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Startups

Kiffen digital: Das nächste große Ding bei Investoren

(Foto: Shutterstock)

Die Cannabis-Branche in den USA steht in den Startlöchern: Das Ende der landesweiten Prohibition ist womöglich nicht mehr fern. Und Startups und High-Tech spielen eine nicht unwesentliche Rolle beim Kiffen der Zukunft.

Von wegen fauler Kiffer: Seibo Shen war früher Stuntmen, er fing an Cannabis zu rauchen, um die Schmerzen seiner vielen Verletzungen zu lindern – mit Vaporisierern, die die Substanzen nicht verbrennen, sondern verdampfen, was als gesünder gilt. Weil dem Amerikaner kein Gerät auf dem Markt wirklich zusagte, entwickelte er ein eigenes: Vapexhale, eine mit Thermal-Technologie funktionierende Kombination aus Wasserpfeife und Vaporisierer mit verstellbarer Temperatur.

Vapexhale ist ein Beispiel dafür, wie High-Tech derzeit in den USA die Cannabis-Branche umkrempelt – parallel zur fortschreitenden Legalisierung: Der Konsum von Marihuana ist mittlerweile in 23 Bundesstaaten in verschiedenen Formen zugelassen. Die neuen Startups wollen das Cannabis aus der Schmuddelecke holen und sich in Stellung bringen – sie gehen davon aus, dass das Ende der Prohibition auch auf Landesebene nur noch eine Frage der Zeit ist. Als Wendepunkt gelten mehrere Volksabstimmungen im Zuge der Präsidentschaftswahlen im kommenden Herbst, unter anderem in Kalifornien, wo Cannabis-Konsum derzeit nur mit „Medical-Marihuana“-Karte zugelassen ist.

Kiffen digital: Seibo Shen entwickelt den „Cadillac unter den Vaporisierern“

Seibe Shen, Erfinder des Vapexhale. (Foto: Jutta Maier)
Kiffen mit dem „Cadillac unter den Vaporisierern“: Seibe Shen, Erfinder des Vapexhale. (Foto: Jutta Maier)

„Ich will Kunden erreichen, deren Ansprüche sich seit dem College weiterentwickelt haben, Mütter, die nach einer langen Pause wieder anfangen zu konsumieren oder Patienten, die für ihre Medizin eine bestimmte Temperatur brauchen“, sagt Seibo Shen. Sein Verdampfer wird von der US-Fachpresse als „Cadillac unter den Vaporisierern“ gefeiert, hat schon mehrere Tech-Wettbewerbe gewonnen und kostet allein in der Basisversion 350 US-Dollar. Shens erklärtes Ziel: „Geräte, die sich mit Apple-Produkten messen können.“ Dazu gehört konsequenterweise auch die Digitalisierung.

„Jeder Kunde hat eine andere Biochemie, durchs Tracken kann man rausfinden, welche Sorte am besten zu einem passt.“

Sein Team entwickelt derzeit eine App, mit der Nutzer ihren Cannabis-Konsum tracken können, ähnlich wie bei einem Fitbit. „Jeder Kunde hat eine andere Biochemie, durchs Tracken kann man zum Beispiel rausfinden, welche Sorte am besten zu einem passt“, so der Gründer. Er denkt momentan über eine Nutzeroberfläche nach, auf der man Beschwerden wie Kopf- oder Muskelschmerzen eingibt und dann die richtige Temperatureinstellung dazu angezeigt bekommt. Oder einen Knopf, um sich die nächste Bestellung bequem nach Hause liefern zu lassen. Außerdem will Shen eine Point-of-Sale-Software integrieren: „Wenn wir wissen, dass du 3,5 Gramm Blue Dream gekauft und davon drei Gramm konsumiert hast, warum schicken wir dir nicht proaktiv einen Coupon mit 20 Prozent Rabatt auf die nächste Blue-Dream-Bestellung zu?“

Technologische Neuerungen made in USA findet man über die gesamte Herstellungs- und Vertriebskette von Cannabis-Produkten: Von sogenannten „Seed-to-Sale“-Apps wie MJFreeway oder Flowhub, die Kultivierung und Vertrieb von Cannabis mit moderner Software professionalisieren, über soziale Netzwerke und Serviceseiten wie Leafly und MassRoots, App-Lieferdienste wie Eaze oder Meadow, bis hin zu High-Tech-Testlaboren wie Steep Hill. Ganz zu schweigen von der neuen, riesigen Auswahl an Extrakten, Konzentraten, Esswaren, Lotionen und Sprays. „Die Millenials, die schlaueste Generation, haben Hand angelegt an ein Produkt, das seit Beginn moderner Business-Technologie illegal war. „Seitdem ist nichts mehr, wie es war“, sagte Branchen-Pionier, Unternehmer und Aktivist Steve DeAngelo vergangene Woche auf dem „New West Summit“ in San Francisco, der sich Neuheiten im Cannabis-Sektor widmet.

Cannabis-Inventur per App oder: Auch beim Kiffen kann getrackt werden

Kyle Sherman, CEO von Flowhub. (Foto: Jutta Maier)
Kyle Sherman, CEO von Flowhub. (Foto: Jutta Maier)

Kyle Sherman, Gründer und Chef von Flowhub, ist einer dieser Millenials. Der 28-Jährige hat eine Tracking-Plattform inklusive Scanner entwickelt, mit dem professionelle Anbauer ihre Cannabis-Pflanzen in Sekundenschnelle inventarisieren können. „Wir haben den Lieferketten-Prozess deutlich vereinfacht. Vorher haben viele Züchter mit Bleistift und Papier oder Excel-Tabellen gearbeitet“, sagt Sherman. Seine Firma hat im Juni ein Seed-Investment von 500.000 US-Dollar bekommen – unter anderem von MassRoots, einem schnell wachsenden sozialen Netzwerk für Marihuana-Konsumenten.

