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Analyse

Künstliche Intelligenz sinnvoll im Marketing nutzen: So geht’s

(Foto: Shutterstock)

Künstliche Intelligenz klingt nach Zukunftsmusik und Science-Fiction. Dabei ist AI in Produkten und Services längst implementiert. Doch welchen Nutzen haben intelligente Maschinen für den Menschen?

Im März 2016 hat erstmals ein Computer einen der besten Go-Spieler der Welt besiegt. Das galt weithin als ein weiterer Meilenstein auf dem langen Weg zur künstlichen Intelligenz. Dabei sind sich die meisten Experten einig, dass der Weg zur AI auf menschlichem Level oder gar zur dem Menschen überlegenen Superintelligence noch weit ist. Weit auseinander gehen allerdings die Meinungen darüber, wie weit genau und ob nicht auch eine exponentielle Entwicklung zu erwarten ist, wie sie Tim Urban in seinem einflussreichen Posting bei Wait but Why geschrieben hat. Der in Oxford lehrende Philosoph Nick Bostrom stellte 2014 in seinem Buch Superintelligence die viel diskutierte These auf, dass AI den Menschen als höchste Lebensform ablösen wird, sobald sie ihm intellektuell überlegen ist. Da ist sehr viel Angst im Spiel, Angst vor der möglichen oder zu erwartenden Überlegenheit der Technik. Klar scheint aber: Die großen Fragen der Menschheit sind in der Techszene angekommen.

Die neuen Schnittstellen

Was derzeit geschieht, verbindet viele einzelne Punkte. Wie schon das Internet durch die Vernetzung vieler einzelner Maschinen und wie das Web 2.0 durch die Vernetzung vieler einzelner Menschen jeweils eine neue Qualität schuf, so gehen nun AI und Techniken wie Machine Learning neue Verbindungen zum Beispiel mit VR und AR ein, die letztlich neue Schnittstellen, Interfaces zwischen Mensch und Maschine, darstellen. Die Rollenverteilung zwischen Mensch und Maschine wird dadurch neu definiert: Human-assisted AI verhält sich zum AI-augmented human wie Augmented Reality (AR) zu Virtueller Realität (VR).

Je mehr menschliche Fähigkeiten von Maschinen und Robotern übernommen werden, umso dringlicher stellt sich die Frage nach dem, was den Menschen ausmacht. Sind es nur jene Fähigkeiten, die noch nicht automatisiert werden können? Und was ist, wenn nichts mehr davon übrig bleibt?

Die künstliche Intelligenz (KI) lebt seit ihren Anfangstagen mit einem seltsamen Paradox: Sobald eine Funktion oder Fähigkeit, die als Element künstlicher Intelligenz galt, erfolgreich implementiert ist, gilt sie sofort als selbstverständlich??und wird nicht mehr als KI wahrgenommen. Ein prominentes Beispiel ist die Erkennung menschlicher Sprache, die als Paradebeispiel für KI galt. Inzwischen reden wir wie selbstverständlich mit unseren Telefonen und denken keine Sekunde daran, dass dies irgendetwas mit AI zu tun haben könnte.

Dieses Paradox wirkt sich auch auf das Interaktionsverhalten zwischen Mensch und Maschine aus. Wir interagieren intuitiv mit Robotern wie mit anderen Lebewesen, auch wenn unser Verhalten gar keinen Sinn zu haben scheint, weil Roboter nur sehr eingeschränkt oder gar nicht auf dieses menschliche Verhalten reagieren.

Menschliche Unterstützung ist unabdingbar – noch

Künstliche Intelligenz ist heute vielfach noch auf menschliche Unterstützung angewiesen. Max Levchin sieht gar human-assisted AI als einen unaufhaltsamen Trend. Wo Siri nicht weiter weiß, kommt der Mensch ins Spiel. So verschiebt sich die feine Linie zwischen Mensch und Maschine, und der Mensch wird zum Assistenten der Maschine. Wen dies beunruhigt, der möge an herkömmlich-analoge Szenarien wie die Arbeit am Fließband denken, wie sie schon das industrielle Zeitalter hervorgebracht hat. Umgekehrt sieht Levchin den Menschen wieder stärker in den Mittelpunkt des Wirtschaftens rücken, denn Profitmaximierung sei nicht so gut für den User, der aber letztlich über den wirtschaftlichen Erfolg entscheidet. Levchin nennt diesen Trend Beneficence: The doing of good – active kindness.

