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„Mächtige und gefährliche“ Gesichtserkennung: Kritik an Amazons Rekognition

AWS-Dienst Rekognition in der Kritik. (Bild: Shutterstock)

US-Bürgerrechtler haben Amazons Live-Gesichtserkennung Rekognition kritisiert. Das System sei „mächtig und gefährlich“ und könne im Einsatz für Behörden die Bürgerrechte verletzen.

Die US-amerikanische Bürgerrechtsorganisation ACLU hat eindringlich vor Amazons 2016 vorgestelltem Gesichtserkennungssystem Rekognition gewarnt. Insbesondere deswegen, weil der E-Commerce-Konzern Regierungen und Behörden aktiv dabei unterstütze, es zu installieren. Marketingunterlagen zufolge sieht Amazon die Nutzung seiner Technologie durch Strafverfolgungsbehörden als ganz normale Anwendungsmöglichkeit, kritisieren die Bürgerrechtler.

Rekognition: Bürgerrechtler sehen Einstieg Amazons ins Überwachungsgeschäft

Amazon sei offiziell ins Überwachungsgeschäft eingestiegen, so die Befürchtung der ACLU. Mit Rekognition biete der Konzern eine „mächtige und gefährliche“ Gesichtserkennung. Mithilfe künstlicher Intelligenz sei Rekognition in der Lage, Menschen in Echtzeit zu identifizieren, zu verfolgen und zu analysieren – egal ob auf Fotos oder per Videostream. Das System könne die Gesichter von 100 Menschen gleichzeitig auf einem einzigen Foto erkennen und mit riesigen Datenbanken abgleichen.

Damit sei es etwa möglich, bestimmte Personen wie illegale Einwanderer oder Aktivisten in Gruppenfotos, bei Events oder auf Flughäfen aufzuspüren. Die ACLU sieht darin eine potenzielle Verletzung der Bürgerrechte. Gemeinsam mit anderen Organisationen haben die Bürgerrechtler Amazon aufgefordert, die Nutzung des Systems durch Behörden zu stoppen.

Rekognition: Amazons Gesichtserkennung kann bis zu 100 Gesichter auf einem Foto gleichzeitig ausmachen. (Bild: Amazon)

Im Einsatz ist das System laut ACLU schon in Orlando im US-Bundesstaat Florida sowie im Sheriffbüro von Washington County in Oregon. Dokumente, die der Organisation vorliegen, belegen, dass allein im Washington County innerhalb weniger Monate eine Datenbank von über 300.000 Fotos angelegt wurde. Diese Datenbank steht für den Abgleich mit dem Rekognition-System zur Verfügung. Zudem gibt es eine Smartphone-App, mit der die Polizisten unterwegs Personen abgleichen können.

Die Polizeibehörde gab gegenüber der Washington Post an, dass die Amazon-Technologie nicht viel anders funktioniere als bestehende Systeme. Der Einsatz diene weder einer Massenüberwachung noch ungezielter Überwachung. Amazon erklärte auf Anfrage von Techcrunch, dass Rekognition viele nützliche Anwendungen in der realen Welt biete. Wie bei allen AWS-Diensten fordere Amazon auch Rekognition-Nutzer auf, sich an die Gesetze zu halten.

Ebenfalls interessant: Überwachungsstaat 4.0 – Chinas Polizisten bekommen Sonnenbrillen mit Gesichtserkennungsfunktion

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Eine Reaktion
Benutzer

Das kuriose dabei, Amazon selbst unterschreibt dafür eine Geheimhaltungsklausel...

Was noch als Update fehlt: eine Zusammenfassung, die dann abendlich per KI auswertet was ein perfekter Bürger tut und was nicht.

Interessant dabei, dass gerade Unternehmen aus dem Kapitalismus solche Produkte entwickeln oder geht der Gedanke dahin, dass es am Ende eh nur ein Unternehmen bleibt? Perfekte Bürger? Perfekte Rechtsform? Gibt es Studien die Unternehmensformen mit Kommunismus vergleichen und wie viele Parallelen gibt es?

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