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Kurzvideo-App Tiktok hat ein teures Jugendschutzproblem in den USA

Auch in Europa wird Tiktok unter Jugendlichen zunehmend populär. (Foto: Facebook/Tiktok)

Die Mitsingvideo-App Tiktok muss in den USA eine Strafe in Höhe von 5,7 Millionen US-Dollar zahlen. Dabei geht es um die Verletzung von Jugendschutzauflagen – ein Thema, das gerade für diese App hoch relevant ist.

Die Video-App Tiktok zählt gerade bei Jugendlichen zu den aktuell am schnellsten wachsenden Social-Media-Portalen. Jetzt hat die US-Verbraucherschutzbehörde FTC das Unternehmen Bytedance, das hinter der aus China stammenden App steht, zu einer Strafe in Höhe von 5,7 Millionen Dollar (5 Millionen Euro) verdonnert. Das ist die bislang höchste verhängte Strafe wegen Verletzung gegen die Gesetze zum Schutz der Privatsphäre von Kindern und Jugendlichen in den USA.

Tiktok: Lippensynchrone Mitsingvideos als Geschäftsmodell

Sinn hinter der durch den Zusammengang mit der Mitsing-App Musical.ly auch in den USA und Europa immer beliebteren App, ist das Veröffentlichen von lippensynchron gesungenen Videos, die sich zusätzlich mit Effekten versehen lassen. Dabei fordert das Unternehmen laut der FTC von allen Nutzern nicht nur die E-Mail-Adresse, sondern auch Telefonnummer, Vor- und Nachname sowie biografische Angaben und ein Profilbild. Bytedance wurde jetzt zum Verhängnis, dass das Unternehmen bei Nutzern unter 13 nicht die nach US-Recht erforderliche Bestätigung der Eltern einholt – in der Tat erstaunlich bei einer App, die sich speziell an Kinder und Jugendliche richtet und von diesen intensiv genutzt wird.

Mit der Rekordstrafe will die FTC offenbar ein Exempel statuieren und auch andere Onlinedienste, die sich in diesem Zielgruppenumfeld tummeln, warnen. Tiktok erklärt, man wolle die Strafe annehmen und alle vorhandenen Daten jüngerer Nutzer löschen. Die dürften sich jetzt allerdings erneut mit einem anderen Geburtsjahr anmelden. Immerhin will Tiktok zusätzlich eine auf Kinder bis 12 Jahre ausgerichtete App erstellen, die zusätzliche Schutzmaßnahmen vorsehen wird.

Tiktok: Bei Jugendlichen beliebt, vielen Eltern suspekt

Umstritten dürfte die App aber weiterhin bleiben – aufgrund ihrer Inhalte und der Gefahr, dass Kinder sich hier gezielt Spott aussetzen und dies noch nicht in vollem Maß überblicken können. Dennoch gilt die App mit mehr als 200 Millionen Accounts insgesamt, davon 65 Millionen in den USA, als interessantes Betätigungsfeld fürs Marketing. Tiktok war etwa einer der Hauptsponsoren anlässlich der MTV Europe Music Awards und gilt insbesondere für Marketer, die sich auf jüngere Zielgruppen spezialisiert haben, als einer der wichtigsten Trends für dieses Jahr.

Unterdessen plant das Unternehmen auch seinen Deutschlandstart mit einer Niederlassung in Berlin, für die derzeit rund 20 Stellenausschreibungen im Netz zu finden sind. Dem Vernehmen nach soll der Start im Frühjahr erfolgen – das Team in Berlin dürfte vor allem auf Marketing und Sales spezialisiert sein.

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