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Korruptionsskandal: Samsung-Erbe drohen 12 Jahre Haft – schon wieder

Lee Jae-yong, Samsung-Erbe und Vizeaufsichtsratschef, vor Gericht in Seoul (Foto: dpa)

Lee Jae-yong ist im August zu fünf Jahren Haft wegen Korruption verurteilt worden. Dagegen hat der Samsung-Erbe Berufung eingelegt. Die Staatsanwaltschaft fordert nun eine noch höhere Strafe.

Wirtschaftlich gesehen hat Samsung ein gutes Jahr hinter sich: Der südkoreanische Technologiekonzern präsentierte im dritten Quartal erneut ein Rekordergebnis, der Gewinn verdreifachte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf zehn Milliarden Euro. Der Marktstart des Galaxy Note 8 bescherte dem Unternehmen zudem weltweites Interesse.

Ein Jahr voller Skandale für Samsung

Doch abgesehen davon war das Jahr 2017 für Samsung geprägt von Skandalen: Im Februar wurde auf die „beispiellose Krise“ des Konzerns.

 „Was die Angeklagten wirklich beunruhigt, ist Lees Kontrollverlust.“

Kurz vor Jahresende macht nun das Berufungsverfahren von Lee wieder Schlagzeilen. Vor dem obersten Gerichtshof in Seoul ist der Samsung-Erbe gegen das Urteil gegen ihn vorgegangen. Doch die Staatsanwaltschaft ist von seiner Schuld überzeugt. „Die Angeklagten sagen, dass sie über die Zukunft der Samsung-Gruppe besorgt sind“, sagte der Staatsanwalt laut Reuters in dem Prozess. „Was sie jedoch wirklich beunruhigt, ist Lees Kontrollverlust und die daraus resultierenden wirtschaftlichen Verluste.“ Er fordert zwölf Jahre Haft für den Samsung-Erben – genau so viel hat die Staatsanwaltschaft im ersten Verfahren verlangt.

Samsung-Erbe bestreitet Vorwürfe

Der Skandal erschütterte nicht nur den Konzern, sondern auch die südkoreanische Politik. Nach wochenlangen Massenprotesten in der Hauptstadt wurde die Präsidentin Park Geun-hye 2016 von ihrem Amt suspendiert und Anfang 2017 angeklagt. Sie soll von Lee bestochen worden sein. Der Samsung-Erbe bestreitet die Vorwürfe, private Treffen mit ihr habe es nicht gegeben. Sein Anwalt wirft der Anklage Wahrheitsverzerrung vor. Sein Mandant habe zu keinem Zeitpunkt mit Politikern konspiriert, sagt er.

Interessant: Im Rahmen des Verfahrens äußerte sich Lee auch zur Nachfolge seines Vaters Lee Kun-hee. Der offizielle Aufsichratsvorsitzende liegt seit 2014 im Krankenhaus, Lee Jae-yong galt als sein sicherer Erbe. „Ich habe privat darüber nachgedacht, dass Lee Kun-hee der letzte sein wird, der den Titel des Aufsichtsratsvorsitzenden der Samsung-Gruppe tragen wird.“ Er selbst wolle lieber für seine Fähigkeiten anerkannt werden, nicht, weil er der „Sohn von jemandem“ sei.

Wie das Urteil ausfällt, entscheidet sich Ende Januar. Doch damit muss das Verfahren nicht beendet sein. Sollte die Anklage oder der Beklagte Widerspruch einlegen wollen, könnten sie dies vor dem Obersten Gerichtshof Südkoreas tun. Für Samsung wäre das ungünstig, würde der Prozess doch auch 2018 weiter Schlagzeilen produzieren. Andererseits scheint das Verfahren dem Geschäft bislang nicht geschadet zu haben.

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