Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Digitale Gesellschaft

Kolumne: Zukunft gibt’s erst morgen wieder

Bekanntlich war das Heute ja gestern noch morgen, wobei das Morgen dann morgen das Heute ist und tags darauf bereits gestern sein wird. Klar soweit? Gut. Das Dumme an der Zukunft ist, dass sie alles das bringen soll, was schon in der Vergangenheit nie zur Gegenwart geworden ist. Aber ist die Zukunft dann erst einmal da, ist sie auch nur eine weitere, deprimierend öde Gegenwart und, schwupps, Vergangenheit. Und darauf haben wir dann all die Jahre gewartet?

Was ist Zukunft? Google Suggest kennt die Antwort(en).

Erinnert Ihr Euch noch an das Jahr 2000? Dieser Satz wäre früher immens futuristisch gewesen. Okay, okay: In diesem „früher“ war ich noch ein kleiner Junge und hielt „Knight Rider“ oder „A-Team“ für grandios gut gemachte TV-Serien. Und „Captain Future“ war natürlich ein Held. Die Schule hatte es zu dem Zeitpunkt auch noch nicht vollständig geschafft, mich meiner Phantasie und Neugier zu berauben und ich zeichnete für mein Leben gern, beispielsweise zukünftige Autos. Im Gegensatz zu vielen anderen Jungs meines Jahrgangs konnten diese futuristischen Fahrzeuge bei mir übrigens nie fliegen, nicht einmal im Jahr 2000, sondern hatten einfach Räder – bin halt schon frühzeitig in meinem Leben ein Mitglied der skeptischen Realisten geworden. Darin sehe ich nebenbei bemerkt auch den Grund, warum ich damals bei einem Zeichenwettbewerb von Ford zum „Auto der Zukunft“ nur einen der zahlreichen Trostpreise abgeräumt hatte. Mein Auto war halt einfach ein Auto und nicht irgendein schwebendes Ding mit irren Antennen dran. Aber die bei Ford hatten ja keine Ahnung. Haben sie heute noch nicht. Dass mein erstes Auto viele Jahre später ein Ford Fiesta war, hätte ich angesichts dieses Vorwissens vermeiden können und mir damit viel Ärger erspart. Aber das ist eine andere Geschichte.

2001 ist lange vorbei. Wo bleiben die Aliens?

Jedenfalls kam das Jahr 2000 schließlich und ging vorbei und von interstellaren Kolonien war weit und breit nichts zu sehen, von schwebenden Autos ganz zu schweigen. Und 2001 ist auch keine Weltraum-Expedition zum Jupiter aufgebrochen (oder zum Saturn, für all diejenigen, die nicht nur Kubricks Film kennen, sondern auch Arthur C. Clarkes Buch). Die Zukunft hatten wir uns irgendwie anders vorgestellt. Toller. Abenteuerlicher. Zukünftiger eben. Und nicht nur eine weitere Gegenwart mit anderer Jahreszahl dran.

Inzwischen haben wir bekanntlich 2010 – „das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen“, um mal auf die Fortsetzung von „2001“ anzuspielen. Ich weiß nicht, mit wem Ihr in letzter Zeit so Kontakt aufgenommen habt, aber kosmische Ausmaße hat das bei mir nicht angenommen. Nichts, worüber man eigens einen größeren Film drehen müsste. Keine Zukunft, nirgends. Doof.

Aber es gibt Hoffnung. Das Gute ist nämlich, dass uns trotz all der zur Gegenwart degenerierten Zukünfte noch jede Menge Zukunft bleibt. Diese Vorräte sind noch lange lange nicht erschöpft – auch und gerade im Web. Das Mobile Web beispielsweise wird gerade zum Alltag. Diesmal wirklich. Nicht so wie ’99, als einige Founder und Entrepreneurs, die man damals noch „Gründer“ nannte, mit Phantasie-Firmen atemberaubende Mengen Geld an der Börse verdient haben. Diesmal ist die Zukunft wirklich Gegenwart. Naja: so einigermaßen.

Denn ein letzter Rest unerfüllter Zukunft bleibt, weil die Gegenwart nicht all das kann, was sie können sollte, als sie noch reine Zukunft war. Als man vom überall verfügbaren Internet träumte, war zum Beispiel nirgends die Rede von teuren Tarifen, lahmem Datendurchsatz und abbrechenden Netzverbindungen. Schon seit vielen Jahren kommt das Internet übrigens „bald“ im Wohnzimmer an. Und das mit der Demokratisierung der ganzen Gesellschaft durch das Netz steht ja auch quasi praktisch beinahe so gut wie vor der Tür.

Drahtlosen Strom, bitte. Bitte bald. Danke.

Und wenn wir schon dabei sind, über die Zukunft zu sprechen: Ich hätte dann gern möglichst bald diesen drahtlosen Strom. Denn es kann ja wohl nicht sein, dass ich immer eine Tasche Ladekabel mit mir herumtrage (in der sich das in diesem Augenblick am meisten benötigte selbstverständlich gerade nicht befindet). Da hat doch Nikola Tesla alles vorbereitet. Es kann doch nicht so schwer sein, das in ein fertiges Produkt umzuwandeln. Also bitte, meine Damen und Herren Ingenieure!

Na gut, hoffen wir einfach mal, dass alles besser wird, vielleicht schon morgen. Spätestens aber übermorgen. Ganz bestimmt. Ist versprochen.

Ich kann auch ganz genau erklären, wie wir das machen... Oh, der Akku meines Laptops ist gleich alle. Wo war doch gleich das Netzteil? Ich weiß doch genau, dass ich es gestern noch

Finde einen Job, den du liebst

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

5 Reaktionen
alex

das mit dem drahtlosen strom, da hat er vollkommen recht, da wüsste man schon seit mindestens 100 jahren, wie das geht... aber nein... solange die ölmultis am drücker hocken... trotzdem schöner artikel, mal was anderes!

Antworten
Domi

Sehr schön geschrieben!

Keine Kabel mehr unter dem Schreibtisch wäre doch tatsächlich mal fein. Wird schon bald kommen. Vlt. morgen :)

Antworten
Jan

Nett geschrieben... Hat mir zustimmendes Lächeln entlockt und ich sehe mich auch in dieser Geschichte wieder... Guten Rutsch und bis wir morgen über heute lächeln... ;)

Antworten
Andreas Lenz

@richard genau! :) aber sehr schöner oder?

Antworten
Richard

Bla, Bla, Bla....

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.