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Wie KI Werbung besser machen soll

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Der Spot aus der Maschine

Der ist wiederum das Hauptgeschäft von Unruly, einem Ad Tech für Videos. Das Unternehmen ist auf „Emotional Intelligence“ spezialisiert und hat letztes Jahr Schlagzeilen gemacht, als der Autobauer Lexus bekannt gab, dass einer seiner Werbespots von einer KI erstellt worden war. Die bekam zunächst Kampagnenmaterial von Auto- und Luxusmarken, die in den 15 Jahren zuvor Kreativpreise bei den Cannes Lions gewonnen hatten. Dazu kamen Daten von Unruly, die die in Werbung essenzielle emotionale Komponente in den Spot bringen sollten.

Herausgekommen ist ein Video, das von der Wahl der Schauspieler, über Text und Story, bis hin zu Kameraeinstellungen und Drohnenaufnahmen komplett von einer KI konzipiert worden ist. Diese kombinierte mittels Machine Learning Objekte, Orte und Emotionen aus den vorab gefütterten Daten, um dann eine bestimmte Werbebotschaft für den Spot zu generieren. Eine Reihe von Vorgaben aus dem Hause Lexus bekam sie dann aber doch, um der ganzen Geschichte eine gewisse Markenidentität zu verleihen und ein generisches Produkt zu vermeiden.

Die Werbezukunft spricht KI

Heißt das jetzt, dass Kreative in der Werbebranche jetzt bald alle arbeitslos werden? Sicher nicht, aber die Entwicklung zeigt, dass immer mehr kreative Aufgaben von Künstlichen Intelligenzen übernommen werden, die mit der Zeit auch immer bessere, realistischere Kampagnen werden erstellen können – irgendwann auch autonom. Also von der Planung des ersten Pixels bis zum vollanimierten Werbespot. Die Weichen dafür sind nicht nur schon gestellt, es fahren auch schon die ersten Züge darauf – Programmatic Advertising als datengesteuertes Modell beispielsweise.

Diese Zukunft ist aber, wie auch in anderen Bereichen, in denen KI zum Einsatz kommt, noch deutlich weiter entfernt, als es uns viele Unternehmen heute schon weismachen wollen. So oder so werden neue Aufgabenfelder für Werbetreibende entstehen und die von KIs erledigten Fleißarbeiten dürften dann mehr Kapazität für den kreativen Prozess schaffen. Vielleicht für eine Symbiose aus Mensch und Maschine für noch bessere Werbung.

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Ein Kommentar
Torsten
Torsten

„Diese Zukunft ist aber, wie auch in anderen Bereichen, in denen KI zum Einsatz kommt, noch deutlich weiter entfernt, als es uns viele Unternehmen heute schon weismachen wollen.“

Oder wie viele Menschen es verstehen (wollen)? (Aktuelle) KI ist nichts anderes als ein Filterprogramm – was natürlich bedeutend langweiliger klingt als „Intelligenz“. Über diese Definition hinaus kann niemand im Markt irgendetwas anbieten.

„So oder so werden neue Aufgabenfelder für Werbetreibende entstehen und die von KIs erledigten Fleißarbeiten dürften dann mehr Kapazität für den kreativen Prozess schaffen. “

Die sind schon lange entstanden, werden nur meist ignoriert. Eben weil man dem algorithmischen Abarbeiten von Dulliaufgaben misstraut, vor allem in der klassischen Werbung. Online kennt man ja im Grunde nichts anderes. Ironischerweise wurde da schon vor Jahren z. B. seitens eBay, Amazon und sogar der METRO einige interessante Ansätze verfolgt, die man dann doch wieder einstampfte. Heute darf man sich dann von JD und Freshippo zeigen lassen, wie’s geht…

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