KI-Blase: Dieses Startup hat das größte Potenzial zu scheitern
Am Mittwoch fand in San Francisco die Cerebral Valley AI Conference statt. Auf der Bühne standen unter anderem Mike Krieger, CPO von Anthropic, und Jimmy Ba, Mitgründer von xAI. Moderiert wurde das Event vom amerikanischen Journalisten Eric Newcomer. Da er in seinem Newsletter regelmäßig über die Startup- und Risikokapitalbranche berichtet, verfolgt er die Höhen und Tiefen des aktuellen KI-Hypes ganz genau. Wie Business Insider berichtet, zwang er die Teilnehmer:innen zu einem seltenen Blick nach innen – und deckte dadurch spannende Tendenzen auf.
Welches Startup wird den KI-Crash nicht überleben?
Seit OpenAI im November 2022 ChatGPT auf den Markt brachte, hat die KI-Branche einen rasanten Aufstieg erlebt. Innerhalb kürzester Zeit schossen Startups wie Pilze aus dem Boden, die jedes Jahr mit mehreren Milliarden Dollar finanziert werden. In letzter Zeit beginnt der Glanz des Neuen allerdings zu bröckeln. Gründe dafür gibt es mehrere: Einerseits fällt es Unternehmen bislang schwer, KI-Tools so einzusetzen, dass sie einen praktischen Mehrwert erzielen. Das liegt auch daran, dass die Technologie Studien zufolge bisher nur etwa drei Prozent der täglich anfallenden Aufgaben übernehmen kann. Andererseits machen aktuell vor allem die Schattenseiten der KI-Nutzung Schlagzeilen: So wurde OpenAI in den USA inzwischen von acht Familien verklagt, die ChatGPT für den Suizid ihrer Angehörigen mitverantwortlich machen. Auch Gartners Hype Cycle zeigt, dass generative KI den Gipfel der überhöhten Erwartungen bereits überschritten hat – und jetzt auf das Tal der Enttäuschungen zusteuert.
Selbst die Unternehmen äußern sich zunehmend besorgt. Vor allem die Aussagen von Chen Deli haben zuletzt für viel Aufsehen gesorgt. Er ist leitender Forscher bei Deepseek, einem chinesischen KI-Startup, das von der Regierung in Peking gerne als Positivbeispiel genutzt wird, um die technologische Stärke des Landes zu verdeutlichen. Er warnte öffentlich vor den negativen Folgen von KI und forderte Unternehmen dazu auf, die Menschen zu schützen. Wenn es allerdings darum geht, konkrete Namen zu nennen, hält sich die Branche bisher zurück. Umso spannender war eine Frage, die der Journalist Newcomer den Gästen der Cerebral Valley AI Conference stellte: Er wollte von insgesamt 300 Teilnehmer:innen wissen, bei welchem KI-Startup sie darauf wetten würden, dass es floppt. Auf Platz eins landete die KI-Suchmaschine Perplexity.
Aktuell scheitern KI-Unternehmen noch an der Realität
Die Umfrage von Newcomer war weder wissenschaftlich noch sind die Ergebnisse repräsentativ. Trotzdem gibt sie angesichts des allmählich nachlassenden Hypes einen interessanten Einblick in das, was im Silicon Valley hinter vorgehaltener Hand wirklich gedacht wird. Dass ausgerechnet Perplexity das Negativ-Ranking anführt, ist für Expert:innen nicht überraschend. Die KI-Suchmaschine, die dem Marktführer Google Konkurrenz machen will, ist zum Aushängeschild dessen geworden, was manche inzwischen als KI-Blase bezeichnen. Das Startup führt regelmäßig neue Finanzierungsrunden – die Bewertungen belaufen sich auf bis zu 50 Milliarden Dollar.
OpenAI landete in der Umfrage auf Platz zwei. Das Unternehmen hat mit Produkten wie ChatGPT und Sora die KI-Entwicklung maßgeblich vorangetrieben, ist aber immer noch weit von der Profitabilität entfernt. Ein Quartalsbericht des Investors Microsoft hat kürzlich offenbart, dass OpenAI trotz 800 Millionen monatlich aktiver Nutzer:innen noch immer Verluste in Milliardenhöhe macht. Ob sich die Rekordinvestitionen, die aktuell in die Branche fließen, tatsächlich bezahlt machen werden, bleibt also abzuwarten. „Ich denke, jeder Technologiezyklus ist per Definition eine Blase”, kommentierte Ilya Fushman, Partner bei der Venture-Capital-Gesellschaft Kleiner Perkins. „Die eigentliche Frage ist: Welche Unternehmen werden Bestand haben und wie groß werden sie sein?”