Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

News

Laut einem Marburger Soziologen stimmen die Klischees über die Generation Y nicht

Professor Dr. Martin Schröder über den Generationenbegriff: „Wie Horoskope lesen!“ (Foto: Uni Marburg)

Dass die Babyboomer sich von der Generation Y und die Millennials von der Generation Z unterscheiden, ist eine gängige These. Ein Marburger Soziologe zweifelt sie jetzt an.

Jede Generation bekommt ihren Stempel aufgedrückt: Babyboomer, Generation Y, Generation Z. In der Regel gehen damit auch Eigenschaften einher, die den Menschen in Verbindung mit dem herrschenden Zeitgeist zugeschrieben werden. So heißt es beispielsweise oft, dass die Generation Y emotionaler und freiheitsliebender als ihre Vorgänger sei. Dass das alles Quatsch ist, behauptet der Soziologe Martin Schröder. Diese Zuordnungen würden sich „wie ein Horoskop lesen“, kritisiert der Forscher.

Babyboomer, Generation Y, Generation Z: „Wir sind alle anders, wenn wir jung sind“

Gibt es die Generation Y nicht? (Foto: Shutterstock- De Repente)

Schröder hat Daten aus dem Sozio-oekonomischen Panel von 1984 bis heute ausgewertet, um zu überprüfen, ob die Generationen wirklich so unterschiedlich sind, wie immer angenommen wird. Für die Erhebungen werden jährlich 10.000 bis 20.000 Deutsche befragt. Der Wissenschaftler konnte eigenen Angaben nach nicht erkennen, dass die Geburtenjahrgänge zwischen 1980 und 1990 – also die der Generation Y – so viel anders denken würden als andere Generationen zuvor. „Wir sind alle anders, wenn wir jung sind“, sagt Schröder.

„Wir sind alle anders, wenn wir jung sind.“

Der Marburger konstatiert, dass sich Einstellungen ändern, sobald man älter wird. Die meisten Deutschen würden einen „Standard-Lebenslauf“ aufweisen. Gesellschaftliche Unterschiede würden sich nicht durch den Geburtsjahrgang ergeben, sondern vielmehr durch das Bildungsniveau, das Einkommen, Geschlecht oder das Aufwachsen in Ost- oder Westdeutschland. Der Generationenbegriff sei vielmehr deshalb so populär, weil ein „gigantischer Markt mit Studien und Ratgeberliteratur“ dahinter stehe.

Auch mit der Medienlandschaft geht Schröder ins Gericht. Bei Jugendlichen würden Einstellungen viel akuter auffallen als bei Erwachsenen. Der Soziologe glaubt, dass alle aufhorchen, sobald junge Arbeitnehmer sich flexible Arbeitszeiten wünschen. „Aber es könnte doch sein, dass das alle wollen. Es interessiert nur keinen, wenn das ein 55-Jähriger fordert.“ Da es weniger spektakulär klingt und sich keine verrückte Nachricht ergebe, so Schröder, würden Medien so einen Titel auch nicht aufgreifen.

Lücke im Lebenslauf? Die 19 besten Antworten
Lücke im Lebenslauf? Hier geht’s zum Tweet! (Screenshot: Twitter)

1 von 20

Übrigens, auch dieser Beitrag könnte dich interessieren: Xing-Profilanalyse – Gen Y setzt auf Soft Skills, Ältere auf fachliche Qualifikation

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Eine Reaktion
Markus

Und er hat sehr Recht .. junge Menschen denken offener und freier weil ihnen die Zusammenhänge noch nicht bekannt sind.

Das hat mit Generationen nichts zu tun. Ich bin derzeit in der Mitte und nehme gern Feedback von deutlich jüngeren und älteren auf oder anderen Andersartigen. Das bereichert immer auch wenn es aus meiner Sicht im etwas komisch wirkt wie diejenigen selbstverständlich denken.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.