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Laut IAB-Studie: Zahl der Überstunden in Deutschland geht zurück

Überstunden in Deutschland sind rückläufig. (Foto: Shutterstock-Marvent)

Laut einer IAB-Studie geht die Zahl der Überstunden zurück. Dafür gibt es zwei Gründe – einen guten und einen schlechten.

Mit Überstunden ist das so eine Sache: Niemand macht sie gerne, auf der anderen Seite sind sie meist jedoch auch ein Indikator dafür, dass die Auftragsbücher voll sind und die Wirtschaft brummt. Insofern lässt sich die Auswertung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ebenfalls auf zweierlei Arten lesen. Demnach haben Beschäftigte in deutschen Betrieben in den ersten drei Monaten dieses Jahres weniger Überstunden geleistet als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Weniger Überstunden aufgrund konjunktureller Abschwächung

Laut der repräsentativen Befragung von 30.000 deutschen Arbeitnehmern leisten Mitarbeiter im Schnitt 24 Minuten weniger Überstunden im Quartal. Von Januar bis März habe jeder Beschäftigte nach Angaben des IAB durchschnittlich 6,4 bezahlte und sechs unbezahlte Überstunden geleistet. Der Rückgang hänge laut IAB-Arbeitsmarktforscher Enzo Weber vor allem mit der generellen wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Monate zusammen.

„Die Zahl der Überstunden geht zurück.“

„Die Zahl der Überstunden geht mit der konjunkturellen Abschwächung seit dem vergangenen Jahr zurück“, sagte er gegenüber der dpa. Insgesamt registrierten die IAB-Experten im ersten Quartal knapp 261 Millionen bezahlte und 244 Millionen unbezahlte Überstunden. Im gleichen Zeitraum im vorherigen Jahr waren es noch 12,6 Millionen bezahlte und 12,8 Millionen unbezahlte Überstunden mehr gewesen.

Die starke Konjunktur der vergangenen Jahre bringt jedoch auch einen weiteren Effekt mit, der sich ebenfalls auf die Zahl der Überstunden auswirkt. Während die Summe der Überstunden zurückging, wuchs die Gesamtarbeitszeit der Beschäftigten im ersten Quartal. Im Vergleich zu 2018 stieg sie um 1,5 Prozent auf 15,606 Milliarden Stunden. Dem IAB zufolge lässt sich das auf die wachsende Zahl an Erwerbstätigen zurückführen. Deutsche Unternehmen haben also auch mehr Arbeitnehmer eingestellt.

Rückläufiger Welthandel trifft deutsche Exportnation

Der wirtschaftliche Erfolg der Bundesrepublik hängt als Exportnation stark vom Welthandel ab. Der Weltbank-Chef David Malpass gab zuletzt bekannt, dass er von einer deutlichen Verlangsamung des Wachstums ausgehe – auch und vor allem aufgrund der verschiedenen Handelskonflikte der USA. Zum Jahresbeginn war die Weltbank noch von einem globalen Wachstumsplus von 3,6 Prozent für 2019 ausgegangen. Im nächsten Jahr könnten es laut den Berechnungen nur noch 2,7 Prozent sein.

David Malpass war Anfang April dieses Jahres zum neuen Präsidenten der Weltbank ernannt worden und gilt als enger Vertrauter von US-Finanzminister Steven Mnuchin. Der US-Präsident Donald Trump hatte Malpass als Kandidaten nominiert. Als größter Anteilseigner dürfen die Vereinigten Staaten von Amerika traditionell den Weltbankpräsidenten bestimmen, während die Europäer regelmäßig den Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) stellen.

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