Hier schließt sich am Ende der Kreis wieder. Erfolgreiche Produkte stellen den Menschen in den Mittelpunkt, nicht nur den User oder den Konsumenten. Sie dienen dem Menschen (und nicht umgekehrt). Erfolgreiche Produkte haben intelligente Schnittstellen und bieten dem Menschen ein neues Niveau an Komfort und Mehrwert. Artificial Intelligence und Machine Learning dienen letztlich diesem Ziel.

Passend zum Thema:  Salesforce stellt Artificial-Intelligence-Cloud „Einstein“ vor: Der Data-Scientist für Jedermann

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6 Reaktionen
name-ist-unwichtig

Ich finde es immer schade, wenn "Intelligenz" auf das Lösen von Problemen reduziert wird. Es gehört auch das sich-selbst-bewusst-sein dazu, dass allen Geräten aktuell noch fehlt. Und es fehlt auch die Selbstreflexion. Dass man also über sich selbst und über seine Handlungen nachdenkt.

Speziell das Letztere lässt mich manchmal daran zweifeln, ob man den Menschen wirklich als intelligente Lebensform bezeichnen darf, oder ob wir nicht noch eine Vorstufe dazu sind. Hier ein paar Beispiele:

- Antibiotika:

Seit ungefähr 1950 ist Antibiotika im Einsatz. Vielen Kranken wurden seither geholfen. Ohne Antibiotika wären viele gestorben. So toll das klingt, hat Antibiotika aber auch 2 gewaltige Nachteile.

1) Die Natur schläft nicht. Sie verändert sich, passt sich Gegebenheiten an. Mit Antibiotika haben wir keinen Krieg gewonnen, sondern nur vorübergehend eine einzelne Schlacht. Schon heute haben wir mit dem Problem zu kämpfen, dass sich Resistenzen bilden. Schaffen es die Forscher nicht, neue Behandlungsmethoden zu finden, werden recht bald wieder wesentlich mehr Menschen an Krankheiten sterben.

2) Auch aufgrund von Antibiotika ist die Weltbevölkerung stark angestiegen. Wir stehen nun kurz vor der Situation, dass wir die Weltbevölkerung nicht mehr ausreichend mit Lebensmittel versorgen können. Ab 2050 wird dieser Zustand weltweit kritisch. Dann droht ein neuer Weltkrieg, das Ziel könnte auch Europa sein. Mit dem Anstieg der Weltbevölkerung ist natürlich auch die Bevölkerungsdichte angestiegen. Dadurch wird die Gefahr immer größer, dass sich Epidemien wesentlich leichter und schneller ausbreiten können.

Jetzt stellt sich die Frage: haben wir mit Antibiotika der Menschheit wirklich einen Gefallen getan? Oder haben wir nur ein Problem durch ein anderes (oder vielleicht sogar mehrere) getauscht?

- Künstliche Intelligenz:

Niemand würde auf die Idee kommen, Albert Einstein als einen dummen Menschen hinzustellen. Er hat uns viele Erkenntnisse erbracht. Doch leider haben wir seither auch Atomkraftwerke und Atombomben. Fukushima, Tschernobyl, Hiroshima und Nagasaki stellen die Schattenseiten seiner Forschungen dar. Die Frage ist, war sich Einstein schon zu Beginn seiner Forschungen dieser Probleme bewusst? Vielleicht schon, denn von ihm kommt der Spruch:

'I know not with what weapons World War III will be fought, but World War IV will be fought with sticks and stones.'

Wieder stellt sich die Frage: hat uns die Forschung weitergebracht, oder haben wir uns nur unlösbare Probleme eingehandelt. Bis heute ist nicht geklärt, wie man radioaktiven Abfall sicher lagern kann.

