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Julia in der Big-Data-Analyse: 2017 könnte das Jahr für die Programmiersprache werden

(Grafik: Instacod.es)

Noch hat Julia Version 1.0 längst nicht erreicht. Doch vor allem im Finanzsektor wächst das Interesse an der High-Performance-Programmiersprache.

Julia: Programmiersprache findet immer mehr Anhänger im Finanzsektor

Vor sieben Jahren wollten Jeff Bezanson, Stefan Karpinski, Viral B. Shah und Alan Edelman nichts Geringeres als eine Programmiersprache erschaffen, welche die besten Elemente von C, Matlab, Java, Ruby, Perl und R miteinander verbindet. Das Ergebnis nannten sie Julia und stellten es im Februar 2012 unter eine Open-Source-Lizenz. Julia soll sich vor allem für wissenschaftliche Projekte eignen, gleichzeitig ist sie jedoch auch als General-Purpose-Programmiersprache erdacht worden. Im Vergleich zu anderen wissenschaftlichen Sprachen wie Matlab oder R punktet Julia durch eine deutlich schnellere Ausführungsgeschwindigkeit.

Im September 2016 erschien in Julia in Version 0.5.0 und 2017 soll der Sprung auf Version 1.0 geschafft werden. Doch schon jetzt interessieren sich nicht wenige Firmen aus dem Finanzsektor für Julia. Darunter befindet sich beispielsweise das Londoner Software-Unternehmen BestX, das Julia für ihre Transaktionskosten-Analyse-Software verwendet. Aman Thind, einer der Gründer des Unternehmens und ehemaliger Leiter der Innovationsgruppe für quantitative Lösungen bei Morgan Stanley, erklärt den Einsatz von Julia gegenüber Water Technology wie folgt: „Du kannst die Ausdrucksfähigkeit von Python haben, während du die Performance von C bekommst.“

Julia: Die dynamische, funktionale Programmiersprache punktet vor allem in Sachen Ausführungsgeschwindigkeit. (Grafik: julialang.org)

Julia: Die dynamische, funktionale Programmiersprache punktet vor allem in Sachen Ausführungsgeschwindigkeit. (Grafik: julialang.org)

Die Federal Reserve Bank of New York nutzt Julia für ihr DSGE-Modell

Auch Trading-Firmen wie Berkery, Noyes & Co. oder AOT Trading setzen nicht zuletzt aufgrund der hohen Ausführungsgeschwindigkeit auf Julia. In einem Interview mit dem Finanz-Karriereportal Efinacialcareers, das von Dow Jones & Company betrieben wird, erklärte Julia-Miterfinder Viral B. Shah im Juni 2016, dass die Sprache vor allem im Bereich quantitativer Hedge-Funds immer häufiger verwendet wird. Darüber hinaus hat auch die Federal Reserve Bank of New York ihr dynamisches stochastisches allgemeines Gleichgewichtsmodell (DSGE-Modell) auf Julia portiert und über Github verfügbar gemacht.

Derzeit nutzen nur etwa 150.000 Entwickler die Programmiersprache. Shah und seine Mitstreiter glauben jedoch fest daran, dass die Veröffentlichung von Julia 1.0, dazu beitragen kann, die Nutzerbasis langsam aber sicher auf 1,5 Millionen Entwickler zu erhöhen. Das wachsende Interesse der Finanzbrache deutet immerhin darauf hin, dass Julia tatsächlich eine interessante Zukunft vor sich hat. Bis die Sprache aber so weit verbreitet wie R oder Python ist, muss nicht nur Julia selbst, sondern auch das Ökosystem um die Programmiersprache herum wachsen – der Grundstein dafür, ist bereits gelegt.

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