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Lexend: Neue Schriften versprechen schnelleres Lesen in der G Suite

(Foto: Piotr Swat / Shutterstock)

Ab sofort stehen für Nutzer von Google Docs, Tabellen und Präsentationen neue Schriften zur Verfügung, die schnelleres Lesen erlauben sollen.

Die Schriftfamilie namens Lexend umfasst sieben Fonts, die es insbesondere Personen mit Trennschwierigkeiten erlauben sollen, Texte schneller zu erfassen. Lexend arbeitet nur mit typografischen Merkmalen und wird seit fast zwanzig Jahren in unterschiedlichsten Studien untersucht und verbessert.

Mit der Umsetzung als Font in Googles G Suite wird die Schriftfamilie erstmals einer breiten Nutzerschaft zugänglich. Die Schriften können ab sofort in den Apps Docs, Tabellen und Präsentationen genutzt werden. Sie unterscheiden sich im Wesentlichen durch ihre Ausgangsgröße und den Zeichenabstand voneinander.

Lexend: Der Auswahl-Dialog in G Suite mit den neuen Schriften. (Screenshot: t3n)

Lexend soll Leseschwäche mindern

Das Ziel der Lexend-Schriftfamilie ist die Beschleunigung des Lesens. Das ist zunächst für jedermann von Interesse. Entwickelt wurde Lexend jedoch speziell für Personen, die eine Leseschwäche haben. Das soll laut US-Bildungsministerium für immerhin rund 70 Prozent der Bevölkerung gelten. Dabei reichen die Beeinträchtigungen von leichten Störungen im Lesefluss bis hin zu Trennschwierigkeiten.

Unter Trennschwierigkeiten versteht die Augenheilkunde das Phänomen, dass Zeichen, die eng nebeneinander stehen, weniger gut erkannt werden können, weil dicht benachbarte Konturen das Auflösungsvermögen beeinträchtigen. Mit anderen Worten, dem Betrachter verschwimmen die Konturen vor den Augen.

Lexend: Schriftfamilie mit wissenschaftlichem Hintergrund

Seit dem Jahr 2000 arbeitet die Sozialpädagogin Bonnie Shaver-Troup an dem Projekt Lexend. Ausgangspunkt waren theoretische Überlegungen, dass Leseschwächen keine intellektuelle Beeinträchtigung repräsentieren könnten, sondern womöglich rein optisch zu begründen seien.

So experimentierte sie mit typografischen Parametern wie Buchstabenformen, Abständen und Unterschneidungen, um zu ermitteln, ob sich empirisch besonders lesegeeignete Schriften entwickeln ließen. Zumindest konnte sie nachweisen, dass ihr Konzept tatsächlich zu einem verbesserten Lesevermögen führen kann und dass diese Verbesserung schneller eintritt, als das mit den üblichen, kognitiv-orientierten Trainingsprogrammen bei Dyslexie (auch Legasthenie genannt) zu erreichen ist.

Seit 2017 wird Shaver-Troup durch den Schriftdesigner Thomas Jockin unterstützt. Ergebnis dieser Kollaboration ist die Lexend-Schriftfamilie, die der Allgemeinheit zunächst über die G Suite zugänglich ist.

Zu beachten ist, dass Lexend Leseschwäche mindern will und nicht für ein besonders gelungenes Schriftbild sorgen soll. Für den Ausdruck zu Repräsentationszwecken taugen die Schriften nicht.

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