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Rassismus bei der Jobsuche: Unternehmen benachteiligen muslimische Frauen

(Foto: Shutterstock)

Eine Studie belegt, dass muslimische Frauen in Deutschland deutlich seltener zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Wir erklären euch, wie die Forscher zu diesem Ergebnis gekommen sind.

Schlechtere Job-Chancen für deutsche Muslima

Das Antidiskriminierungsgesetz besagt unter anderem, dass deutsche Arbeitgeber niemanden aufgrund seiner ethnischen Herkunft, Religion oder Weltanschauung diskriminieren dürfen. Eine aktuelle Studie zeigt allerdings, dass es damit wohl leider doch nicht so weit her ist. Konkret ging es in der  Untersuchung der Ökonomin Doris Weichselbauer darum, ob Frauen türkischer Abstammung schlechtere Chancen auf ein Vorstellungsgespräch haben.

Dazu verschickte sie fast 1.500 fiktive Bewerbungen und analysierte die Reaktionen der angeschriebenen Personaler. Alle Fake-Bewerberinnen waren in Deutschland aufgewachsen, verfügten über gleiche Deutschkenntnisse und denselben Bildungsstand. Dennoch gab es auf die fiktiven Bewerbungen von Frauen, bei denen ein Migrationshintergrund am Namen erkennbar war, deutlich seltener eine Einladung zu einem Bewerbungsgespräch. Obwohl auch das Bewerbungsfoto identisch war, gab es auf Bewerbungen mit dem Namen Sandra Bauer in 18,8 Prozent der Fälle eine Einladung zum Vorstellungsgespräch, während der Name Meryem Öztürk nur in 13,5 Prozent der Fälle zu diesem Ergebnis führte.

Dieselbe Person und dieselben Qualifikationen – aber sehr unterschiedliche Jobchancen. (Screenshot: Universität Linz / Doris Weichselbauer)
Dieselbe Person und dieselben Qualifikationen – aber sehr unterschiedliche Jobchancen. (Screenshot: Universität Linz / Doris Weichselbauer)

Muslima mit Kopftuch haben es noch schwerer

Noch geringer war die Einladungsquote, wenn die Bewerberin mit dem Namen Meryem Öztürk ein Kopftuch auf dem Bewerbungsfoto trug. Dann gab es sogar in nur 4,2 Prozent der Fälle eine Einladung zu Bewerbungsgespräch. Das bedeutet, dass eine kopftuchtragende Frau mit türkischem Namen 4,5-mal mehr Bewerbungen als eine Frau ohne Kopftuch und mit deutschem Namen schreiben muss, um zur selben Anzahl an Vorstellungsgesprächen eingeladen zu werden. Dabei hatte die Wissenschaftlerin mit Rücksprache mit der türkischen Gemeinde in Berlin extra ein eher modernes Kopftuch für das Foto ausgewählt, das nicht den Hals verdeckt und keine Rückschlüsse auf eine sonderlich strikte Religionsauslegung zulässt.

Bedenklich ist auch der Umstand, dass die Diskriminierung laut Studie stärker wird, je höher die Position ist, für die sich eine Frau mit Kopftuch bewirbt. So hätte sich unsere fiktive Kopftuchträgerin Meryem Öztürk 7,6-mal so oft auf eine Stelle zur Bilanzbuchhalterin bewerben müssen, um dieselbe Anzahl an Einladungen zu einem Bewerbungsgespräch zu erhalten wie Sandra Bauer. Für den Posten einer Sekretärin hätte es ausgereicht, sich „nur“ 3,5-mal so oft zu bewerben.

