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Laura Kohler bei Changerider: „Startups werden von Corporates zu Tode geliebt“

(Screenshot: t3n.de)

Mit dem neuen Video-Format Changerider wollen Philipp Depiereux und t3n den Menschen die Angst vor der Digitalisierung nehmen. Der aktuelle Interviewgast: Laura Kohler.

In der neuen Folge des Video- und Podcastformats Changerider von Etventure-Gründer Philipp Depiereux und t3n nimmt Startup-Expertin Laura Kohler auf dem Beifahrersitz Platz. Die Geschäftsführerin des Etventure-Startup-Hubs zählt zu den „einflussreichsten Frauen der europäischen Startupszene“ und berichtet auf ihrer Changerider-Fahrt von der zuweilen schwierigen Arbeit als „Übersetzerin“ zwischen Startups und etablierten Unternehmen sowie den häufigsten Scheiterthemen, erklärt die Do’s und Dont’s für Gründer und was Deutschland oder Europa auf dem Weg zur Gründernation aktuell noch im Weg steht.

Laura Kohler leistet Aufbauhilfe im besten Sinne: Sie hilft Startups bei der Entwicklung ihres Geschäftsmodells, koordiniert weltweit Startup- und Digitalprojekte und baut Brücken zwischen Gründern und den etablierten Unternehmen. Ihr Ziel ist ein europäisches Ökosystem, das sich zwischen den Innovationszentren USA und China positioniert. 2017 wurde sie von einem der führenden europäischen Startup-Blogs  unter die 50 einflussreichsten Frauen der europäischen Startupszene gewählt – in einer Reihe mit 13 deutschen Frauen, neben Madeleine Gummer von Mohl, Mitgründerin des Coworking-Space Betahaus Berlin, Tanja Kufner, Managing Director des Startupbootcamp Accelerator oder den bekannten Gründerinnen von Outfittery, Julia Bösch und Anna Alex, Amorelie, Lea-Sophie Cramer oder Delia Fischer, Gründerin von Westwing.

„Innovationskraft kommt vor allem von den jungen Wilden“

Eine ihrer wichtigsten Aufgaben bislang: Der Aufbau des EU-Accelerator-Programms „European Pioneers“ im Jahr 2014. Rund 4,5 Millionen Euro hatte die EU dafür im Rahmen von Horizon 2020 in junge Gründerteams investiert. „Die Europäische Union hat erkannt, dass man nicht immer nur den großen Forschungsinstituten Fördergeld in den Rachen schmeißen sollte, sondern sich auch um die Kleinen bemühen muss. Denn Innovationskraft kommt vor allem von den jungen Wilden“, erklärt Laura Kohler. Wer letztlich in den Genuss der Finanzspritze kam und außerdem von der inhaltlichen Betreuung profitierte, entschied sie zusammen mit ihrem Team. Dabei war es kein ganz leichtes Unterfangen, sich auf die verschiedenen Gründerpersönlichkeiten einzustellen, die auch mit ihren Ideen in ganz unterschiedlichen Entwicklungsphasen steckten. „Man ist Kindermädchen für alles“, fasst es Kohler zusammen.

Rückblickend hat es nicht jedes der 25 geförderten Startups geschafft, am Markt zu überleben. „Es waren auch ein paar Rohrkrepierer dabei“, gibt Laura Kohler zu. „Nicht jede gute Idee findet letztlich eine Monetarisierung.“ Doch Erfolgsgeschichten wie die des Berliner Startups Infarm zeigen, wie viel ein Förderprogramm wie European Pioneers bewirken kann. Das Unternehmen im Bereich Urban Farming hat vor Kurzem eine neue Finanzierungsrunde abgeschlossen und arbeitet inzwischen erfolgreich mit Handelsgiganten wie Metro und Edeka zusammen.

„Während der Konzern noch dabei ist, Meetings zu organisieren, ist das Startup schon pleite“

Eine wirklich funktionierende Kooperation zwischen Startups und etablierten Unternehmen ist alles andere als selbstverständlich, hat Laura Kohler beobachtet. „Startups und Corporates sind mit komplett unterschiedlichen Geschwindigkeiten unterwegs. Während der Konzern noch dabei ist, die Vorstands- und Aufsichtsrats-Meetings zu organisieren, ist das Startup schon pleite.“ Gegenseitiges Verständnis für die verschiedenen Arbeits- und Denkweisen und ständiger Dialog sind deshalb so wichtig. Nur nicht dem Startup die eigenen Prozesse und Strukturen überstülpen und es damit „zu Tode lieben“, wie es Laura Kohler ausdrückt.

Was aber braucht es letztlich, um als Gründer erfolgreich zu sein? „Das Hauptthema ist meistens gar nicht das Geschäftsmodell, sondern das Team.“ Gerade am Anfang seien ein guter Team-Fit und Persönlichkeiten, deren Stärken sich ergänzen, absolut wichtig. Das, und sehr sehr viel Beharrlichkeit. Auch ein Ökosystem, wie es vor allem Berlin bietet, mit vielen Möglichkeiten zum Austausch, spiele eine große Rolle, und – nicht zuletzt – eine gute Technologie.

Bei ihrer Changerider-Fahrt durch Berlin sprechen Philipp Depiereux und Laura Kohler auch über die hierzulande noch fehlende Startupkultur („Unternehmertum wird in Deutschland noch viel zu wenig gefördert und gelehrt“), über Diversity („Wir haben nur 13 Prozent Frauenanteil unter den deutschen Gründern“), ihre ganz persönliche – berufliche wie auch private – Scheitergeschichte („Ich bin zweimal durch die praktische Führerscheinprüfung gefallen“) und die Tücken von Screen-Sharing (Tipp: nicht beim Stalken erwischen lassen).

Wie geht es bei Changerider weiter: Bei der nächsten Fahrt wird Ulrich Schäfer mit an Bord sein. Der Buchautor („Deutschland digital – Unsere Antwort auf das Silicon Valley“) und Leiter der Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung stellt fest, in Deutschland sprechen wir viel zu lang über all das, was nicht funktioniert und zu wenig über das, was gut funktioniert. Mehr Optimismus täte dem Land gut, denn es gibt unzählige Digitalprojekte, die hierzulande mit Macht vorangehen.

Alle Folgen, etwa mit Staatsministerin für Digitalisierung Dorothee Bär oder Klöckner-CEO Gisbert Rühl sind auf Changerider.com abrufbar. Außerdem könnt ihr Nominierungen für den „Talk im Tesla“ abgeben.

Disclaimer: Laura Kohler ist Geschäftsführerin des Etventure Startup Hubs, einem Tochterunternehmen von Etventure. 

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