News

Kampf gegen VPN-Services: Türkei verhindert Tor-Nutzung

(Foto: EKS/shutterstock.com)

Wenn die türkische Regierung den Zugang zu sozialen Medien oder Diensten wie Dropbox sperrt, greifen Internetnutzer des Landes zu VPN-Services oder Tor. Aber deren Nutzung wird jetzt auch verhindert.

Türkei blockiert VPN und Tor

Seit dem wie das Projekt Turkey Blocks berichtet. Demnach sind die Sperren von Tornetzwerk und -Browser in der ganzen Türkei aktiv.

Türkei: Verbot von Tor und VPN-Diensten schränkt Internetnutzung ein. (Foto: Shutterstock.com/Studiomonkey)

Türkei: Verbot von Tor und VPN-Diensten schränkt Internetnutzung ein. (Foto: Shutterstock.com/Studiomonkey)

In Ländern mit restriktiven Regierungen wird das Tornetzwerk von Aktivisten, Journalisten, aber auch ganz normalen Internetnutzern gern verwendet, um Sperren des Internets oder bestimmter Dienste zu umgehen und möglicher Überwachung zu entgehen. Das wird durch die neuen Restriktionen jetzt deutlich erschwert. „Die teilweise oder totale Blockade von VPN, Tor und ähnlichen Diensten verschärft den Charakter der türkischen Internetzensur von moderat auf scharf“, heißt es bei Turkey Blocks. Damit ließe sich die aktuelle türkische Internetpolitik mit Chinas Großer Firewall vergleichen.

Spätestens seit Anfang Dezember hatte die türkische Regierung die Zügel bei den Internet-Service-Providern (ISPs) angezogen, um diese dazu zu bringen, die geforderten Sperren gegen VPN-Services und das Tor-Netzwerk umzusetzen. Seitdem berichteten Nutzer immer wieder von Abbrüchen der Verbindung. Diese Störungen der sicheren Verbindungen ins Internet konnte die Organisation Turkey Blocks nach eigenen Angaben jetzt bestätigen, auch wenn die Blockade noch nicht komplett ist.

Tor-Verbot zieht Einschränkung der Pressefreiheit nach sich

So sollen einige bestimmte VPN-Dienste noch funktionieren, etwa Unternehmenslösungen, die einen sicheren Zugriff von Mitarbeitern von außen ermöglichen. Allerdings warnt das Türkei-Projekt davor, dass für viele türkische Nutzer die Internetsperren künftig nicht mehr umgehbar sein würden. Dadurch werde sich die Internetnutzung in den kommenden Jahren massiv ändern, was sich in einer Einschränkung der Presse- und der Meinungsfreiheit äußern werde.

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

3 Kommentare
Johannes
Johannes

Kann bitte jemand die Auswirkungen der Tor- und VPN-Blockade in der Türkei auf die illegale Nutzung, zB Waffenhandel erforschen? Das wäre eine günstige Gelegenheit, Erkenntnisse zu gewinnen.

Antworten
alem_r
alem_r

Kann jemand technisch erklären wie das Möglich ist?

Die knotenpunkte sind ja willkürlich…

Man müsste das beim Internetprovider direkt machen oder?

Antworten
DerFremde
DerFremde

Wenn sowas in Russland passieren würde, würde es natürlich einen Hurricane der politischen Entrüstung geben und sofort ein riesen medien taramtamtam geben…
#doubleStandards

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung