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Interview

Künstliche Intelligenz: „Die Maschinen haben einfach angefangen, zu bluffen“

Pokerface: Computer können jetzt auch bluffen. (Grafik: Shutterstock / maxuser)

Die Fortschritte auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz sind rasant. Doch wird das Miteinander von Mensch und autonomen Maschinen funktionieren? Wir fragen einen der renommiertesten KI-Forscher.

Künstliche Intelligenz: Wenn Maschinen bluffen können

Im Januar 2017 gelang es zwei KI-Systemen erstmals, vier der besten Pokerspieler der Welt in einem Turnier zu schlagen. Zwar haben sich Computer auch schon zuvor erfolgreich gegen Menschen durchgesetzt. Aber dieser Sieg war trotzdem eine Sensation: Während es sich bisher nämlich in der Regel um Schach oder Go gehandelt hatte – Spiele also, bei denen den Spielern alle entscheidungsrelevanten Informationen zugänglich sind –, mussten die KI-Systeme beim „Brains Vs. Artificial Intelligence“-Turnier auch damit umgehen, dass sie die Karten ihrer Mitspieler nicht einsehen konnten. Sie mussten sogar selbst bluffen, um wirklich eine Chance auf den Sieg zu haben.

„Ihnen wurde nicht erklärt, was Bluffen ist – sie haben es einfach irgendwann gemacht.“

„Ihnen wurde nicht erklärt, was Bluffen ist – sie haben es einfach irgendwann gemacht“, erklärt Toby Walsh die Besonderheit der Poker-spielenden KIs. Walsh ist einer der weltweit führenden KI-Forscher, er leitet ein Forschungsteam an der Universität New South Wales in Sydney und hat zahlreiche Forschungsprojekte auf der ganzen Welt verantwortet. Für ihn ist klar: Künstliche Intelligenz soll das menschliche Leben verbessern und ihm nicht schaden.

Je komplexer die Entscheidung, desto weniger Einblicke hat der Mensch

Die Fähigkeit zu bluffen und der Sieg beim Poker deuten an, wozu Maschinen bald in der Lage sein könnten: „Stellt euch vor, dass euer Smartphone eines Tages den besten Preis für ein neues Auto für euch aushandeln kann“, sagt etwa Frank Pfennig von der Carnegy Mellon Universität, an der eines der pokernden KI-Systeme entwickelt worden ist. „Und das ist erst der Anfang.“

Experte für Künstliche Intelligenz: Der australische Forscher Toby Walsh. (Foto: Toby Walsh)

Doch je komplexer die Entscheidungsprozesse der Maschinen werden, desto schwieriger ist es für den Menschen, diese nachzuvollziehen oder gar zu kontrollieren. Für Toby Walsh ist das durchaus problematisch. Bei einem Spiel wie Poker sei es noch verkraftbar – entweder gewinne man, oder man verliere eben seinen Einsatz. „Aber wir gehen zunehmend dazu über, Maschinen Entscheidungen zu überlassen, die unser Leben betreffen: über unsere Kreditwürdigkeit, unseren Facebook-Newsstream, unsere Google-Suchergebnisse oder unsere Versicherungsprämien.“ In derart hochsensiblen Bereichen bräuchten wir definitiv Einblicke in die Lösungswege der Künstlichen Intelligenz – „dabei wissen wir heute gar nicht, wie wir solche Systeme [die uns ihre Entscheidung erklären können, Anm. d. Red.] bauen können.“

Das Problem mit autonomen Fahrzeugen im Straßenverkehr

Solche KI-Systeme seien heute noch immer „Black Boxes“, die noch viel genauer erforscht werden müssten. Und Walsh sieht noch weitere Probleme auf uns zukommen, wenn Menschen und autonome Maschinen sich einen Lebensraum teilen: beispielsweise im Straßenverkehr. Denn wenn es kein übergeordnetes Regelsystem für autonome Fahrzeuge gibt – für das Google-Auto etwa gibt es keine solche übergeordneten, unumstößlichen Verhaltensregeln –, sind sie auch nicht einschätzbar für die restlichen Verkehrsteilnehmer. Walsh kritisiert, dass in Kalifornien mittlerweile alle großen Unternehmen ihre autonom fahrenden Autos für den normalen Straßenverkehr zertifizieren können. Hier liege „die nächste Billionen-Dollar-Industrie“ und entsprechend ehrgeizig seien sowohl die großen Autobauer als auch Tech-Firmen wie Google und Tesla, ein erstes Fahrzeug zur Marktreife zu bringen. Analog zur Luftfahrt sollten wir, so Walsh, auf öffentlichen Straßen viel vorsichtiger damit sein, unausgereifte Systeme zuzulassen.

„Unternehmen brauchen heute einen KI-Plan – genauso wie sie vor 20 Jahren einen Internet-Plan und vor zehn Jahren einen Plan für Mobile brauchten.“

Doch auch, wenn es heute noch an Erfahrungswerten und auch an verbindlichen Regeln fehlt: Die Potenziale, die Künstliche Intelligenzen in verschiedensten wirtschaftlichen Bereichen eröffnen, sind enorm – Unternehmen dürfen sie nach Walsh keineswegs ignorieren. „Unternehmen brauchen heute einen KI-Plan – genauso wie sie vor 20 Jahren einen Internet-Plan und vor zehn Jahren einen Plan für Mobile brauchten“, erklärt der KI-Forscher. Dass intelligente Maschinen den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Alltag immer stärker durchdringen werden, ist für ihn klar. Zeit also, sich darauf vorzubereiten.

Wie Unternehmen das tun können, welche Geschäftsprozesse und Entscheidungen KI-Systeme zuerst übernehmen werden und was passiert, wenn Maschinen eines Tages wirklich schlauer sind als wir Menschen: All das könnt ihr in unserem Interview mit Toby Walsh in der aktuellen Magazin-Ausgabe, der t3n 48, nachlesen. Um das ganze Interview zu lesen, bitte hier klicken.

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