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Langjährige Erzrivalen Outfittery und Modomoto kündigen Fusion an

Outfittery-Gründerin Julia Bösch. (Foto: dpa)

Das Berliner Vorzeige-Startup Outfittery fusioniert überraschend mit Modomoto. Damit endet der fast zehnjährige Konkurrenzkampf zwischen den Shopping-Anbietern. Wie geht es jetzt weiter?

Der bekannte Shopping-Anbieter Outfittery fusioniert überraschend mit dem kleineren Wettbewerber Modomoto. „Der Zusammenschluss ist ein Riesenschritt für beide Unternehmen und eröffnet uns großartige Wachstumschancen“, sagte Outfittery-Gründerin Julia Bösch am Dienstag im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Outfittery bietet wie Modomoto einen betreuten Shopping-Service für Männermode an. Nach einer Beratung am Telefon erhalten Kunden von Stylisten eine Auswahl an passenden Outfits, die sie behalten oder wieder zurückschicken können. Das Prinzip hat sich in der Branche unter dem Begriff „Curated Shopping“ etabliert.

Zusammengerechnet sollen beide Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten etwa 80 Millionen Euro Umsatz gemacht und rund eine Million Kunden eingekleidet haben: „Wir sind die Nummer eins für Curated Shopping in Europa“, so Bösch.

Fast 10-jähriger Konkurrenzkampf vorbei

Zuvor hatten sich beide Unternehmen fast zehn Jahre lang um die Marktführerschaft im Curated-Shopping-Segment gestritten. Modomoto, bereits 2011 von Corinna Powalla gegründet, kam angeblich auf über 250.000 Kunden und beschäftigt 450 Mitarbeiter. Den Aufbau finanzierten Geldgeber mit rund sechs Millionen Euro mit.

Outfittery wiederum, 2012 von Julia Bösch und Anna Alex gestartet, listete mehr als 500.000 Kunden in seiner Kartei – hatte dafür allerdings auch deutlich mehr Kapital eingeworben. Etwa 50 Millionen Euro investierten Geldgeber in das Berliner Vorzeige-Startup. Was beide Konkurrenten abgesehen vom Produkt einte, waren die bis zuletzt roten Zahlen: Knapp sieben Millionen Euro Verlust bei Outfittery standen 626.000 Euro Verlust bei Modomoto im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 gegenüber.

Das passiert jetzt mit den Mitarbeitern

Da beide Unternehmen zuletzt nur noch schwach wuchsen, dürften hinter der Fusion vor allem wirtschaftlichen Motive stehen. Zumal auch Zalando inzwischen einen betreuten Shoppingservice anbietet. Unter der gemeinsamen Marke Outfittery versprechen sich Bösch und Powalla künftig eine bessere Marktposition.

Das Modomoto-Management soll dabei genauso an Bord bleiben wie die meisten der etwa 450 Mitarbeiter. Lediglich beim Logistikteam komme es zu Stellenkürzungen, da fortan mit dem externen Dienstleister von Outfittery gearbeitet werde. Als nächstes wollen beide Unternehmen weiter expandieren – etwa nach Großbritannien.

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2 Kommentare
Karl
Karl

Ich bin „Kunde“ bei beiden Portalen. Generierter Umsatz: 0 €

Wie sich diese Firmen halten ist mir ein Rätsel. Alle Outfits bei mir bestehen aus Kombinationen von drei Marken, die beliebig miteinander kombiniert werden. Sobald ich diese Marken kenne kann ich das auch selbst tun. In der günstigsten [!] Preisklasse wurden mir T-Shirts für 50 Euro und Pullover für bis zu 110 Euro mitgegeben. Die Preise sind einfach der UVP und die Produkte waren zeitgleich im Shop des Herstellers um bis zu 60% reduziert. Man könnte fast denken, dass Outfittery/Modomoto nur Werbefirmen für ein paar Brands sind.

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Max
Max

Lediglich beim Logistikteam komme es zu Stellenkürzungen…
ein klares NEIN.

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