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Wie Kinder die Karriere verändern können

Manchmal ergeben sich durch Kinder ganz neue Karrierewege. (Foto: Shutterstock)

Die Vereinbarkeit von Kind und Karriere stellt viele Frauen noch immer vor Probleme. Aber Kinder können auch Auslöser für neue Jobs sein, wie Magdalena Rogl und Instagram-Mama die.kim zeigen.

Das erste Foto, das sie auf ihrem Instagram-Profil postet, zeigt ihren einjährigen Sohn Gabriel. Ein Rahmen ziert das Foto, dazu schreibt sie „Cutest Boy <3“. Datum: 5. Oktober 2012. Geahnt hat Kim damals nicht, dass aus diesem Posting eine Karriere werden würde. Eher zum Spaß habe sie die App ausprobiert, vor allem der Bearbeitungsfilter wegen.

Exakt fünf Jahre, 2.170 Fotos und 115.000 Follower später gehört Kim zu den Menschen, die mit Instagram Geld verdienen. Sie ist eine sogenannte Instagram-Mama, also eine Nutzerin, die regelmäßig Fotos von sich und ihrer Familie teilt. Mit Werbekooperationen oder gesponserten Posts verdient sie ihren Lebensunterhalt. Ihr Lieblingsfilter: X-Pro II.

Cutest Boy <3

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Eigentlich sollte ihre Karriere ganz anders aussehen. Als sie mit 19 Jahren zum ersten Mal schwanger wird, macht sie gerade eine Ausbildung zur Drogeriefachverkäuferin. Zwei Jahre später ist sie verheiratet, drei Jahre darauf kommt das zweite Kind: Emilia. Kim, die auf Instagram die.kim heißt, erinnert sich gut an ihren ersten Werbepost: Es waren ein paar Ohrringe im Wert von zehn Euro. Ihre Followerzahl lag damals bei 15.000 Nutzern. „Ich bin ausgeflippt vor Freude“, sagt sie.

Das Thema Social-Media-Marketing sei ihr aber noch gar nicht in den Sinn gekommen. So richtig  angefangen mit professionellem Instagrammen hat sie erst im Sommer 2014. Fotos bearbeiten und posten, mit den Werbepartnern kommunizieren, Kommentare liken und kommentieren. Heute verbringt die Kölnerin täglich mehrere Stunden am Smartphone. Für Kim ist Instagram ein Beruf. Eine Karriere, die sich erst durch ihr Muttersein ergeben hat.

Kinder ebnen neue Karrierewege

Die 26-Jährige ist ein Beispiel dafür, wie Kinder den Karriereweg verändern können. Die Arbeitswelt befindet sich in einer Entwicklung, letztlich vor allem wegen der Digitalisierung. Neue Aufgaben- und Berufsfelder entstehen häufiger als früher, so auch Quereinsteiger-Lebensläufe wie der von Kim. Mütter können heute häufiger als früher ganz neue Karrierewege einschlagen.

Die 29-jährige Sonja Hörmannskirchner zum Beispiel hat einen Erlebnisbauernhof gegründet, weil sie mit ihren zwei Kindern mehr Zeit in der Natur verbringen wollte. Auch das Geschäftsmodell des Naturkosmetikherstellers Ringana hat sich so ergeben. Mitte der 90er Jahre hatte der Sohn von Andreas Wilfinger aus dem Kindergarten Gratis-Zahnpasta mitgebracht, die Konservierungsstoffe beinhaltete. Das veranlasste den Österreicher dazu, natürliche Kosmetik herstellen zu wollen. Des Sohnes wegen. Inzwischen beschäftigt Ringana mehr als 120 Mitarbeiter.

„In Zukunft werden sich vermutlich immer mehr Bereiche heraus kristallisieren, in denen das Kind eine Inspiration für den Beruf ist“, sagt Anna Kaiser, Gründerin von Tandemploy. Sie nennt das auch „Flucht in die Selbstständigkeit“. Ein Beispiel dafür ist die Not vieler Eltern, weil sie keinen Kindergartenplatz erhalten. Gerade in großen Städten in Deutschland ist es mühsam, rechtzeitig einen Platz für den jungen Nachwuchs zu ergattern. „Ich kenne viele Eltern, die deshalb einen Kindergarten oder später gar eine Schule eröffnet haben“, sagt Kaiser. Das sei kein neumodisches Phänomen: Die Herausforderung, Kind und Karriere zu vereinbaren, sei noch immer sehr groß.

Magdalena Rogl arbeitet als Head of Digital Channels bei Microsoft Deutschland. Ihre Kinder haben zu ihrer Entscheidung, ihren Job als Kindergärtnerin aufzugeben, beigetragen. (Foto: Magdalena Rogl)

Das musste auch Magdalena Rogl erfahren. 2010 war sie als zweifache Mutter auf einmal alleinerziehend, sie selbst gerade erst 25 Jahre alt. Die ausgebildete Kinderpflegerin verdiente damals netto weniger als 1.000 Euro. „Plötzlich auf mich allein gestellt zu sein, hat mich dazu gezwungen, mich intensiv mit mir selbst auseinanderzusetzen“, erzählt die heute 32-Jährige. Sie habe sich fragen müssen, wer sie eigentlich sei und was sie für ihr Leben und das ihrer Kinder wolle.

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