Ratgeber

Videokonferenzen schnell, einfach und Open-Source mit Jitsi Meet – so geht’s!

Jitsi Meet ist eine kostenlose, quelloffene Videokonferenz-Lösung. Wir zeigen euch, wie ihr damit schnell eure Meetings in Gang bringt. (Bild: Jitsi)

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Die quelloffene Videokonferenz-Lösung Jitsi Meet ist derzeit in aller Munde. Wir zeigen euch, wie ihr einen Server findet und darüber schnell und einfach eure Konferenzen in Gang bringt und steuert.

Bei allem Ärger mit Zoom, Verbindungsproblemen bei anderen Videokonferenz-Lösungen und Servern und den strengen Datenschutzvoraussetzungen, die in Deutschland für Schulen und Universitäten gelten, schaut sich alle Welt nach Alternativen um. Eine der beliebtesten ist derzeit Jitsi Meet.

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Das Tool ist kostenlos und Open-Source, bringt alle wichtigen Features mit – und ihr braucht noch nicht einmal Accounts oder Logins. Daher werden auch keinerlei Daten von euch gespeichert. Damit eignet es sich grundsätzlich auch für Schulen, Universitäten und Unternehmen, genau wie für private User. Voraussetzung ist, wie bei anderen Videokonferenzsystemen auch, ein zugehöriger Server, über den die Verbindungen laufen.

Frei verfügbare Server

Einige deutsche Server, die ihre Kapazitäten für den öffentlichen Gebrauch zur Verfügung stellen, haben die Kollegen von Digitalcourage freundlicherweise zusammengesucht und kuratiert:

Wisst ihr nicht, welcher gerade am besten funktioniert, könnt ihr euch alternativ über diesen Link zu einem Jitsi-Server leiten lassen, die freie Kapazitäten hat. Stets bedenken solltet ihr, dass die Bandbreiten begrenzt sind – bei mehr als 15 Meeting-Teilnehmern stoßen viele Server an ihre Grenzen.

Nehmt einen zufällig generierten Namen für euer Meeting, oder gebt ihm selbst einen. Auf Los geht’s los. (Screenshot: Jitsi/t3n)

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Konferenz per Browser oder App

Um diese Server nutzen zu können, könnt ihr entweder den Chrome-Browser oder die Jitsi-Mobilapp für Android oder iOS benutzen. Hier ein Datenschutz-Manko: Benutzt ihr Chrome, verwendet ihr ein Google-Produkt für die Videokonferenzen. Statt Chrome funktioniert auch Mozillas Firefox-Browser, allerdings ist Jitsi dafür nicht optimiert und funktioniert hier eventuell nicht immer ideal. Microsofts Edge wird noch nicht unterstützt. Ein Plugin für Slack gibt’s ebenfalls.

Im Browser erstellt ihr einfach einen virtuellen Meetingraum, indem ihr ihm einen Namen gebt (oder einen zufällig generierten nehmt) und als Host eintretet – diesen Namen brauchen auch eure anderen Meeting-Teilnehmer. Damit ihr Webcam und Mikrofon nutzen könnt, müsst ihr dem Browser die entsprechenden Berechtigungen geben.

Sobald ihr „drin“ seid, zeigt ein kleines Info-Fenster unten rechts einen direkt kopierbaren Link an, den ihr an eure anderen Konferenzteilnehmer schickt. In der Info-Box könnt ihr die Konferenz auch zusätzlich mit einem Passwort sichern, das Teilnehmende eingeben müssen, um ins Meeting zu kommen.

Über den Link kommen sie auf Desktop-Rechnern direkt ins Browser-Meeting. Auf Smartphones funktioniert der Link auch – im sich öffnenden Browser könnt ihr dann direkt in die installierte Jitsi-App umsteigen. Hostet ihr ein Meeting vom Smartphone oder Tablet aus, findet ihr die Passwortsicherung im kleinen Drei-Punkte-Menü unten rechts. Sehr praktisch: Tippt ihr in der App auf „Weitere einladen“ könnt ihr den Einladungslink schnell und simpel über die üblichen Sharing-Wege teilen – also auch über diverse Messenger, Twitter, Facebook und dergleichen mehr.

Auch in der Mobil-App könnt ihr euer Jitsi-Meeting steuern. Über das Menü wechselt ihr außerdem die Kameras und setzt ein Zugangspasswort. (Bild: t3n)

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Die Schaltflächen am unteren Bildschirmrand ermöglichen euch unter anderem, euren Bildschirm oder einzelne Programmfenster freizugeben – seit Kurzem inklusive Audio. Auch dafür müsst ihr eventuell Jitsi die passende Berechtigung erteilen.

Einen Textchat schaltet ihr hier ebenfalls zu, wechselt in einen Kachel-Ansicht-Modus oder meldet euch virtuell per Handzeichen, das andere Teilnehmende sehen können. Außerdem schaltet ihr hier die Kamera und das Mikrofon an und aus – über die kleinen Pfeile an den Symbolen wählt ihr das Gerät aus, das Jitsi für den Call anzapfen soll. Mit dem roten Button verlasst ihr das Meeting.

Ein Clou von Jitsi: Dank Open-Source könnt ihr auch eure ganz eigenen Jitsi-Server auf eurer eigenen Hardware aufsetzen und nutzen. Wie das geht, zeigen wir euch bald an anderer Stelle.

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6 Kommentare
Luz
Luz

„Stets bedenken solltet ihr, dass die Kapazitäten begrenzt sind – bei mehr als 15 Meeting-Teilnehmern stoßen viele Instanzen an ihre Grenzen.“ – Jitsi sendet den Stream nicht über einen zentralen Server, sondern an jeden Teilnehmenden einzeln via WebRTC. Für den einzelnen Server entsteht so kaum Last, deshalb ist der Flaschenhals da nicht die Instanz, sondern die Bandbreiten.

Antworten
Julius Beineke

Hallo Luz,

danke Dir für Deinen Hinweis. Der Artikel wurde entsprechend aktualisiert.

Viele Grüße

Antworten
Tobias

Die URL https://meet.ffmuc.net, die auch oben im Artikel ist, führt zur Jitsi Meet Instanz von Freifunk München. Die haben ein ganzes Cluster mit 20 Server aufgesetzt. Die Live-Statistik unter https://stats.ffmuc.net/d/U6sKqPuZz/meet-stats?orgId=1&refresh=1m&from=now-24h&to=now zeigt eindrucksvoll das auch über 700 Teilnehmer in 100 Konferenz gleichzeitig gehandhabt werden können.

Antworten
Jitsi Meet Instanz

Wer möchte kann auch gern meine Jitsi Meet Instanz verwenden ( https://meet.blankenberg.eu/ ). Der Server hat genug Power, ist datenschutzfreundlich konfiguriert und wird in Deutschland bei Netcup gehostet.

Antworten
Andreas K.
Andreas K.

Danke!
Wäre super, wenn ihr auch erklären könnt wie man seinen so Account zum einwählen mit installiert!

Antworten
Patrick Noack
Patrick Noack

Ebenfalls ein gutes kostenloses Jitsi-Angebot findet ihr unter https://klassenzimmer.meetzi.de/. Es wendet sich vor allem an Lehrer, da es neben Jitsi auch noch Whiteboard, Editor und Co mit sich bringt. Wir haben es aber auch für den ein oder anderen Spieleabend bereits genutzt.

Antworten

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