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Videokonferenzen mit Jitsi Meet erklärt: Einfach, kostenlos und Open-Source

Die Videokonferenz-Lösung Jitsi Meet ist eine beliebte Alternative zu Zoom, Skype und Co. Wir zeigen euch, wie ihr einen Server findet und darüber schnell und kostenlos eure Konferenzen in Gang bringt und steuert.

4 Min. Lesezeit
Jitsi Meet ist ein beliebtes Open-Source-Tool für Videokonferenzen (Foto: Shutterstock)

Bei allem Ärger mit Zoom, Verbindungsproblemen bei anderen Videokonferenz-Lösungen und Servern und den strengen Datenschutzvoraussetzungen, die in Deutschland für Schulen und Universitäten gelten, sind gute Alternativen immer noch ein begehrtes Gut. Auch bei Microsoft Teams gibt das Nutzertracking Anlass zur Sorge. Großer Beliebtheit erfreut sich deshalb nach wie vor Jitsi Meet.

Wie funktioniert Jitsi Meet?

Das Tool ist kostenlos und Open-Source, bringt alle wichtigen Features mit – und ihr braucht noch nicht einmal Accounts oder Logins. Daher werden auch keinerlei Daten von euch gespeichert. Damit eignet es sich grundsätzlich auch für Schulen, Universitäten und Unternehmen, genau wie für private User. Voraussetzung ist, wie bei anderen Videokonferenzsystemen auch, ein zugehöriger Server, über den die Verbindungen laufen. Einen entsprechenden Server könnt ihr dank der unten stehenden Links ganz leicht finden. Nun müsst ihr nur noch eine Videokonferenz starten, die gewünschten Teilnehmer einladen und los geht’s.

Videokonferenzen mit Jitsi Meet per Browser oder App möglich

Um diese Server nutzen zu können, könnt ihr entweder den Chrome-Browser oder die Jitsi-Mobil-App für Android oder iOS benutzen. Hier ein Datenschutz-Manko: Benutzt ihr Chrome, verwendet ihr ein Google-Produkt für die Videokonferenzen. Statt Chrome funktioniert auch Mozillas Firefox-Browser, allerdings ist Jitsi dafür nicht optimiert und funktioniert hier eventuell nicht immer ideal. Microsofts Edge wird noch nicht unterstützt. Ein Plugin für Slack gibt’s ebenfalls.

Frei verfügbare Server

Einige deutsche Server, die ihre Kapazitäten für den öffentlichen Gebrauch zur Verfügung stellen, haben die Kollegen von Digitalcourage freundlicherweise zusammengesucht und kuratiert:

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Wisst ihr nicht, welcher gerade am besten funktioniert, könnt ihr euch alternativ über diesen Link zu einem Jitsi-Server leiten lassen, die freie Kapazitäten hat. Stets bedenken solltet ihr, dass die Bandbreiten begrenzt sind – bei mehr als 15 Meeting-Teilnehmern stoßen viele Server an ihre Grenzen.

Nehmt einen zufällig generierten Namen für euer Meeting, oder gebt ihm selbst einen. Auf Los geht’s los. (Screenshot: Jitsi/t3n)

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Wie starte ich ein Meeting in Jitsi Meet?

Für die Desktop-Anwendung ist kein Download nötig. Ihr erstellt einfach einen virtuellen Meetingraum im Browser, indem ihr ihm einen Namen gebt (oder einen zufällig generierten nehmt) und als Host eintretet – diesen Raum-Namen brauchen auch eure anderen Meeting-Teilnehmer. Damit ihr Webcam und Mikrofon nutzen könnt, müsst ihr dem Browser die entsprechenden Berechtigungen geben.

Sobald ihr „drin“ seid, zeigt ein kleines Info-Fenster unten rechts einen direkt kopierbaren Link an, den ihr an eure anderen Konferenzteilnehmer schickt. In der Info-Box könnt ihr die Konferenz auch zusätzlich mit einem Passwort sichern, das Teilnehmende eingeben müssen, um ins Meeting zu kommen. Über den Link kommen sie auf Desktop-Rechnern direkt ins Browser-Meeting.

