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Lebensmittel online: Erst jeder Fünfte nutzt Lieferdienste

Ein Mitarbeiter des Lebensmittellieferdienstes Amazon Fresh steht im Depot der Firma in Berlin. (Foto: dpa)

Lebensmittel nach Hause liefern lassen? Da sind Deutschlands Verbraucher offenbar noch skeptisch. Viele befürchten laut einer Studie, dass die Waren nicht frisch sind oder zum falschen Zeitpunkt eintreffen.

Gerade einmal 20 Prozent der Befragten geben an, online bereits frische Lebensmittel gekauft zu haben. Knapp 47 Prozent der übrigen 80 Prozent möchte diesen Service nach eigener Aussage auch künftig nicht oder eher nicht nutzen. Dies ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen Studie der Word-of-Mouth-Agentur von Trnd und von Territory Bestseller, einer Handelsmarketingagentur. In einer bundesweiten Studie befragten die Experten in der zweiten Julihälfte knapp 10.000 Verbraucher zu ihren Erfahrungen mit Onlineshopping von Lebensmitteln.

Die überwiegende Mehrheit aller Befragten (88 Prozent), so zeigt die Studie, glaubt nicht, dass der Online-Lebensmittelhandel das stationäre Geschäft zukünftig vollständig ablösen wird. Das ist allerdings auch eine fast schon tendenziöse Frage, weil wohl vernünftigerweise niemand von einem Entweder-oder ausgeht, sondern eher von einer Koexistenz der Online- und Offline-Welt im Lebensmittelhandel.

Lebensmittel online: Mehrheit ist noch zögerlich

Der Großteil der Befragten, die den Service bisher noch nicht in Anspruch genommen haben, ist davon überzeugt, dass die Erwartungen an die Qualität der Produkte nicht erfüllt werden können – das gilt vor allem für Obst und Gemüse. Die Zweifel beziehen sich hierbei vor allem auf die Frische der gelieferten Lebensmittel. Weitere Gründe, diesen Service nicht zu nutzen, sind das Preis-Leistungs-Verhältnis sowie die Skepsis, dass die Ware pünktlich geliefert wird.

(Grafik: Trnd und Territory Bestseller)

 

Vorbehalte, die die erfahrenen Online-Lebensmitteleinkäufer nicht nachvollziehen können: 60 Prozent von ihnen haben im vergangenen Halbjahr zumindest einmal Lebensmittel im Web eingekauft – das ist insgesamt jeder achte Befragte. Jeder Zwanzigste ordert sein Essen sogar fünfmal pro Halbjahr. Sie schätzen vor allem den reibungslosen Zahlungs- und Bestellprozess und die Angebotsvielfalt. Die relative Mehrheit (39,9 Prozent) gibt dabei zwischen 25 und 50 Euro pro Bestellung aus – 4,7 Prozent lassen sich das sogar über 100 Euro kosten.

Rewe liegt deutlich vor Allyouneed Fresh

Von dieser Entwicklung, so legt die Untersuchung offen, profitiert vor allem die Rewe Group: 44,3 Prozent nutzen den Service der Handelskette, Allyouneed Fresh folgt auf Rang zwei mit 21,4 Prozent und erst dann folgt Amazon Fresh mit 14,5 Prozent. Die beiden Erstplatzierten profitieren hier unmittelbar von ihrer bundesweiten Abdeckung – Amazon Fresh ist hingegen nur in Berlin und Hamburg vertreten (München folgt demnächst). „Besonders die kaufkräftigen Menschen aus urbanen Gebieten sind affin für die Onlinebestellung von frischen Lebensmitteln. Und das, obwohl die Dichte von Supermärkten und Discountern dort wesentlich höher ist als in ländlichen Regionen. Der Convenience-Faktor ‚Einkaufsstättennähe’ wird damit als wichtiges Differenzierungsmerkmal des stationären Lebensmitteleinzelhandels durch noch mehr Convencience ausgehebelt“, so Bernd Meyer, Geschäftsleiter von Territory Bestseller.

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