Fazit

Die Studie zeigt eindeutig, dass es trotz entsprechender Gesetze ein Diskriminierungsproblem in diesem Land gibt. Allerdings haben die Betroffenen im Grunde keine Möglichkeit, mit rechtlichen Schritten gegen die Ungleichbehandlung vorzugehen, da ein Arbeitgeber kaum den Namen oder das Kopftuch als Grund für eine Absage nennen würde. Hier wäre der Gesetzgeber gefragt, um eine Lösung zu finden, damit die geltenden Gesetze auch umgesetzt werden können.

via www.spiegel.de

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18 Reaktionen
NicoleColonia

Das ist die logische reaktion auf das Verhalten der Mehrheit einer Bevölkerungsgruppe. Bei uns im Betrieb habe ich beobachten müssen, wie Muslima noch schwieriger im Umgang werden, wenn sie ein Kopftuch anlegen. Sie signalisieren: "Ich will nicht zu Ech gehören." Und das tun sie dann auch nur noch sehr eingeschränkt.
Sippenhaft ist ungerecht, aber ich habe vollstes Verständnis für Arbeitgeber, die sich eine mimosenhafte Bevölkerungsgruppe (muslimische Männer ebenso) nicht mehr antun wollen, sobald sie diese Erfahrungen gemacht haben.

Moslems haben die Wahl. Entweder integrieren sie sich, oder sie lassen es und tragen dann auch die Kosnsequenzen. Im Übrigen ist es nicht rassistisch, sondern antireligiös. ich würde auch keinen orthodoxen Juden, keinen bibeltreuen Christen und keinen fanatischen Hindu einstellen.

Die größten "Rassisten" - wenn man das Wort überhaupt anwenden kann - sind religiöse Fundamentalisten, die alle andersgläubigen ablehnen. Da wird noch nicht einmal ein Protestant von Katholiken oder ein Sunnit von einem Schiiten oder Wahabiten anerkannt (und umgekehrt).

Religionen sind Gift. Wer vergiftet schon freiwillig das Betriebsklima?

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www.grepmaster.eu

Hallo NicoleColonia,

so kann und evtl. sollte man 'es' AUCH 'so' sehen - man kann und sollte NICHT einen was NICHT eins sein möchte / kann.

Am Ende jeder Toleranz steht der Egoismus und das ist NICHT per se schlecht.

Weniger ist mehr und deshalb sollte man sich vom Multi-Kulti-Wahn verabschieden und sich die hiesige Kultur bewahren.

Mut zur Wahrheit ist wichtig.

Ciao, Sascha.

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Unverschleiert

Wenn ich mich mit einem Nudelsieb auf dem Kopf bewerbe schmälert das ebenfalls meine Chancen. Aber Hauptsache man hat mal wieder den Rassismus-Vorwurf rausgehauen, ist halt praktisch und man fühlt sich danach einfach gut, nicht wahr?

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www.grepmaster.eu

Rassisten werden nicht geboren, Rassisten werden gemacht - Sie sind ein Spiegelbild unserer Gesellschaft, denn diese trägt kollektive (Mit-)Schuld durch ihr entsprechendes agieren - nichts geschieht ohne Grund und schuldig bleibt dabei das Kollektiv.

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www.grepmaster.eu

"[sic!] (...) Unternehmen benachteiligen muslimische Frauen" - NEIN; Muslima benachteiligen sich selbst indem sie Kopftuch tragen. NICHT die Tatsachen verdrehen, ihr Löschtrolle.

Antworten
www.grepmaster.eu

Meinungsdiktat à la T3N: Bist Du NICHT unserer Meinung bist Du ein Rassist. Immer 'Pro' sein müssen, nie 'Kontra' sein dürfen denn sonst wird direkt die 'Rassismus-Vorwurfs-Keule' geschwungen. Lügenpresse halt die Fresse.

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Benny Lava

Wer seine Erfahrung mit Kopftuchfrauen gemacht hat, wird keine mehr einstellen, egal, was Gesetze sagen.

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www.grepmaster.eu

Richtig; denn wir sind die Summe unserer Erfahrungen !