Jitsi Meet per App auf dem Smartphone nutzen

Auf Smartphones funktionieren die Meeting-Links ebenfalls – im sich öffnenden Browser könnt ihr dann direkt in die installierte Jitsi-App umsteigen. Hostet ihr ein Meeting vom Smartphone oder Tablet aus, findet ihr die Passwortsicherung im kleinen Drei-Punkte-Menü unten rechts. Sehr praktisch: Tippt ihr in der App auf „Weitere einladen“, könnt ihr den Einladungslink schnell und simpel über die üblichen Sharing-Wege teilen – also auch über diverse Messenger, Twitter, Facebook und dergleichen mehr.

Auch in der Mobil-App könnt ihr euer Jitsi-Meeting steuern. Über das Menü wechselt ihr außerdem die Kameras und setzt ein Zugangspasswort. (Bild: t3n)

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Welche weiteren Funktionen bietet Jitsi Meet?

Jitsi Meet bietet einige praktische Funktionen: Die Schaltflächen am unteren Bildschirmrand ermöglichen euch unter anderem, euren Bildschirm oder einzelne Programmfenster freizugeben – sogar inklusive Audio. Auch dafür müsst ihr eventuell Jitsi die passende Berechtigung erteilen.

Einen Textchat schaltet ihr hier ebenfalls zu, wechselt in einen Kachel-Ansicht-Modus oder meldet euch virtuell per Handzeichen, das andere Teilnehmende sehen können. Außerdem schaltet ihr hier die Kamera und das Mikrofon an und aus – über die kleinen Pfeile an den Symbolen wählt ihr das Gerät aus, das Jitsi für den Call anzapfen soll. Mit dem roten Button verlasst ihr das Meeting.

Zudem bietet Jitsi Meet einige zusätzliche Funktionen, die der Anbieter in seiner FAQ-Section zusammengefasst hat:

  • Räume mit einem Passwort sichern.
  • Videokonferenzen bei Youtube streamen.
  • Hand heben und senken, um einen möglichen Wortbeitrag zu signalisieren.
  • Gemeinsam mit den Konferenzteilnehmern Youtube-Videos anschauen.
  • Audio-only-Konferenzen.
  • Mit dem Telefon einwählen.

Ein Clou von Jitsi: Dank Open-Source könnt ihr auch eure ganz eigenen Jitsi-Server auf eurer eigenen Hardware aufsetzen und nutzen. Wie das geht, haben wir ebenfalls für euch zusammengefasst: So setzt ihr euren eigenen Server auf! 

Ist Jitsi Meet sicher?

Um die Sicherheit der Videokonferenzen und ihrer Teilnehmer zu gewährleisten, hat Jitsi nach eigenen Angaben einige Maßnahmen ergriffen: Die einzelnen Räume existieren nur so lange, wie die auch zugehörige Videokonferenz stattfindet. Wenn der letzte Teilnehmer die Konferenz verlässt, wird der Raum endgültig geschlossen. Auch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist möglich, wenn der verwendete Browser die Möglichkeit dazu bietet. Chats werden nach dem Ende der Videokonferenz automatisch gelöscht.

Einen wichtiger Bestandteil des Security-Aspekts haben die User allerdings selbst in der Hand: Sie sollten die Links zu ihren Videokonferenzen mit Jitsi Meet sorgsam verteilen und die Räume mit einem Passwort schützen, wenn sie dies für nötig erachten.

Mehr zum Thema: Blickkontakt statt Handshake: Videokonferenz-Systeme im Überblick

Wir aktualisieren diesen Artikel regelmäßig. Das letzte Update erfolgte am 22. Januar 2021.

