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Outreach-Manager und Chief Evangelist: Kuriose Jobtitel – und was sie bedeuten

Kuriose Jobtitel: Die Tech-Branche kennt viele von ihnen. (Foto: IBM)

Outreach-Manager und Chief Evangelist – es gibt ziemlich kuriose Jobtitel. Acht davon haben wir hier näher erklärt.

Höher, schneller, weiter – und natürlich: abgefahrener! Während Spezialisten in der früheren Arbeitswelt noch mit einem schlichten „Experte“ im Jobtitel für Glanz und Gloria sorgten, müssen sie heute – in Zeiten der fast schon pervertierten Selbstvermarktung und dem ständigen Wettbewerb – um einiges einfallsreicher sein, um aus der Masse herauszustechen. Denn „Experte“ schimpft sich heute fast jeder, der mal irgendwo zitiert wurde oder eine Meinung zum Besten gegeben hat. Gerade in der Startup-Welt sind in diesem Sinnen auch kuriose Bezeichnungen wie „Guru“, „Ninja“ oder „Hacker“ im Umlauf, denen in der Regel die Branchen oder Abteilungen vorausgehen. „Marketing-Guru“ bedeutet insofern auch nur, dass ein Marketing-Mitarbeiter, womöglich in einer leitenden Position, vor einem steht. So weit, so – für viele Leser unter euch – bekannt.

Kuriose Jobtitel: Wenn der Techniker zum Genie wird

Mitarbeiter an Apples Genius-Bar sind oft sehr jung. (Bild: Apple)

Doch es gibt noch wesentlich kuriosere Jobtitel: Interessant sind vor allem auch einige Neuschöpfungen, die das Silicon Valley schlicht und einfach erfunden hat. Ein technischer Service-Mitarbeiter im Apple-Store heißt eben auch nicht mehr „Technical Supporter“, sondern „Genius“, zu Deutsch: „Genie“, oder auch „Koryphäe“. Daran haben Beobachter sich inzwischen gewöhnt und niemand stellt so ein Superlativ mehr ernsthaft infrage – vor allem nicht, wenn es von Apple kommt. Doch wenn ein einfacher Techniker schon als Genie gilt, welchen Titel verdient dann wohl sein Chef? Die Antwort könnte vielerorts „Chief Technological Evangelist“ lauten. Was sich genau hinter einem „Chief Evangelist“ verbirgt und welche aufregenden Jobtitel noch so kursieren, haben wir für euch aufgelistet.

Chief Evangelist

Der sogenannte „Chief Evangelist“ könnte auch als Leiter der Innovations- oder Strategieabteilung in einem Unternehmen bezeichnet werden. Er gilt als Vordenker, der den Markt beobachtet, Trends ausmacht, den Fortschritt begleitet und entsprechende Zukunftskonzepte für das Unternehmen entwickelt. Die große Aufgabe, um es kurz zu sagen: der Konkurrenz immer einen Schritt voraus sein. Er ist quasi die Person mit der Mission. Große IT-Konzerne wie Microsoft setzen bereits seit Jahren auf die Bezeichnung. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis auch andere Branchen den Jobtitel aufgreifen. Klingt eben toll.

Chief Knowledge Officer

Nein, dahinter verbirgt sich weder ein Uniprofessor noch ein Polizeichef. Der sogenannte „Chief Knowledge Officer“ ist vielmehr so etwas wie der geistige Kopf auf Vorstandsebene. Seine Aufgabe ist es, das Wissen in einem Unternehmen sinnvoll zusammenzuführen, es nachhaltig einzusetzen und es auch zukünftig zu vermehren. Im Gegensatz zum „Chief Information Officer“, der das Wissensmanagement vor allem auf technischer Ebene begleitet, beschäftigt der CKO sich vielmehr unternehmensphilosophisch. Seine Vorgaben finden sich beispielsweise auch in der Personalbeschaffung wieder, wenn ein Unternehmen sich dazu entschlossen hat, verschiedene Blickwinkel im Team zu fördern.

