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Gartner: KI-Zurückhaltung gefährdet deutschen Mittelstand

Anlagensteuerung in einer Fabrik. Die Zurückhaltung beim Thema KI gefährdet den deutschen Mittelstand, glaubt Gartner. (Foto: dpa)

Bekommt ein Großteil der deutschen Unternehmen langfristig Existenzprobleme? KI-Experte Alexander Linden hält das KI-Interesse der Mittelständler noch für viel zu verhalten.

Die Angst, vom Roboter ersetzt zu werden, haben wohl viele – vor allem in der Industrie. Aber auch in anderen Branchen kommt Angst vor dem technischen Fortschritt der künstlichen Intelligenz auf. Die ist auch durchaus berechtigt. Doch die viel größere Gefahr drohe, wenn deutsche Unternehmen nicht auf den Zug aufspringen, meint KI-Experte und Research Vice President Alexander Linden von Gartner.

KI-Interesse beim Mittelstand zu verhalten

Das Interesse an künstlicher Intelligenz ist bei mittelständischen DACH-Unternehmen aktuell sehr verhalten, stellt Linden fest. Vor allem im internationalen Vergleich können die deutschsprachigen Länder nicht mithalten. China, Indien und die USA, im europäischen Raum auch England und Finnland zeigen alle deutlich stärkeres Interesse an KI.

Das daraus resultierende Problem beschreibt Linden anhand eines einfachen Schreckensszenarios: Ein mittelständisches Unternehmen, dass hierzulande ansässig ist, produziert ein hochwertiges Produkt, weil es in der Branche Erfahrungen gesammelt hat und sich gut auskennt. Nun produziert ein ausländisches Unternehmen ein gleichartiges Produkt – bislang in einer schlechteren Qualität. Nun setzt es eine gut entwickelte künstliche Intelligenz ein, die nicht nur die Qualität des Produktes erhöht, sondern auch die Produktionskosten senkt. Jetzt kann das Unternehmen ein gleichwertiges Produkt zu einem deutlich geringeren Preis anbieten.

Auch die Automobilindustrie könnte betroffen sein

Linden sieht das als „realistisches Szenario“ und warnt: „Wenn wir nicht aufpassen, verlieren wir sehr viele Arbeitsplätze, die wir auch nicht so schnell ersetzen können.“ Auch weil Deutschland ein rohstoffarmes Land ist.

In Deutschland sind Millionen Arbeitsplätze direkt oder indirekt von der Automobilindustrie abhängig. Krisen der vergangenen Jahre haben die Gefahren dieser Abhängigkeit gezeigt. Linden sieht auch hier eine mögliche Bedrohung durch künstliche Intelligenz: „Wenn es die Deutschen nicht schaffen, bei den selbstfahrenden Autos in der ersten Reihe zu spielen, dann kann es passieren, dass es den deutschen Automobilherstellern auch mal schlecht geht.“

Es fehlt an passender Infrastruktur

Bisherige technologische Lösungen, die mit künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen arbeiten, sind bislang alles andere als ausgereift. Das theoretische Modell der künstlichen Intelligenz gibt es bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Starke technische Fortschritte gab es jedoch vor allem erst in den letzten Jahren. Die Infrastruktur ist vielerorts noch nicht bereit für die Technologie. Laut Linden fehle es vor allem an Schnittstellenspezialisten.

„Das Szenario kann sich in fünf bis zehn Jahren realisieren.“

Trotzdem sollten Unternehmen das Thema nicht auf die lange Bank schieben. Linden spricht hier von Monaten, nicht von Jahren. Denn die Gefahr, die von ausländischen Unternehmen ausgeht, sollte nicht unterschätzt werden. „Kurzfristig gesehen geht von künstlicher Intelligenz keine Bedrohung aus, aber langfristig sogar auf mehreren Ebenen [...] und das kann sich in den nächsten fünf bis zehn Jahren realisieren.“ Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant und immer mehr Unternehmen setzen derartige Technologien bereits heute erfolgreich ein.

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