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Kinox.to statt P2P: Filmpiraten in Deutschland setzen auf illegales Streaming

(Foto: Shutterstock)

Eine aktuelle Studie widerlegt die Annahme, dass P2P-Plattformen bei Filmpiraten an Bedeutung verlieren. Nur in Deutschland gehen 88 Prozent des illegalen Traffics auf Streaming-Seiten wie Kinox.to zurück.

In den vergangenen Jahren haben Hollywood-Studios und andere aktive Gegner der Filmpiraterie ihre Anstrengungen zunehmend gegen illegale Streaming-Seiten gerichtet. Die Annahme, dass Peer-to-Peer-Plattformen und ihre Filesharing-Angebote an Bedeutung verlieren, scheint aber nicht zu stimmen. Einer Studie der kalifornischen Internet-Security-Firma Irdeto zufolge werden Filesharing-Dienste in vielen Ländern noch ausgiebig genutzt.

Illegales Streaming versus P2P
Haben illegale Streaming-Portale P2P-Angebote verdrängt? Offenbar nicht, wenn es nach Irdeto geht. (Bild: Irdeto)

Als besonders krasses Beispiel führen die Experten Russland an. Hier landet nur zwei Prozent des Traffics, der auf den illegalen Zugang zu Filmen, Serien oder TV-Sendungen zielt, auf Streaming-Plattformen. Irdeto zufolge sind die Russen also besonders intensive Nutzer von P2P-Angeboten. Ebenfalls öfter als Streaming-Seiten werden P2P-Clients in Ländern wie Australien, Brasilien, Indien oder den Niederlanden angesteuert.

Illegales Streaming: Deutsche Filmpiraten pfeifen auf P2P

Der Streaming-Traffic überwiegt dagegen in den USA, Frankreich, Spanien, Großbritannien und Deutschland, wie Torrentfreak berichtet. Dabei sticht Deutschland besonders hervor, denn laut der Untersuchung führen hierzulande 88 Prozent der illegalen Besuche von Filmpiraten auf Streaming-Seiten wie Kinox.to.

Insgesamt sieht die Studie aber einen hohen Anteil von 70 Prozent bei den P2P-Seiten. Das liegt allerdings vor allem an den hohen Zahlen in Russland, wo rund zwei Drittel der P2P-, aber nur drei Prozent der Streaming-Seitenbesuche der untersuchten Länder gemessen wurden. Ebenfalls eine verzerrende Wirkung hat die Auswahl der untersuchten 19 Länder – diese verfügten nämlich über die höchsten P2P-Downloadzahlen weltweit.

Deutsche Video-Streaming-Anbieter im Überblick
Die Streaming-Inhalte von Amazon lassen sich künftig auch per Monatsabo buchen. Vorerst allerdings nur in den USA. (Screenshot: Amazon)

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Zusammengerechnet sollen 2017 monatlich rund 800 Millionen Downloads von P2P-Seiten verzeichnet worden sein. P2P-Seiten würden zudem mehrheitlich von überzeugten Filmpiraten benutzt, die keine legalen Streaming-Angebote verwenden würden. Bei den illegalen Streaming-Seiten bestehe dagegen die Hälfte der Besucher aus gelegentlichen Filmpiraten – diese nutzen also auch legale Angebote.

Ebenfalls interessant: Filmpiraterie – Illegales Streaming nimmt laut Studie weiter zu

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2 Reaktionen
Max Downl

Im Text die Stelle mit „…88 Prozent der illegalen Besuche von Filmpiraten…“ hinterlässt den Eindruck, dass streamen illegal sei – das stimmt nach meinem Kenntnisstand aktuell nicht der Rechtsprechung.

Trennungsschärfe: die Bereitstellung von Streaming-Seiten ist illegal, nicht das streamen.

(Es würde mich interessieren, welche Gründe Herr Brien hat, dass er das nicht so schreibt)

Antworten
Jörn Brien

Das kann ich Ihnen sagen, Herr Downl: Laut EuGH ist auch Streaming dann illegal, wenn der Streamer wissen kann, dass es sich bei dem Angebot um ein illegales handelt. Genauer nachzulesen hier: https://t3n.de/news/europaeischer-gerichtshof-streaming-illegal-818065/

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