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8 Kommentare
Luz
Luz

„Stets bedenken solltet ihr, dass die Kapazitäten begrenzt sind – bei mehr als 15 Meeting-Teilnehmern stoßen viele Instanzen an ihre Grenzen.“ – Jitsi sendet den Stream nicht über einen zentralen Server, sondern an jeden Teilnehmenden einzeln via WebRTC. Für den einzelnen Server entsteht so kaum Last, deshalb ist der Flaschenhals da nicht die Instanz, sondern die Bandbreiten.

Antworten
Julius Beineke

Hallo Luz,

danke Dir für Deinen Hinweis. Der Artikel wurde entsprechend aktualisiert.

Viele Grüße

Antworten
Tobias
Tobias

Die URL https://meet.ffmuc.net, die auch oben im Artikel ist, führt zur Jitsi Meet Instanz von Freifunk München. Die haben ein ganzes Cluster mit 20 Server aufgesetzt. Die Live-Statistik unter https://stats.ffmuc.net/d/U6sKqPuZz/meet-stats?orgId=1&refresh=1m&from=now-24h&to=now zeigt eindrucksvoll das auch über 700 Teilnehmer in 100 Konferenz gleichzeitig gehandhabt werden können.

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Jitsi Meet Instanz
Jitsi Meet Instanz

Wer möchte kann auch gern meine Jitsi Meet Instanz verwenden ( https://meet.blankenberg.eu/ ). Der Server hat genug Power, ist datenschutzfreundlich konfiguriert und wird in Deutschland bei Netcup gehostet.

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Andreas K.
Andreas K.

Danke!
Wäre super, wenn ihr auch erklären könnt wie man seinen so Account zum einwählen mit installiert!

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Patrick Noack
Patrick Noack

Ebenfalls ein gutes kostenloses Jitsi-Angebot findet ihr unter https://klassenzimmer.meetzi.de/. Es wendet sich vor allem an Lehrer, da es neben Jitsi auch noch Whiteboard, Editor und Co mit sich bringt. Wir haben es aber auch für den ein oder anderen Spieleabend bereits genutzt.

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David Biller
David Biller

Wir sind erst hier her umgestiegen:

https://www.glip.com/

Antworten
Martin
Martin

Glip ist doch auch aus den USA, oder…? Ich habe jetzt genug von diesen Unsicherheiten bzgl. Privatsphäre, die mit amerikanischer Software einhergehen.

Ich habe mich lange umgesehen und mich für eine Norwegische Lösung entschieden:

Alternativ zu dem sehr guten Jitsi Meet, nutze ich für professionelle Coachinggespräche, die vertraulich sein sollen und auch wirklich vertraulich bleiben müssen whereby.com. Die legen auch großen Wert auf Privatsphäre und Datenschutz u. -sicherheit, übertragen verschlüsselt, speichern nichts, man braucht keinen Account, kann seine Gäste anonym teilnehmen lassen, und es braucht keine dedizierte Software; dazu bietet es eine sehr gute Usability und ein ästhetisch ansprechendes Design – als Nachteil sehe ich lediglich: das Interface ist auf Englisch. Aber das ist zu verkraften. Ich habe ihnen gestern geschrieben, dass ich bei der Übersetzung des User Interface bei Interesse behilflich sein werde. Whereby hat ein kostenloses Angebot für bis zu 4 Teilnehmer, ein Pro-Paket für bis zu 12 Teilnehmer für ca. 10$/Monat, welches für ca. 10$ auf 50 TN erweitert werden kann und ein Business-Paket für ca. 15$, bei dem ständig 50 Sitzplätze zur Verfügung stehen. Für die gebotene Sicherheit finde ich das mehr als fair.

Wenn man Lust hat, mehr auszugeben, gibt es für Ärzte & Therapeuten auch einige dt. Anbieter für Software, die sich für digitale Sprechstunden eignen und ebenfalls sehr hohen Sicherheitsstandards genügen.

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