Eine ähnliche Entwicklung scheinen wir nun auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz durchzumachen. Wir machen etwas, weil wir es machen können. Einen anderen Grund brauchen wir nicht dafür. Aber auch hier drohen uns Gefahren, die wir womöglich nicht in den Griff bekommen. Kaum jemand ist bewusst, was wir hier erschaffen. Künstliche Intelligenzen haben so gut wie nichts mit uns gemein. Vielleicht denken sie irgendwann so ähnlich wie wir, ansonst haben sie aber nicht mit uns gemein. Sie stellen eine komplett neue Spezies dar. Sie sind unabhängig von Bäumen, Wasser oder Luft. Nichts davon benötigen sie. Sie könnten alles vernichten, ohne dass sie selbst irgendwie einen Schaden davon hätten. Und damit wäre auch die Menschheit vernichtet.

- Gentechnik:

Unsere Erde gibt es wirklich schon sehr, sehr lange. Ganz zu Beginn, war die Erde nur ein Erdklumpen. Darauf entwickelte sich dann das Leben, und zwar sehr langsam. Hier fand keine Revolution, sondern eine Evolution statt. Vorwiegend gutes Material wurde beibehalten und weiterentwickelt.

Unsere Wissenschaftler praktizieren nun entgegen der Natur eine Revolution. Innerhalb allerkürzester Zeit werden Pflanzen, Tiere und Menschen modifiziert, sodass sie sprunghaft neue Eigenschaften aufweisen. Unsere Wissenschaftler sind der Meinung, dass sie selbst intelligenter sind die Natur, die alles über die hunderttausende Jahre hinweg langsam entwickelt hat.

Und wieder stellt sich die Frage: lösen wir mittels Gentechnik unsere Lebensmittelprobleme aufgrund der Überbevölkerung, oder können wir damit Krankheiten heilen? Die Antwort auf diese Frage habe ich eigentlich schon in den beiden vorhergehenden Punkten beantwortet ... oder eigentlich als Frage im Raum stehen lassen.

Fazit:

Wir leben in einem System, das ein gewisses Maß an Ausgeglichenheit sucht. Beispiel Fuchs und Hase. Gibt es zu wenig Hasen, müssen die Füchse hungern, darum wird sich ihre Population verringern. Gibt es ein Überangebot an Hasen, werden sich die Füchse vermehren.

Die Menschheit hat die Welt schon vor einiger Zeit aus ihrem Gleichgewicht gebracht. Man kann sich das wie ein Pendel vorstellen. Ist alles in Ordnung, wackelt das Pendel immer nur leicht hin und her. Die Menschen haben jedoch bewirkt, dass das Pendel auf eine Seite ausgeschlagen hat und dort nun in der Luft hängt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis irgendein Ereignis eintritt, aufgrund dessen das Pendel losgelassen wird, und es in die andere Richtung ausschlägt. Das kann dann verheerende Auswirkungen auf die Menschen und die ganze Welt haben.

Meiner Meinung nach haben die Menschen schon sehr viele Entscheidungen getroffen, die auf einen Mangel an Selbstreflexion hinweisen.

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Lucas Pedretti

Blicken wir der Wahrheit ins Auge: In ein paar Jahren werden wir den Kampf gegen Terminator verlieren.

Mensch gegen Maschine: Ist Ihr Vertriebsjob schon ersetzbar?

https://qymatix.de/de/erp-kuenstliche-intelligenz/

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Dora

Ja, da fehlt alles was man so wissen wollte: was kann man schon konkret machen? da Marketing immer noch viel Aufwand bedeutet ...

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Tobias K.

Der Artikel an sich ist ja nicht schlecht, aber weder der Titel noch der Teaser haben irgendwas mit dem Inhalt zu tun. Da war selbst das Scrollen Zeitverschwendung.

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Ronny Marx

Interessanter Artikel - vielen Dank für den Buchtipp "Superintelligence". Buch ist bestellt ;)

Allerdings wird der Artikel dem Titel nicht gerecht, denn ein "so geht's" wird leider nicht beantwortet.

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Ribert

Ich rede nicht "wie selbstverständlich" mit meinem Telefon.
Es gibt noch immer keine NLP-AI die _wirklich_ im Alltag nützlich ist. Noch immer muss man seine natürliche Sprache verstellen damit man verstanden wird.
Wir sind noch weit davon entfernt davon zu sprechen, dass diese Technologie "reif" ist.

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