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Kaspersky: Best Buy verbannt Antiviren-Software aus den Regalen

Hexenjagd oder berechtigte Vorwürfe? In den USA wird Kaspersky aktuell heftig kritisiert. (Foto: dpa)

Die größte US-Elektronikkette Best Buy wirft Produkte der Sicherheitsfirma Kaspersky Lab aus dem Programm. Der Grund sollen zu enge Beziehungen zur russischen Regierung und zu Geheimdiensten sein. 

Die Nerven in den USA liegen offenbar blank: Die größte US-Elektronikkette Best Buy hat sämtliche Produkte der russischen Sicherheitsfirma Kaspersky Lab aus den Regalen genommen, wie sowohl eine Sprecherin von Best Buy als auch Kaspersky bestätigt. Man habe die Geschäftsbeziehung zum jetzigen Zeitpunkt aufgehoben, werde diese aber gegebenenfalls wieder aufleben lassen, teilte das Unternehmen mit.

Die US-Geheimdienste hätten nach Medieninformationen das Sicherheitsunternehmen bereits vor Monaten ins Visier genommen und es seien „zu viele Fragen offen geblieben“. Die Befürchtung dahinter ist altbekannt: Das Unternehmen, dem seit Jahren enge Beziehungen zur russischen Regierung nachgesagt werden, könne versuchen, über Kasperskys Programme US-Bürger auszuspionieren oder Systeme in Unternehmen zu sabotieren.

Kaspersky: Wie eine russische Software in den USA unter die Räder kommt

Eugene Kaspersky, dessen Karriere bei einem sowjetischen militärischen Forschungsinstitut begann, gilt in der Tat als einer der bekanntesten und bestinformierten Unternehmer der IT-Security-Szene. Eine Nähe zu russischen Geheimdiensten und zum russischen Kreml wird ihm bereits länger unterstellt – er bestreitet die Vorwürfe dagegen. Man arbeite mit Behörden in aller Welt zusammen, habe aber keine speziellen Beziehungen zu russischen Geheimdiensten und der dortigen Polizei.

Kaspersky warnt seit Jahren eindringlich vor den Risiken durch gezielte Angriffe auf die IT-Einrichtungen und vernetzten Produktionsstätten von Unternehmen, hat sich aber beispielsweise im Zusammenhang mit dem Bundestrojaner seinerzeit gegen eine politische Vereinnahmung der Hersteller von Antivirus-Software ausgesprochen. Es sei nicht Aufgabe der Unternehmen, zwischen guten und bösen Bedrohungen zu unterscheiden.

Schritt bedeutet für Kaspersky wirtschaftliche Einbußen

Für Kaspersky Lab und seine IT-Sicherheitslösungen dürfte mit diesem Schritt ein wichtiger Markt weiter wegbrechen. Denn schließlich ist der Markt mit IT-Sicherheitslösungen heiß umkämpft und es gibt genügend adäquate Technologien der Mitbewerber – von Symantec über Bitdefender bis hin zu F-Secure und G-Data. Unternehmen und Privatleute können also problemlos auch aus ideologischer Sicht das für sie passende Produkt wählen. Selbst wenn andere Händler dem Schritt von Best Buy nicht folgen, dürfte die Diskussion für Kaspersky Lab einen empfindlichen Imageschaden und sinkende Umsätze bedeuten.

Bereits vor einigen Wochen hatte die amerikanische Bundespolizei FBI Unternehmen und Regierungsorganisationen in den USA nahegelegt, nicht mit Kaspersky-Software zu arbeiten. Diese würden eine Bedrohung der nationalen Sicherheit darstellen. Insbesondere eine Nähe zum russischen Inlandsgeheimdienst FSB wird dem Unternehmen nachgesagt. Kaspersky dementierte auch das. Zu den Kunden von Kaspersky Lab zählen mehr als 400 Millionen Privatpersonen und rund 270.000 Unternehmen. Kürzlich hatte das Unternehmen eine kostenlose Antiviren-Software vorgestellt, die im Herbst in den wichtigsten industriellen Märkten erscheinen soll.

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Eine Reaktion
Sebastian

Naja, da bricht ja nicht der Markt weg, sondern nur ein Absatzweg. Und ich würde auch zweifeln, wenn dort ein Großteil der Software verkauft wurde.

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