Outreach-Manager 

Der „Outreach-Manager“ könnte auch Lobbyist oder – etwas zynischer – als Strippenzieher bezeichnet werden. Er umgibt sich mit den Reichen und Mächtigen, begründet und festigt wertvolle Beziehungen und versucht auch auf politische Entscheidungen im Sinne des Unternehmens einen vorteilstiftenden Einfluss zu nehmen. Lobbyisten haben nicht gerade den besten Ruf in der Öffentlichkeit, da kommt so ein knackiger Jobtitel doch ganz Recht. Doch sie agieren nicht nur im Stillen. Einige agieren auch als offizielle Sprecher und vertreten das Unternehmen auf Konferenzen und Gipfeln.

Lean Facilitator

Gäbe es nicht schon den Jobtitel des Bundesfinanzministers, könnte er sich auch getrost „Lean Facilitator“ nennen. Denn ein Teil des Tagwerks des Ministers gleicht dem Berufsbild in starker Weise. Seine Aufgabe ist es, herauszufinden, auf welcher Ebene gespart werden kann. Er agiert somit auch als Verschlanker im Unternehmen. Bereiche, die teuer sind und keine angemessene Kapitalrendite bringen, werden von ihm im Sinne seiner Tätigkeit wegrationalisiert. Ein echter Badass, sozusagen.

Chief Philanthropy Officer

Ein Philanthrop beschreibt einen Menschenfreund – hinter „Chief Philanthropy Officer“ muss sich also irgendetwas Humanistisches verbergen. Tatsächlich beschreibt der Titel im weitesten Sinne den Beruf des Spendensammlers im Kultur-, Gesundheits- und NGO-Bereich. Zum anderen werden aber auch leitende Mitarbeiter, die Benefit-Programme für Mitarbeiter in Großkonzernen ausarbeiten, als CPO eingesetzt. Grundvoraussetzung also: ein großes Herz! Und die Fähigkeit, so viel Geld wie möglich bei anderen Leuten locker zu machen.

Green Team Lead

Noch nie gehört? Wir bis vor dieser Recherche auch nicht. Aber den Jobtitel „Green Team Lead“ gibt es tatsächlich. Die Aufgabe liegt darin, energieeffiziente Prozesse im Unternehmen zu garantieren und die Versorgung durch nachhaltige Lebensmittel sicherzustellen. Wer „Green Team Lead“ auf seiner Visitenkarte stehen haben will, muss sich bei einem der beliebtesten Arbeitgeber der Welt vorstellen. Google zählt den Nachhaltigkeitsmanager zum festen Bestandteil des Teams in Mountain View.

Creator of Opportunities

Als „Creator of Opportunities“ wird in vielen Unternehmen derjenige bezeichnet, der sich in der Geschäftsweltentwicklung austobt. Er sucht und bewertet Marketing-Chancen und Absatzmärkte, analysiert Kunden und Mitbewerber und entwirft konkrete Geschäftsmodelle. Als COO wird er dennoch nicht abgekürzt, denn das Kürzel gehört bereits zum „Chief Operation Officer“ – dem Manager für das operative Geschäft. Der „Creator of Opportunities“ arbeitet beispielsweise bei der US-amerikanischen Werbeagentur Allen & Gerritsen. Die Werbebranche war ja schon immer einfallsreich!

Director of First Impressions

Wer jetzt denkt, dass wir euch an der Nase herumführen wollen, der irrt gewaltig. Hinter dem Jobtitel „Director of First Impressions“ verbirgt sich nicht mehr und nicht weniger als der Beruf des Rezeptionisten! Dass die Person oftmals wirklich für den ersten Eindruck in einem Hotel sorgt, steht dabei völlig außer Frage. Aber ob sie damit auch direkt die Rolle eines Direktors einnimmt? Alte Hotel-Haudegen wie Conrad Nicholson Hilton wären sicherlich „not amused“!

Kuriose Jobtitel: Welcher ist dein Favoriten?

Wir haben eine ganze Reihe kurioser Jobtitel erwähnt – ohne Vollständigkeitsanspruch! Da draußen kursieren noch weit mehr in der Arbeitswelt. Lasst uns gerne in Kommentaren weitere Beispiele zurück. Wir sind gespannt, welche bombastischen Berufe es noch gibt. Zudem würden wir uns freuen, wenn ihr in der untenstehenden Umfrage euren Favoriten wählt, damit wir aus unserer Auflistung einen Sieger küren können. Das t3n-Team dankt!

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