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Nate

Ich bin nicht der Meinung, dass eine gesetzliche Verpflichtung zur Einstellung von bestimmten Bevölkerungsgruppen hier irgendwie Abhilfe schaffen kann.
Jemand, der keine angehörige einer bestimmten Bevölkerungsgruppe einstellen will, wird das auch weiterhin machen. Andersherum gedacht - sollte die gesetzliche Lage eine Einstellung eben dieser Gruppen forcieren, wird man sicher einen Weg finden diese wieder los zu werden. Vor allem Mobbing, innerbetriebliche Benachteiligung, etc. sehe ich hier wieder als Problem.

Man muss natürlich auch den Gegensatz sehen - ich kenne viele kleinere Unternehmen in meiner nahen Umgebung mit muslimischer Führung, die (1) generell keine Frauen und (2) keine Anhänger anderer Glaubensrichtungen einstellen würden. Auch wenn es hier nicht um höher bezahlte Jobs in der Finanzbuchhaltung eines großen Unternehmen geht - Gleichberechtigung sollte dann doch alle treffen.

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Ivan

Islam ist keine Rasse, Islamkritik kein Rassismus.

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Kim Rixecker

Menschen mit einem türkischen Namen zu benachteiligen ist hingegen sehr wohl Rassismus und hat auch nichts mit Islamkritik zu tun.

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Ivan

Türken sind auch keine Rasse, aber jedem ist es offensichtlich egal. Rassismus soll auch mit Xenophobie nicht verwechselt werden. Der Artikel ist eine Mischung aus allem.

RegExp

Hallo Kim Rixecker,

wenn Ausländer sich ihre Kultur bewahren, nach DE ex- / importieren, somit eine Integration unterminieren, WIR dass aber akzeptieren / tolerieren sollen / müssen ... wieso dürfen Deutsche in DE sich dann ihre Kultur nicht AUCH bewahren, weshalb akzeptiert / toleriert dass KEINER ?!

Ist dass fair, demokratisch - gleiches Recht für alle (?); wessen Heimatland ist DE und wer ist hier NUR Gast ?

Mut zur Wahrheit.

Ciao, Sascha.

Kim Rixecker

Tatsächlich lehnen einige Sozialwissenschaftler den Begriff Xenophobie ab, weil sie darin einen Euphemismus für Rassismus sehen. Unabhängig davon bleibt es dir natürlich selbst überlassen, ob du lieber vermeintliche Unklarheiten kritisierst, oder dich mit der durch die Studie belegten Diskriminierung bestimmter Bevölkerungsschichten beschäftigst.

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www.grepmaster.eu

Ich fühle mich diskriminiert und benachteiligt weil ich hier Lügen lesen muss und mich mit allem solidarisch zeigen muss - ich bin dagegen.
Löscht doch euren Propaganda-Artikel, dieser hetzt nämlich gegen Deutsche die in Deutschland leben und zwingt sie euren Scheiß hochzuloben andernfalls sei man ja ein Rassist.

lola

Die Arbeitgeber haben eben Angst das er einen Fehler im Umgang mit der Religion, Tradition oder Weltaunschauung der Bewerberin oder deren Verwanden macht.

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Adnan

Wenn du normal bist,dann brauchst keine angst vor iwas haben!

Antworten
RegExp

Hallo Adnan,

sicherlich ist ein jeder mit seiner Kultur / Tradition / Heimat stark verbunden, so geht es den Migranten, so geht es uns Deutschen ... !

Das Heimweh muss demnach unerträglich sein weshalb man diesen nicht nachgeben möchte ist mir völlig unverständlich.

Diese Menschen werden in ihren Krisen- / Kriegsgebieten gebraucht um es zu verteidigen und wieder aufzubauen.

Doch nun sind diese Menschen hier ..., sie ließen ihre Heimat zurück anstatt um ihr Land zu kämpfen ..., retteten sie sich selbst - wie selbstlos und verantwortungsbewusst.

Ciao, Sascha.

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