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Ratgeber

Bist du ein Workaholic? So bekommst du das Problem in den Griff

Workaholics sollten die Arbeit auch mal Arbeit sein lassen und pünktlich nach Hause gehen. (Foto: Shutterstock-Stokkete)

Ab wann ist man ein Workaholic? Ab wann gilt der Zustand als krankhaft? Und welche Auswege gibt es? Wer seinen Job zur Bewältigung mentaler Probleme benutzt, sollte sich Hilfe suchen.

Arbeite hart, sei fokussiert und du wirst Erfolg haben, heißt ein oft gegebener Rat. In diesem Satz steckt viel Wahres. Ganz nebenbei reich zu werden, schaffen wohl nur die wenigsten Menschen mit besonders viel Glück. In der Realität wird Engagement belohnt. Und doch hat sich Arbeit in unseren neoliberalen Zeiten streckenweise pervertiert. Nicht wenige Menschen sind zu wahren Workaholics geworden. Sie arbeiten von früh bis spät. Verzichten auf Urlaubstage. Und schaffen es nicht, dem Chef auch mal ein klares „Nein!“ zu entgegnen, wenn der mal wieder mit einer „Spezialaufgabe“ um die Ecke kommt.

Diese Menschen leben förmlich im Büro. Sie arbeiten 50 bis 60 Stunden in der Woche – und das viel zu oft in fremde anstatt in die eigene Tasche. Arbeit hat nie den Anspruch gehabt, das gesamte Leben zu vereinnahmen: Der Zweck der Arbeit ist es, einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten, sein Einkommen zu verdienen, um die Ausgaben zu decken und sich etwas leisten zu können. Natürlich soll sie Spaß machen und erfüllend sein, aber die anderen Dinge im Leben sind auch wichtig: Freunde, Familie und Freizeit. Auf was will man zurückblicken, am Ende seiner Tage? Darauf, dem Chef gefallen zu haben?

Bist du ein Workaholic?

Besonders problematisch ist es, wenn die Arbeit als Mittel zum Zweck gesehen wird, um von tieferen mentalen Problemen abzulenken. Diese Menschen sind krankhafte Workaholics. Die wenigsten würden wohl zustimmen, dass sie einer sind. Und wenn doch, dann oft nur mit einem ironischen Lächeln auf den Lippen. Doch das Problem ist ernstzunehmen: Laut den American Addiction Centers gilt jeder, der ein hohes Maß von vier der folgenden sieben Kriterien aufweist, als krankhafter Workaholic: Hier also der Selbsttest!

  1. Intensive Konzentration auf Möglichkeiten, noch mehr Zeit aus seinen Zeitplan herauszuholen, um zu arbeiten.
  2. Regelmäßiges längeres Arbeiten als ursprünglich angenommen.
  3. Verwendung von Arbeit als Bewältigungsmechanismus für Schuld, Angstzuständen, Depressionen und/oder Gefühlen der Hilflosigkeit.
  4. Ignorieren der Sorgen von Familie und Freunden über den Umfang der Arbeitszeit.
  5. Sich gestresst fühlen, wenn man nicht arbeiten kann.
  6. Das körperliche und seelische Wohlbefinden wird oft auf Kosten der Arbeit beeinträchtigt.
  7. Negative gesundheitliche Auswirkungen durch Arbeiten.

Wer sich jetzt ertappt fühlt, kann und sollte vermutlich etwas unternehmen. Sich seinem Problem bewusst zu werden, ist der erste Schritt. In der Folge kann man mit ein paar praktischen Ratschlägen versuchen aus dem Teufelskreis auszubrechen. Dazu zählt: sich mehr um das persönliche Leben zu kümmern. Workaholics neigen dazu, ihre Energie in eine Sache zu stecken und sie zwanghaft ehrgeizig zu verfolgen. Diese Menschen sollten einen Sport anfangen. Jogging, Klettern oder Yoga kann dabei helfen. Einmal angefangen, entwickelt man schnell den Ansporn, gut in der Sache zu werden. In der Folge wird Zeit dafür freigeschaufelt.

Sich einen disziplinierten Zeitplan zu erstellen ist hilfreich. Gerade zu Beginn müssen sich Workaholics oft zwingen, den Schreibtisch zu verlassen. Ein- oder zweimal die Woche einen Sport als fetten Termin in den Kalender einzutragen, ist eine gute Möglichkeit sich von der Arbeit loszureißen. Am besten funktioniert das, wenn die Freizeitaktivität mit einem Freund unternommen wird. So entsteht ein größeres Pflichtbewusstsein. Ebenfalls sinnvoll ist es, nach Feierabend sämtliche Smartphone-Benachrichtigungen abzustellen. Die Offtime-App hilft beispielsweise jegliches piepen, blinken und klingeln aus dem Feierabend zu verbannen.

So gut diese Ratschläge auch sind, wer zwanghaft arbeitet beziehungsweise den Job zur Bewältigung von mentalen Problemen benutzt, ist gut beraten, sich ärztliche Hilfe zu suchen. Hierzulande gibt es viele Anlaufstellen, die helfen. Beispielhaft sei der Berliner Krisendienst genannt, der psychiatrische Ersthilfe leistet. Er ist gut eingebunden in das gemeindepsychiatrische und psychosoziale Netz in Berlin, das heißt, er arbeitet eng mit ambulanten psychiatrischen Diensten, Psychotherapeuten und Beratungsstellen zusammen. Ähnliche Organisationen gibt es auch in vielen weiteren deutschen Städten.

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