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„Kein Opt-out“: Facebook sammelt Standortdaten auch bei deaktivierter Funktion

Facebook am Smartphone. (Foto: Shutterstock)

Facebook sammelt Standortdaten seiner Nutzer, auch wenn diese die Funktion deaktiviert haben – unter anderem über die IP-Adressen. Das hat das Social Network jetzt eingeräumt.

Auch wenn Nutzer die Ortungsdienste auf ihren Smartphones deaktivieren, sammelt und verwendet Facebook deren Standortdaten weiter. Das hat das Social Network in einem dreiseitigen Schreiben eingeräumt, dass der US-amerikanische Senator Josh Hawley via Twitter veröffentlicht hat. Hawley zufolge diene die Datensammelei vor allem dem Zweck, dadurch personalisierte Werbung ausspielen und Geld verdienen zu können. Facebook gibt in dem Schreiben noch weitere Gründe an, warum die Lokalisierung der Nutzer wichtig sein könne, wie heise.de schreibt.

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So lässt der Konzern wissen, dass es dabei auch um die Sicherheit seiner Mitglieder beziehungsweise deren Accounts gehe. Ein Alarm werde etwa ausgelöst, wenn sich jemand normalerweise immer in London anmelde, dann aber versuche, aus Sydney Zugang zu dem Facebook-Konto zu bekommen. Auch beim Kampf gegen Fake-News seien die Standortbestimmungen notwendig, argumentiert Facebook. Senator Hawley lässt das allerdings nicht durchgehen. Per Twitter wettert er, dass es kein Opt-out gebe und keine Kontrolle über die eigenen persönlichen Daten. Daher, so Hawley, müsse der Kongress in Aktion treten.

Facebook erklärt auch, wie es an die Standorte seiner Nutzer gelangt, auch wenn diese die Ortungsfunktion auf ihren Geräten deaktiviert haben. Zum einen geschehe das über die IP-Adressen, die beim Zugriff auf die Facebook-Server registriert würden. Andererseits erhebe Facebook aber auch, wenn Nutzer etwa Interesse an Veranstaltungen an einem bestimmten Ort haben, oder wenn eine Person auf einem Foto markiert worden sind, das den Aufnahmeort preisgibt. Auch die im Profil veröffentlichte Adresse oder Informationen aus Marketplace-Verkäufen werden für die Standortbestimmung herangezogen.

Facebook: Bei deaktivierten Ortungsdiensten nur grobe Standortdaten

Für die Verarbeitung der ortsbasierten Informationen hat Facebook eigens ein Team eingerichtet, das die entsprechende Infrastruktur verwaltet. Von dem Team gemanagte interne APIs etwa sollen dafür sorgen, dass Standortdaten von Nutzern, die ihre Ortungsdienste deaktiviert haben, nur grob erhoben werden – auch wenn eine feinere Bestimmung möglich wäre. Die komme nur in Ausnahmefällen zum Tragen, so Facebook. Zum Beispiel, wenn es um die Androhung eines Selbstmordes oder Hacker gehe. Diese Informationen, beteuert Facebook, würden aber auch in den AGB stehen.

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3 Kommentare
Jaroslaw Sarbiewski
Jaroslaw Sarbiewski

Immer die gleiche Leier,

„wir sammeln die daten nur fuer personalisierte werbung und zum schutz der nutzer“. Ich kann die gequirte Sc** nicht mehr hoeren. Jeder gesunde Menschenverstand weiss doch, dass die auf profit aus sind. Trotzdem gibt es ein paar Befragungen, evtl. ein paar Millioenchen Busgelder (die bei weitem nicht soviel Wert sind als unsere Daten) und zur Kroenung machen die Schwei** munter weiter und lachen sich den Ast ab. Die meisten Leute halten den notorischen vertrauensmissbrauchern auch noch die Treue weil sie sich schon laengst abhaengig von den Wi**** gemacht haben und nicht mal die Courage haben die Abhaengigkeit zuzugeben. „Schlisslich haben wir ja nichts zu verbergen“.
Drueckt weiter auf den Like-Button bis euch der Finger abfaellt, denn der Verstand ist schon laengst auf der Strecke geblieben.
Achja, die schoene neue Welt^^

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dennis
dennis

Gebe Dir da völlig Recht. Alle heulen rum, weil deren ach so wichtigen Daten von böse, böse Google & Co. gesammelt werden, machen aber alle einfach mit. Fragt sich wer den Fehler macht…

Antworten
Mitch

Und ich dachte „aus Sicherheitsgründen“ wäre der staatlichen Totalüberwachung vorbehalten :-)

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