Die beiden Firmen mit Sitz in Denver, Colorado, arbeiten jetzt an einer exklusiven Partnerschaft, um ihre Systeme ineinander zu integrieren. So bekommen MassRoots-Nutzer Zugang zur Flowhub-Software, während Flowhub umgekehrt den rund 750.000 MassRoots-Usern auf Basis ihrer Aktivitäten Ads zeigen darf. Das soziale Netzwerk aus Denver – gegründet von zwei 22-Jährigen – wurde im Sommer von der US-Presse als „größter Hit der Marihuana-Industrie“ gehandelt, weil es nach nur zwei Jahren auf dem Markt an die Börse gegangen war. Massroots ist damit eine der wenigen Ausnahmen in der noch jungen Branche. Das Potenzial der App liegt insbesondere in der Attraktivität für Werbekunden, denn Google, Facebook und Twitter lassen in der Regel keine Marihuana-Werbung zu.

Cannabis: Das nächste große Ding bei den Investoren

„Wir suchen Unternehmer, die ihr Business skalieren wollen und einen landesweiten Fokus haben.“

Die Branche wird auch für Investoren trotz der regulatorischen Unsicherheit zunehmend interessanter. Der zwei Jahre alte Markt für legales Marihuana ist inzwischen 2,7 Milliarden US-Dollar schwer, mit einer jährlichen Wachstumssteigerung von 74 Prozent. Analysten erwarten, dass die Umsätze bis 2018 auf 20,2 Milliarden US-Dollar steigen. Die Investment-Holding MJIC zählt zu den größten Playern in der Branche und hat einen Index für Cannabis-Aktien gegründet, er enthält 200 Unternehmen, die meisten davon sind allerdings sehr klein. Zu Investments von MJIC zählen Meadow, eine Art Uber für Medical Marihuana, sowie ein brandneuer Inkubator für Cannabis-Startups namens Gateway.

Der „Brutkasten“ für Marihuana-Entrepreneure mit Sitz in Oakland bei San Francisco ist der erste seiner Art in Kalifornien. Ausgewählte Startups erhalten dort während des viermonatigen Programms Büroräume, Mentoring und 30.000 Dollar – im Gegenzug für eine sechsprozentige Beteiligung an ihrem Unternehmen. Bewerbungen werden derzeit entgegen genommen, die ersten Teams starten im kommenden März. „Die Cannabis-Firmen sind in den letzten zehn Jahren unter dem Radar geflogen“, sagt Frank Marino, Chef von MJIC. „Wir suchen Unternehmer, die ihr Business skalieren wollen und einen landesweiten Fokus haben.“

Cannabis: Vom Schwarzmarktprodukt zum Heilmittel

Dispenser wie diesen gibt es schon länger, doch mit neuen Geräten wird Kiffen wirklich High-Tech. (Foto: Shutterstock)
Dispenser wie diesen gibt es schon länger, doch mit neuen Geräten wird Kiffen wirklich High-Tech. (Foto: Shutterstock)

Einer der wichtigsten Schritte auf dem Weg vom Schwarzmarktprodukt zum Heilmittel ist die Verbesserung der Sicherheit und Transparenz von Cannabis. Dafür will Reggie Gaudino sorgen, „Vice-President Scientific Operations“ und „Director of Intellectual Property“ von Steep Hill Labs, dem führenden Cannabis-Test-Labor. Mit Hilfe von High-Tech entschlüsselt das Labor chemische Bestandteile und DNA oder stellt Kontaminierungen mit Schimmel, Pestiziden oder Lösemitteln fest.

Außerdem hat Steep Hill Labs den GenKit entwickelt, einen DNA-Test, mit dem sich das Geschlecht einer Pflanze in weniger als zwei Wochen bestimmen lässt. „Wir müssen mehr wie eine Pharmaindustrie wirken, wenn die Leute uns ernst nehmen und diese wunderbare Pflanze als Medizin nutzen sollen“, mahnt Gaudino. Ihn treibt die Sorge um, dass große Pharma- oder Agrarfirmen wie Monsanto bald den Markt übernehmen können. Denn laut US-Patentrecht sind alle Produkte, die seit mehr als einem Jahr verkauft werden, „Open Source“. Gaudino ruft die Züchter deshalb dazu auf, rechtzeitig neue, besondere Sorten zu entwickeln und ihr geistiges Eigentum durch Patente zu sichern. „Es gibt keinen Züchter, der es ernsthaft mit Monsanto oder Dow Agrosciences aufnehmen kann“, sagt er.

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5 Reaktionen
jan schmalbach

Auch https://www.vaporizer-tester.de/ bietet interessante Informationen zum Thema Cannabis und andere Kräuter. LG

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Sasha

Empfehlenswert finde ich auch https://www.vapefully.com/de/. Will ich nicht mehr Details schreiben, um nicht direkt zu werben. Wer das Interesse hat, kann vorbeischauen.

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Christian M.

Wo ihr den VapeXhale Vaporizer am günstigsten bekommt findet ihr hier: https://www.vapospy.de/p/vapexhale-cloud-evo

Sorry für das direkte Marketing hier aber ich hoffe das hilft dem ein oder anderen. Für manche Shops haben wir auch exklusive Gutscheine.

Beste Grüße Christian

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Can

Zu erwähnen wäre noch http://www.getleaf.co/, eine vollautomatische Growbox. Samen einstecken, per App Sorte wählen, Tür schließen, warten, öffnen, fertig.

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Karl Marx

Tja - und in goold old germany?
Lieber schwere opiate legal verschreiben lassen, als das böse böse gras. Supi. :/

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