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Leistungsschutzrecht: Verlage fordern 420 Millionen Euro von Google pro Jahr

Für die Nutzung von Presseinhalten soll Google nach dem Willen einer Verwertungsgesellschaft eine Menge Geld an die Medienhäuser bezahlen. Das Unternehmen spricht von „haltlosen Forderungen“.

1 Min. Lesezeit

Google-Gebäude in Kanada. (Foto: JHVEPhoto / Shutterstock.com)

Die Lizenzgebühr werde für die Nutzung von Überschriften, kurzen Artikelausschnitten und Vorschaubildern gefordert, teilte die Verwertungsgesellschaft Corint Media am Freitag in Berlin mit. Die Forderung bezieht sich konkret auf rund 200 digitale Presseveröffentlichungen etwa aus Verlagen, für die die Verwertungsgesellschaft als beauftragte Institution die Rechte wahrnimmt. Corint Media legte als Maßstab für die Berechnungen nach eigenen Angaben relevante Umsätze von Google in Deutschland an.

Das US-Unternehmen Google teilte auf dpa-Anfrage in einer Reaktion mit: „Wir halten uns an das Gesetz und orientieren uns an Fakten, nicht an haltlosen Forderungen. Corint ignoriert, dass Google erheblichen Mehrwert für Verlage schafft und keine nennenswerten Einnahmen mit Nachrichteninhalten erzielt.“ Google wiederum steht nach eigenen Angaben seinerseits mit deutschen Verlagen im Gespräch.

EU-Richtlinie soll Urheber schützen

In diesem Jahr wurde in Deutschland das Urheberrecht novelliert und daran angepasst, dass das Internet für urheberrechtlich geschützte Inhalte immer bedeutender geworden ist. Hintergrund ist eine EU-Richtlinie, die in den Ländern umgesetzt wurde. Zu dem großen Komplex des Urheberrechts zählt auch ein neues Leistungsschutzrecht für Presseverleger und Journalisten in Deutschland. Das Ganze soll sicherstellen, dass Urheber und Medienhäuser finanziell berücksichtigt werden, wenn externe Internetplattformen deren Presseinhalte einbinden. Verleger hatten in der Vergangenheit immer wieder beklagt, dass externe Plattformen wirtschaftlich von den Inhalten profitierten, die Verlage selbst aber nicht oder nicht in ausreichendem Maße.

Corint Media ist eine von mehreren Verwertungsgesellschaften in Deutschland. Sie vertritt nach eigenen Angaben Medienunternehmen, darunter TV-Sender, Radio-Programme und Presseverleger.

Die Geschäftsführer von Corint Media, Markus Runde und Christoph Schwennicke, betonten zu der 420-Millionen-Euro-Forderung: „Mit diesem Angebot gehen die Verhandlungen mit der größten Plattform, die Presse-Inhalte nutzt, in die entscheidende Phase. Das Recht ist da, es ist europäisch legitimiert und findet über die EU hinaus Zustimmung. Nun geht es darum, sehr bald und sehr transparent einen Preis festzulegen, der der Bedeutung der gesamten Presse im Netz gerecht wird.“ dpa

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2 Kommentare
Zero
Zero

Während ich Google sonst nicht sonderlich unterstütze, finde ich, sind solche Forderung und das Gesetz dahinter Schwachsinn.

Immerhin dient das ja ebenjenen Fordernden. Wenn Google diesen „Vertrag“ nicht eingehen möchten, finden sich die Websites eben nicht mehr im Index. Und ich kann mir gut vorstellen, dass das denen mehr kostet, als sie durch die Forderung einnehmen würden.

Das ist, als würde man für SEO-Traffic plötzlich Geld von Suchmaschinen verlangen. Ja cool: Ich gebe jetzt kein Geld mehr für SEA aus, sondern verlange dieses jetzt für meinen SEO Traffic.

Eine Wortgrenze und Funktionen zur Einschränkung der genutzten Bilder wäre eher eine sinnvolle Gesetzgebung.
Aber was verlange ich Sinnvolles von den aktuellen Gesetzgebern für Digitales

Antworten
Harald Kretzschmar
Harald Kretzschmar

Das sehe ich ganz genauso. Vielleicht sollte Google das Prozedere ändern: Wer seine Nachrichten auf Google-News platzieren möchte, registriert sich dort. Wer das nicht tut ist raus!

Ich hoffe nur, dass man mit dieser Dreistigkeit nicht auf Grund mangelnder Kompetenz der Richter durchkommt.

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