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Amazon spendet nun alle Retouren an Hilfsorganisationen

(Foto: Shutterstock)

Nach dem arg aufgebauschten Amazon-Skandal um angeblich massenhaft vernichtete Retouren von Neuwaren handelt Amazon jetzt. In den USA und Großbritannien werden ab September 2019 sämtliche Retouren von Anbietern des Amazon Marketplace standardmäßig gespendet.

Wie unser E-Commerce-Redakteur aufgeschlüsselt hatte, war die Geschichte um Amazons geradezu unerhört hohe Vernichtung von brandneuen Geräten, die als Retoure zurück ins Lager kamen, ein arg vereinfachtes Fest für die Presse und ein PR-Debakel für Amazon. Dass das Vorgehen bei näherer Betrachtung im Handel seit Jahrzehnten Praxis ist und vor allen bei einem Logistikexperten wie Amazon so oder so schon auf ein Minimum reduziert sein dürfte, waren offenbar unwichtige Details.

Alle Retouren werden standardmäßig gespendet

Nichtsdestotrotz hat Amazon jetzt „reagiert“ und spendet sämtliche Waren, die in den USA und dem Vereinigten Königreich zurückgehen, mit seinem Programm „Fulfilled by Amazon Donations“ (FBA Donations). Somit sollen keine Waren mehr vernichtet werden, was vermutlich bedeutet, dass Amazon an dieser Stelle Verluste einfahren wird. Ansonsten hätten das Unternehmen und andere in der Branche im Rahmen einer kostenoptimierten Supply-Chain die Waren ohnehin nicht vernichten lassen. Rechtliche oder hygienische Aspekte spielen hier übrigens auch eine große Rolle. Aus ökologischer und humanistischer Sicht ist das Vorgehen aber durchaus positiv zu bewerten – und so werden Retouren von Marketplace-Anbietern in den USA in Zusammenarbeit mit Good360 an Non-Profits gehen. In Großbritannien dagegen an Hilfsorganisationen wie Barnardo’s, Newlife oder die Heilsarmee.

99 Prozent werden bereits gespendet

Somit sollen nicht mehr weiter verwertbare Güter Bedürftigen zugute kommen, wie Alice Shobe, Director bei „Amazon in the Community“, feststellt: „Wir wissen, dass die Abgabe der Produkte das Leben derjenigen verändert, die sie brauchen und es zudem die örtlichen Communitys stärkt.“ In Anbetracht der Tatsache, dass Amazon 2018 allein in Frankreich drei Millionen zurückgegangene Fernseher hat vernichten beziehungsweise recyceln lassen, stellt sich hier eher die Frage nach dem Konsumentenverhalten im Allgemeinen. Das Endresultat dürfte aber durchaus positiv gesehen werden, auch wenn es jetzt eigentlich nur noch darum geht, das verbleibende eine Prozent der Retouren zu spenden.

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7 Kommentare
Joël Dunand

Für Amazon Deutschland auch eine Option!

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Jake Pietras

Vieles wird ja schon gespendet, auch in Deutschland. Ich denke, Amazon wird das im Idealfall global ausweiten.

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René
René

Eher nicht. Wie ich schon schrieb müssen in Deutschland auch auf Spenden 19% MwSt abgeführt werden. Das ist in etwas so, als wenn Sie ihr kaputtes und nicht mehr zu reparierendes Smartphone wegwerfen und dafür noch 19% vom Kaufpreis – also ca. 200 Euro – bezahlen müssen. Macht keiner.
Es obliegt also der Politik hier was zu ändern, nicht den Unternehmen.

Seb
Seb

Ich find das top. Nicht nur Amazon sollte so etwas machen. Wenn ich sehe was an elektro Artikeln bei Firmen im 2 jahres Abstand einfach verschrottet werden wobei Schulen und andere Institutionen oder andere Länder drum betteln müssen. Bei mir in der Firma das selbe da kann man nur die Hände ueberm Kopf zusammenschlagen.

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Jake Pietras

Es ist den Unternehmen leider meist zu viel Arbeit, es verursacht Kosten oder man denkt nicht an sowas..Ich finde ebenfalls, dass man in diesem und anderen Bereichen nachhaltiger an die Sache rangehen sollte.

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Philipp
Philipp

Leider ist es üblich, dass Unmengen an guter Hardware einfach verschrottet wird, ich gehe davon aus, dass das jeder Großkonzern macht. Dadurch bekommen die fie Hardware billiger, durch die Verpflichtung diese nach Gebrauch zu verschrotten. Wir hätten schon längst alle Schulen mit vernünftiger IT Infrastruktur ausstatten können. Durch die Verfügbarkeit der Gerätschaften hätte sich über die Jahre in denen man das hätte machen können auch Kompetenz gebildet. Hat irgendwie kaum einen interessiert. Schade!

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René
René

In den USA ist die Gesetzteslage „etwas“ anders.
In Deutschland müssen selbst auf Waren, die gespendet werden, 19% MwSt. an den Fiskus abgeführt werden. Da kommt es die Unternehmen günstiger, die Waren wegzuwerfen.

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