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Feature

Starinvestor Klaus Hommels: „Blasen sind etwas Gutes“ 

(Foto: Shutterstock)

Sein erstes Investment machte er als Teenager mit Geld von seiner Oma. Später beteiligte sich Klaus Hommels früh an Skype, Facebook und Spotify. In Berlin verriet der deutsche Starinvestor jetzt, warum er vor einer Tech-Blase keine Angst hat und was Deutschland für das nächste große Ding tun muss.

„Wenne wat gewinnst, darfste behalten“

Es gibt Investoren, und es gibt Klaus Hommels. Der 49-Jährige hat einen außerirdisch guten Riecher, wenn es darum geht, Geld durch kühne Investments in später marktbeherrschenden Startups zu vermehren. Ob erst Skype, zwischendurch Facebook oder Spotify danach – Firmen wie diesen gab Hommels schon Geld, da waren sie noch klein und weitgehend unter dem Radar der Öffentlichkeit.

Klaus Hommels auf einer Konferenz in Berlin. (Foto: Shutterstock)
Klaus Hommels auf einer Konferenz in Berlin. (Foto: Shutterstock)

Hommels will schon als Teenager gewusst haben, später mal Investor zu werden. Dem Handelsblatt erzählte er vor kurzem, seine Oma habe ihm im zarten Alter von 16 Jahren rund 20.000 Mark in die Hand gedrückt. „Kauf ma Aktien. Wenne wat gewinnst, darfste behalten. Wenne wat verlierst, übernehm ich dat“, soll sie gesagt haben. Er steckte es in Puma, die Marke seiner Fußballschuhe. Als die kurz darauf an die Börse ging, hätte sein Taschengeld auf Jahrzehnte gereicht. 100.000 Mark Gewinn sollen nach nur drei Monaten zu Buche gestanden haben.

Keine Angst vor dem großen Crash

Kein Wunder, dass Hommels heute in der nach Risikokapital durstenden Startup-Szene ein gern gesehener Gast ist. Auf der Digitalkonferenz Noah, die aktuell im Berliner Tempodrom stattfindet, hält er die Eröffnungsrede. Dicht gedrängt sitzen hunderte Finanziers beieinander, um den Worten von Hommels zu lauschen. Denn er hat eine Botschaft mitgebracht: „Blasen sind etwas Gutes“, ruft er in den Saal.

Der Satz ist insofern überraschend, als Branchenkenner wegen des hocherhitzten Investitionsklimas schon seit Jahren vor einem zweiten Dotcom-Szenario warnen. Allein im letzten Jahr wurden nicht weniger als 44 Milliarden US-Dollar in junge Technologie-Unternehmen gepumpt. 31 Milliarden US-Dollar mehr als noch im Jahr davor. Wie vor der Jahrtausendwende, sagen Kritiker, werde blauäugig zu viel Geld in zu viele unwichtige Unternehmen investiert. Astronomischen Bewertungen stünden häufig keine substanziellen Geschäftsmodelle gegenüber.

Ihre Befürchtung: Platzt die Blase, geht eine ganze Branche den Bach herunter – und mit ihnen die Gelder unzähliger Investoren und Gründer.

Amazon und Spotify entstanden in der Blase

„Es wartet richtig cooles Zeug darauf, entdeckt zu werden.“

Klaus Hommels aber macht das keine Angst. Angst ist kein guter Ratgeber, wenn man erfolgreich investieren will. Im Gegenteil. Gerade jetzt, sagt er, sei der perfekte Zeitpunkt, um Geld in neue Startups zu stecken. „Blasen sind gut, weil sie privates Kapital für Investitionen in wirklich bedeutende Infrastruktur-Firmen freisetzen“, meint Hommels auf der Bühne. Gemeint sind damit Firmen, die auf Jahrzehnte den Unterbau der Digitalisierung darstellen.

Historisch lässt sich das gut beobachten. Hommels klickt auf den Presenter und zeigt auf ein Diagramm. Während des Dotcom-Booms sind Amazon, Google und Netflix entstanden. In den Jahren vor der Finanzkrise hingegen war die Geburtsstunde von Facebook, Spotify oder Airbnb. Und jetzt? Das nächste große Ding ist noch nicht ganz auszumachen. Es könnte natürlich Uber sein, vielleicht auch Snapchat. In jedem Fall, das machen Hommels Worte deutlich, ist da noch Platz für mehr. „Es wartet richtig cooles Zeug darauf, entdeckt zu werden.“

Was Deutschland für das nächste große Ding tun muss

Auch in Deutschland sei nichts unmöglich, ist sich Hommels sicher. Doch es gebe noch viele Hausaufgaben zu erledigen. Etwa das Abbauen der Ängste gegenüber selbstfahrenden Autos. Auch die starken Regulierungen im Transportsektor gehören Hommels zufolge dazu. Die Chinesen machten es da schon besser. Statt beispielsweise Drohnen einfach stumpf aus dem Stadtbild zu verbannen, seien proaktiv entsprechende Gesetze zur Nutzung auf den Weg gebracht worden. Und die USA würden mit ihrem CTO im Weißen Haus ohnehin ein Positivbeispiel darstellen.

Umso mehr will Hommels auch den Zuhörern im Saal Mut machen. Mut zum Risiko. „Das Tor zum Schlachtfeld der Innovationen steht weit offen“, sagt Hommels, „macht mit!“. Die Botschaft des bekennenden Früheinsteigers ist am Ende also klar: Steckt euer Geld in Startups, bevor es zu spät ist.

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