agenda und galt als einer der profiliertesten und kompetentesten Netzpolitiker in Deutschland. Der vehemente Gegner der Vorratsdatenspeicherung, der Online-Durchsuchung und des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes hat die Digitalpolitik über Jahre hinweg entscheidend mitgeprägt. Er saß von 2009 bis 2013 und seit 2017 im Bundestag und unterstützte auch die Public-Money-Public-Code-Initiative.

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Jimmy Schulz: Seit 2017 an Krebs erkrankt

Im November 2017 erfuhr Schulz, dass es sich bei den Schmerzen, über die er klagte, nicht um Stress-Symptome aus dem gerade zu Ende gegangenen Wahlkampf, sondern um einen bösartigen Tumor handele. Trotz Chemotherapie und einer Operation ließ es sich Schulz auch seitdem nicht nehmen, die Digitalpolitik in Deutschland mitzugestalten. Doch sein Zustand verschlechterte sich zusehends über die Monate, sodass er die Krankheit bald nicht mehr geheim halten konnte. Nach der Bildung von Metastasen musste er sich mit dem Gedanken an seinen nahenden Tod vertraut machen, erklärte Schulz in einem Interview: „Man macht in dieser Situation Frieden mit sich, schreibt das Testament und Abschiedsbriefe an die Kinder. Ich habe drei Kinder“, so Schulz damals im Interview mit dem Münchner Merkur.

Der in Riemerling bei München lebende FDP-Politiker starb am Montag. Noch in diesem Jahr wurde Schulz zum Ehrenvorsitzenden der FDP Bayern-Oberbayern ernannt.

Schulz: Netzpolitiker der ersten Stunde

Zahlreiche Politiker würdigten die Arbeit des unermüdlichen Kämpfers für digitale Bürgerrechte. „Jimmy Schulz war ein Netzpolitiker der ersten Stunde und ein großer Freiheitskämpfer. Seinen langen Kampf gegen seine schwere Krankheit hat er jetzt verloren. Wir trauern mit seiner Familie und werden ihn nicht vergessen“, erklärte FDP-Chef Christian Lindner. Auch andere Politiker reagierten auf seinen Tod. So kommentierte Netzpolitikern Dorothee Bär (CSU) via Twitter: „Er war nicht nur ein Kollege, sondern ein treuer Freund. Erst letzte Woche stand er mir noch kämpferisch bei. Jimmy, Du wirst fehlen. Danke für Alles! Ruhe in Frieden.“ Auch SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil schrieb: „Mit Jimmy Schulz verliere ich einen wunderbaren Kollegen. Es ist krass wie er gegen den Krebs gekämpft hat. Er gehört zu denen die Digitalisierung wie wenig andere geprägt haben. Danke für vieles Jimmy.“

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