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Landkreise wollen Glasfaser-Breitbandausbau konsequent bis ins Haus

Die große Koalition setzt beim Breitbandausbau auf Glasfaser – aber bis wohin? (Foto: dpa)

Union und SPD haben sich im Koalitionsvertrag auf einen umfassenden Ausbau der Breitband-Infrastruktur mit Glasfaser geeinigt. Aber wie weit soll das optische Kabel reichen? Bis zum Haus? Oder reicht der Bürgersteig?

Die deutschen Landkreise setzen beim Breitbandausbau in den ländlichen Regionen auf eine konsequente Verlegung von Glasfaserkabel, die nicht am Bürgersteig endet. Der Präsident des Deutschen Landkreistages, Reinhard Sager, forderte am Montag in Berlin, die Glasfaser müsse tatsächlich bis in die Häuser der Bewohner oder die Betriebe verlegt werden.

Glasfaser: Fiber To The Building oder Fiber to the Curb?

Im Koalitionsvertrag von Union und SPD wird zwar die Glasfaser als die einzig zukunftsfähige Breitbandtechnologie im Festnetzbereich bezeichnet. Das Papier lässt allerdings offen, ob tatsächlich durchgehend das Verfahren FTTB (Fiber To The Building) gemeint ist, also das Verlegen von Glasfaserkabeln bis ins Gebäude. Das Versprechen im Koalitionsvertrag wird durch das Wort „möglichst“ eingeschränkt: „Glasfaser in jeder Region und jeder Gemeinde, möglichst direkt bis zum Haus“.

Sager bewertete die Koalitionsvereinbarung zwar positiv. „Jetzt muss allerdings Dampf unter den Kessel, damit wir tatsächlich zügig eine flächendeckende Verfügbarkeit von Glasfaser erreichen können“, betonte der DLT-Präsident zugleich. Der Landrat räumte ein, dass man den Koalitionsvertrag auch so auslegen kann, dass damit nur „Fiber to the Curb“ versprochen wird, also bis zum Schaltkasten auf dem Bürgersteig. „Wir interpretieren das aber so, dass Bürger und Gewerbebetriebe "Fiber to the Building" dringend und zwingend benötigen und nichts anderes.“

„Hier regiert – für Unternehmen und Bürger – noch viel zu oft Kriech-, statt Lichtgeschwindigkeit.“

Bei dem Treffen am Montag berieten Vertreter der Landkreise mit der Unternehmensspitze von Vodafone Deutschland, wie der Ausbau von Glasfasernetzen vorangetrieben werden kann. Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter erklärte, über die Hälfte aller deutschen Firmen surfe nach wie vor mit weniger als 30 Megabit pro Sekunde. „Und auf dem Land werden selbst solche Werte selten erreicht. Hier regiert – für Unternehmen und Bürger – noch viel zu oft Kriech-, statt Lichtgeschwindigkeit. Das wollen wir ändern.“

Landkreise und Gemeinden nehmen ihr Breitband-Schicksal selbst in die Hand

Das Modell von Vodafone sieht vor, dass Kommunen oder Landkreise die Verlegung der Glasfaserkabel planen, vorfinanzieren und dann auch vornehmen. Sie beantragen auch die Fördermittel, die vor allem vom Bund zur Verfügung gestellt werden. Vodafone mietet dann die kommunalen Netz für einen Zeitraum zwischen 12 und 25 Jahren, sorgt für den Anschluss ans Internet und übernimmt auch den Kundenservice. „Ab dem Jahr 6 oder 7 verdient die Gemeinde damit Geld“, versprach Ametsreiter.

Immer mehr Landkreise und Gemeinden nähmen ihr Breitband-Schicksal selbst in die Hand. „Das begrüßen wir. Und wollen als Partner helfen.“ Mit einem neuen Landkreis- und Gemeindemodell bringe Vodafone gemeinsam mit den Partnern Glasfaser fürs Land. Sein Unternehmen habe deshalb ein zwei Milliarden schweres Ausbauprogramm gestartet – für Gemeinden wie Gewerbegebiete. Dadurch könnten rund eine Million Haushalte mit Glasfaser ans Netz angeschlossen werden. Außerdem stehe das Angebot auch für Unternehmen auf dem Land: „Inzwischen rollen in zwei Dutzend Gewerbeparks mit 6000 Firmen bereits die Bagger für unsere Gigabit-Offensive.“ dpa

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