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Kalt duschen führt zu weniger Krankheitstagen – sagt eine Studie unter 3.000 Teilnehmern

Weniger krank, voll vital: Diese Wirkung hat kaltes Duschen auf den Körper. (Foto: Shutterstock-Master1305)

Dass Menschen, die morgens kalt duschen, sich gesünder fühlen, hört man oft. Ein Forscher sieht sogar einen Effekt auf den Stand der Krankheitstage. Jetzt formuliert er Thesen zur Wirkungsweise.

Raus aus dem warmen Bett und rein in die kalte Dusche. Für Frauke Schneider (Name geändert) ein tägliches Ritual. Das kalte Wasser bringt ihren Kreislauf in Wallung. Das Herz pocht, die Haut strafft sich. Müde Augen werden munter. Doch das Beste daran: Seitdem sie morgens kalt duscht, fühlt sie sich gesünder. Sie wird weniger krank und wenn doch einmal eine Erkältung vorkommt, sei sie viel besser gewappnet, die zu überstehen. Während sie früher schon mal vier bis fünf Tage flach lag, ist das Schlimmste heute meist schon nach ein bis zwei Tagen überstanden. Für die Berlinerin gibt es keinen Zweifel: Kalte Duschen härten ab und halten fit. „Ich rate jedem, egal ob in der Familie, meinen Freunden oder den Kollegen dazu“, erklärt sie uns.

Kalt duschen: Ein Forscher geht dem Effekt auf die Gesundheit nach

Auch Geert A. Buijze, Forscher an der Universität Amsterdam, und sein Team haben untersucht, worauf Menschen wie Frauke schwören. Sie haben 3.000 Freiwillige in mehrere Gruppen aufgeteilt und die einen gebeten, ihre morgendlichen Duschen mit 30, 60 oder 90 Sekunden kaltem Wasser zu beenden und die anderen Teilnehmer, 30 Tage lang so zu duschen, wie sie es eigentlich immer taten. Danach schauten sich die Wissenschaftler die Anwesenheitszeiten der Probanden in diesem Zeitraum an – mit einem spannenden Ergebnis: Im Durchschnitt fehlten die Menschen in den Gruppen, die sich mit kaltem Wasser geduscht hatten, 29 Prozent weniger als in der Kontrollgruppe, die warm geduscht hat. Das Fazit: Kalte Duschen führen zu weniger Krankheitstagen.

Doch woran liegt das? In einem Interview mit dem Harvard Business Review versucht Buijze sich an einer Erklärung. Die Teilnehmer, die die kalten Duschen nahmen, berichteten dem Wissenschaftler, dass sie sich im Durchschnitt zwar genauso häufig krank fühlten wie die Menschen, die normal duschten. Jedoch waren ihre Symptome weniger schwerwiegend. Sie fühlten sich vitaler, sodass sie die Krankheit besser durchstehen konnten, ohne auszufallen. „Die genaue Wirkung auf das Immunsystem ist unklar“, macht der Studienleiter zwar deutlich. Jedoch habe er eine These, die die Forscher in der Folge des Experiments überprüfen wollen. Eine, die bereits jetzt schon sehr glaubhaft wirkt.

Der Wissenschaftler erklärt, dass die kalten Temperaturen uns zittern lassen, um die Körpertemperatur zu regulieren. Der neuroendokrine Effekt löst eine Stressreaktion aus, die Hormone wie Cortisol ausschüttet. Das wiederum aktiviert Stoffwechselvorgänge, die dem Körper energiereiche Verbindungen zur Verfügung stellt, um körperfremde Eindringlinge zu bekämpfen. Die regulierende Wirkung von Cortisol auf das Immunsystem wird in der Medizin seit Jahren genutzt, um krankheitsbeschleunigende Reaktionen zu unterdrücken und Entzündungen zu hemmen. Außerdem, so Buijze, werden braune Fettzellen aktiviert, die helfen, den Wärmehaushalt des Körpers zu regulieren.

„Auch Placebos sind auf neurobiologische Pfade angewiesen.“

Die These, dass die kalten Duschen nur einen Placebo-Effekt hervorrufen und die Leute sich abgehärteter fühlen, nachdem sie den Tag mit Frösteln begonnen haben, steht ebenfalls im Raum. Diese Annahme sei unter Medizinern sogar weit verbreitet. Geert A. Buijze schließt das ebenfalls nicht aus und fügt hinzu: „Selbst wenn dies nur ein psychologisches Phänomen ist, wäre das für mich in Ordnung. Der Placebo-Effekt hat einen negativen Ruf in der Medizin, aber in den Lebens- und Gesundheitswissenschaften ist jeder heilsame Effekt, der auf natürliche Weise erreicht wird und nicht auf Pillen zurückzuführen ist, etwas, wonach man streben sollte. Auch Placebos sind auf neurobiologische Pfade angewiesen.“

Was hinter dem Effekt steht, bleibt insofern noch nicht eindeutig beantwortet. Dass die positive Wirkung jedoch nicht von der Hand zu weisen ist, haben auch schon andere Studien belegt. Das Besondere an der niederländischen Forschungsarbeit sei jedoch die Größe der Kontrollgruppen, so Buijze. Andere Studien, die lediglich an einigen hundert Probanden entlang geführt wurden, seien nur wenig aussagekräftig. Auch Stefan Meuer, Immunologe am Uniklinikum Heidelberg, erklärt auf Zeit Online, dass ein das Immunsystem stärkender Effekt nie erwiesen oder widerlegt worden sei. Abhärtung sei jedoch auch eine Frage des Geistes. „Wenn jemand meint, eine Methode gefunden zu haben, die ihm hilft, gesund zu bleiben, dann soll er sie ruhig anwenden.“

Übrigens, kaltes Duschen am Morgen steht auch unter erfolgreichen CEO hoch im Kurs. Lies auch: Morgenroutine – So nutzen Führungskräfte die erste Stunde des Tages

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2 Kommentare
xxbine
xxbine

Kaltduschen…ein Thema, das alle bewegt ;)
Hab letztens noch einen Artikel zur Durchführung gefunden: https://www.calmwaters.de/ratgeber/wechselduschen

Ich muss aber gestehen, aktuell sind mir die Temperaturen dafür aber zu niedrig :D

Antworten
Mich@
Mich@

Was heißt denn in diesem Fall „kalt“?
Ich z.B. gehe immer in „Schrödingers Dusche“. Während die Dusche für mich angenehm ist, ist sie für meine Frau so kalt, dass sie sich immer fragt, wie ich es darunter aushalten kann.

Antworten

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