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Digitale Gesellschaft

Keks gegen Sozialversicherungsnummer? Kunstprojekt zeigt, wie bereitwillig Amerikaner sensible Daten herausgeben

Keks gegen Sozialversicherungsnummer? (Bild: Talisman Brolin und Risa Puno)

Keine Frage, so ein Cookie ist schon lecker. Doch würdet ihr für einen Keks einige Ziffern eurer Sozialversicherungsnummer oder etwa eure Fingerabdrücke hergeben? Vor allem ohne zu erfahren, was mit den persönlichen Daten passiert?

In New York hat die Performance-Künstlerin Risa Puno genau so eine Aktion auf dem „Photoville“-Kunstfestival in Brooklyn durchgeführt – mit erstaunlichen Erkenntnissen. Im Rahmen des Experiments „Please enable Cookies“ hat nämlich über die Hälfte der Teilnehmer keinen Rückzieher gemacht, als es darum ging diese und weitere Angaben abzugeben. Die Kekse in den Geschmacksrichtungen „Chocolate Chili Fleur de Sel“ und „Pink Pistachio Peppercorn“ müssen sehr schmackhaft ausgesehen haben, denn von den insgesamt 380 New Yorkern haben satte 162 Personen die letzten vier Ziffern der Sozialversicherungsnummer und 117 Personen ihre Fingerabdrücke abgegeben. Zudem wurde die Führerscheinnummer, Mädchenname der Mutter und die Telefonnummer eingesammelt – Daten die vor allem für Sicherheitsabfragen von Online-Konten als Verifizierung dienen.

Keks gegen Sozialversicherungsnummer? Teilnehmer ließen sich durch Intransparenz nicht abschrecken

Keks gegen Sozialversicherungsnummer? Kunstprojekt zeigt, wie bereitwillig Amerikaner sensible Daten herausgeben. (Bild: Talisman Brolin und Risa Puno)
Keks gegen Sozialversicherungsnummer? Kunstprojekt zeigt, wie bereitwillig Amerikaner sensible Daten herausgeben. (Bild: Talisman Brolin und Risa Puno)

„Es ist verrückt, welche Informationen die Teilnehmer bereit waren, für einen Keks herauszugeben“, entgegnet sie den Redakteuren von ProPublica, die die Geschichte veröffentlichten. Vor allem war sie überrascht, dass einige Teilnehmer sich nicht einmal von der Intransparenz der Aktion abschrecken ließen. Risa Puno verweigert auf Anfrage nämlich die Angabe, wofür die Daten genutzt werden und verwies lediglich auf ein Papier, das in winziger Schrift aufführte, dass die Informationen öffentlich zur Schau gestellt und geteilt werden können.

Künstlerin Risa Puno. (Bild: Lois Beckett / ProPublica)
Künstlerin Risa Puno. (Bild: Lois Beckett / ProPublica)

Das Experiment ist ein besonders bezeichnendes Beispiel dafür, wie gering vor allem Amerikaner den Wert der persönlichen Daten einschätzen. Vor allem das Einsammeln biometrischer Daten gilt als äußerst brisant und sollte nur im Rahmen staatlicher Hoheitsaufgaben oder zu medizinischen Zwecken durchgeführt werden. Gleiches gilt für die Weitergabe der Ziffern von Sozialversicherungsnummern oder ganzen Führerscheinnummern.

Ob so ein Experiment in Deutschland ähnliche Ergebnisse liefern würde, bleibt fraglich. Angesichts der vorherrschenden Datenschutz-Mentalität dürften die Erkenntnisse vermutlich abweichen. Was mit den erhobenen Daten passiert, weiß die Künstlerin aktuell noch nicht. Wie sie abschließend mitteilt, hat sie eigentlich angenommen die Infomationen zu vernichten. Auf der anderen Seite bilden sie einen interessanten Beweis dafür, wie schlecht es um die Sensibilität vieler Menschen gegenüber dem Datenschutz und der Privatsphäre im Internet steht.

via netzpolitik.org

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