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Kassenlose Supermärkte – kann man bei Amazon Go bald mit Bargeld zahlen?

Amazon Go – Einkaufen ohne Kassen. (Foto: picture alliance/ZUMA Press)

Bei Amazon Go sollen Kunden bald auch mit Bargeld bezahlen können. Damit reagiert Amazon auf Vorwürfe, es würde in seinen kassenlosen Supermärkten Menschen ohne Bankkonto benachteiligen.

Zehn Amazon-Go-Geschäfte hat der E-Commerce-Riese in den vergangenen Monaten eröffnet, bis 2021 sollen bis zu 3.000 weitere Läden folgen. Bisher ist für den Einkauf in einem der kassenlosen Supermärkte ein Smartphone mit der Amazon-Go-App und ein Amazon-Konto erforderlich, über das der Einkauf automatisch abgerechnet wird. Jetzt hat Amazon aber durchblicken lassen, dass künftig auch mit Bargeld gezahlt werden können soll, wie CNBC berichtet.

Amazon Go: Bargeldzahlen als Option

Der für die physischen Läden zuständige Amazon-Vice-President Steve Kessel hatte bei einem internen Gespräch mit Mitarbeitern erklärt, dass die Go-Märkte zusätzliche Bezahloptionen erhalten sollen. Welche Methoden das sein sollen, sagte Kessel ebenso wenig, wie er einen konkreten Zeitplan für die Einführung nannte. Amazon hat gegenüber CNBC derweil bestätigt, dass Amazon Go künftig Bargeld zum Bezahlen akzeptieren wolle. Wie genau das vonstatten gehen wird, ist aber unklar. Möglicherweise würde dann aber der Amazon-Go-Vorteil des kassenlosen „Kassierens“ verlorengehen.

Schon jetzt hat Amazon in den USA einige neue Bezahlmöglichkeiten eingeführt. So können bei Amazon Lebensmittelmarken eingelöst werden. Über das Programm Amazon Cash können Amazon-Kunden in Läden wie Seven-Eleven Bargeld auf ihr digitales Amazon-Konto einzahlen. In Deutschland ist dieses Verfahren im Sommer 2018 unter dem Namen „Amazon vor Ort aufladen“ gestartet. Das Interesse daran soll sich laut FAZ aber in Grenzen halten.

Amazon-Go-Supermarkt in Bildern
(Foto: picture alliance/ZUMA Press)

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Grund für die Überlegungen, in den Go-Stores Bargeldzahlung zu ermöglichen, dürfte die zunehmende Kritik an der Benachteiligung von Menschen ohne Bankkonto sein. In den USA sollen rund 6,5 Prozent der Haushalte – das entspricht 8,4 Millionen Menschen – nicht über ein Bankkonto verfügen. In Deutschland ist die Zahl der Kontolosen mit 1,2 Prozent der über 15-Jährigen deutlich geringer. Es dürften aber dennoch einige Hunderttausend Menschen betroffen sein.

Um Menschen ohne Konto den Zugang zu allen Geschäften zu ermöglichen, setzen US-Städte zunehmend auf gesetzliche Regelungen. Als erste Großstadt hat Philadelphia im März Läden verboten, in denen keine Bargeldzahlung möglich ist. Der US-Bundesstaat New Jersey hat ebenfalls ein solches Gesetz erlassen. Städte wie New York, San Francisco und Chicago überlegen ähnliche Regelungen. In Massachusetts gibt es so ein Gesetz schon seit Jahrzehnten.

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